Schatten, die bleiben

Licht fällt auf die Schatten,
Ohne dass sie verschwinden.
Der Henker wetzt sein Beil.
Die Träume, die wir uns verbaten,
Lassen uns das Urteil verkünden.

Wir trauern um das zu kurze Seil.
Wie das Leid überwinden?
Die Furcht, die wir hatten.
Bieten unsere Seele feil,
Als Fraß für die Ratten.

Warten auf den ersten Teil.
Unser Leben auf breiten Matten.
Die bunten Scherben bleiben heil.
Wir hören gemeinsam alte Platten.
Wir teilen unseren letzten Pfeil.

Verstummen in den vielen Stunden,
Die bleiben, einander zu verraten.
Vernähen alte Wunden,
sind zu kalt und weiß und bereit.
So warten wir auf gute Taten,
Im Angesicht der finsteren Zeit.

JB 5-2024

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