Mein Herz hat Räume und Türen.
Mein Herz hat Kammern und Klappen.
Mein Herz pumpt Blut durch Meinen Körper,
Will diesen Fluss nicht kappen.
Mein Leben verdankt sein Leben allen Andern,
Doch dank ich mir am meisten.
Wer kann sich Langweile leisten,
In meinem Alter, mit meinen Leisten?
Ich schreibe über Herzen als Organ,
Ich schreibe über Herzen als Idee.
Wenn Leben wie Lieben sei, ich fleh’ euch an;
Lasst die Liebenden sich finden auf dem Höhepunkt der Stadt.
Mit ihrer Botschaft für die Welt.
Und wer ist davon satt?
Lasst die Herrschenden uns binden;
An Werte, an Gesetze, an die Wahrheit der Tat.
Lasst uns das, was wir finden, wenn wir träumen
Nicht mit Blatt-Gold säumen.
Denn aus Holz und Wasser sei mein Haus,
Der Himmel sei mein Dach, mein Futter Applaus:
Für das Lieben und Leben, für das Helfen und Hegen,
Für das Leben und Lieben, für das Weben und Wiegen.
In meinem Leben, bin ich die Instanz.
In meinem Lieben, tanze ich den gewagtesten Tanz.
Meine Schatten fressen alle, die schweigen.
Mein Licht teilt sich mit, denen, welche sich vor der Liebe neigen.
In meinem Herzen gehen die Lichter an.
Der Fluss der Liebe bricht sich Bahn.
In meinem Herzen gehen die Lichter aus.
Trifft mich der Fuß der Härte, schlägt mich die dumme Faust.
Will heute die Punk-Oper erleben und mein Sein genießen,
Bin ich erst Punk-Opa,
Will ich den alten Zeiten genüsslich gedenken
Und mein Erinnern täglich gießen.
Gerade macht das noch keinen Sinn.
Ich bin doch mittendrin.
Johanna nion Blau,
03.07.2026
Der Capa-Wald muss bleiben – „Unser Blau’sches Wäldchen“
Was ist wichtiger für mich, dass ein reicher Fußballclub mehr Platz in der Innenstadt bekommt oder das Capa-Wäldchen, in dem meine Mutter (Jahrgang 1951) und meine Tante als Kinder gespielt haben? Was ist wichtiger für Leipzig, dass ein reicher Fußballclub mehr Platz in der Innenstadt bekommt oder ein Wald, der Lebensraum für uns ist, für seltene Tiere wie Fledermäuse und mindestens 38 Vogelarten und Kühle bringt, Luft zum Atmen. Dieser Wald ist die – jetzt schon schmale – Brücke, zwischen nördlichem und südlichem Auwald. Dieser Wald ist unersetzlich und unbezahlbar und muss uns erhalten bleiben!
Dieser Wald hat den zweiten Weltkrieg überstanden und soll jetzt einer Unterhaltungsindustrie weichen. Ist das wirklich eine gute Idee, oder nicht doch eher ein Schildbürger*innenstreich?
Wenn sich alle Natur- und Umweltverbände in Leipzig und Umgebung zusammentun und sich dagegen aussprechen, dann hört bitte hin! Werdet laut, engagiert euch und redet miteinander über dieses wichtige Thema! Unterschreibt die Petition!
Wir haben gerade eine Hitzekrise erlebt, die die Kühlung in den Supermärkten und das Leipziger Straßenbahnnetz in die Knie gezwungen hat.
Und Politiker*innen in Leipzig diskutieren ernsthaft darüber, ob es eine gute Idee sei, einen Wald in der Stadt abzuholzen, der nachweislich für Kühle und gutes Klima sorgt.
Der Leipziger Stadtrat ist gefragt, diese Diskussion vernünftig und mit den bestehenden, gewichtigen Argumenten zu führen, frühere Entscheidungen zu dem Thema zu berücksichtigen und sich daran weiterhin zu halten und im Sinne des Waldes und Leipziger Interessen zu entscheiden. Der Capa-Wald darf nicht an den RB verkauft werden! Im September – nach der Sommerpause – soll die Entscheidung darüber fallen.
Wir müssen Lärm machen und damit Druck auf die Stadt ausüben und dem Stadtrat auch deutlich machen: dieser Wald ist wichtiger als Fußball und Geld.
Zukunftsfähige Stadtplanung, in der Natur ihren wichtigen Platz hat und einen unbezahlbaren Wert, darauf kommt es uns als Leipziger Stadtbevölkerung an. Zukunft durch Natur ist uns Leipziger*innen wichtig und ich als Leipziger*in möchte helfen, wenn es auch nur mit Worten ist, diese Bäume zu erhalten.
Lasst uns diesen Wald als Lebensraum, diese Bäume, die Tiere und anderen Pflanzen, die darin existieren auch als Leipziger*innen betrachten, so wie ich diesen Wald als Teil meiner Familiengeschichte sehe, unser „Blau’sches Wäldchen“. Eine Kernerinnerung meiner Mutter und meiner Tante, ein Ort des Abenteuers und der Entdeckungen. Was bedeutet er euch, was habt ihr dort erlebt und gesehen? Und welche Geschichten werden eure Kinder und deren Enkel erzählen können von diesem Wald, wenn wir uns dafür entscheiden, ihn zu langfristig schützen und zu bewahren?
Der Capa-Wald ist Gemeingut und dient unserem Gemeinwohl. Allmende in ihrer reinsten Form. 🙂 Lasst uns gegen die kleptokratischen Pläne des RB vorgehen und dieses unseres gemeinsames Gut gemeinsam schützen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
Johanna nion Blau, 29.06.2026
https://www.nabu-leipzig.de/capawaeldchen
https://www.oekoloewe.de/umweltpolitik-naturschutz-detail/waldrodung-rb-leipzig.html

Song of Hourglasses
I lost my voice agai …
It is not in the fridge
It is not on the screen
It is hiding in my serene
future
I want to buy something
To feel real again
I want to kiss someone
To feel whole again
In my absence
MyCloud pulled the trigger
And it is raining my digital thoughts and feelings down the magistrale
Slowly like a snail moves on a tree stump
Killing me softly
In my presence
He grabbed a whole bunch of books
And put them to waste at the dump of our hopes and fears
During the Turing Test
I held your hand
We both wore glasses
To decide whether we are real enough slash
Authentic enough
And in my mind
I want to draw a map of your face
With all it’s dots and lines
Like I recorded your laughter
With my ears and eyes
Maybe you feel likewise
Hopes and fears are what
Move us to capital tears
Some say, the moon is rising
But it circles around
Moves me to sing
This song of hourglasses
Johanna nion Blau, 22th of june, 2026

Ich will Staub von Ruinen rütteln
Ich will Staub von Ruinen rütteln,
Ist das machbar, haltbar, sag-bar?
Ich will bersten im Morgengrauen, mich schälen im Mondlicht, vergehen wie ein Traum, und wiederkehren als weise Hydra.
Zungenschlagend mich austesten auf den Rücken der Wandernden Ungezähmten Männerherden.
Die im Gras liegen und oder es rauchen, dabei verletzlich werden. Im Hohen Gras weinen die Männer gemeinsam, endlich frei – rei – ei.
Das Gebirge hab ich ausgeschlossen, aus meinem Leben, ich strebe dem Wasser zu wie eine Selkie ohne ihren Nachwuchs. Mein Kind, ein Meer an Worten, ächzendes Papier, traumlose Lettern.
Verwachsen mit Äußerlichkeiten, die in Er-Innerungen schwärzende Finger eintauchen in Dung.
Der Satz, ein Gebilde, welchem ich gebieten will, ohne es zu brechen. Meisterhaft Worte erwählen, den Sinn tanzen lassen im Gewinde deiner Fantasie.
Was kommt dabei heraus, wenn mensch Sinn und Haft kreuzt, wie bei (XX und XY oder ähnlich) also zwei Menschen, wird die mitochondriale DNA weiter gegeben, weiter gegeben, weiter gegeben. Die Sieben Schwestern rufen Sinn – Sinn – Sinn – Sinn – Sinn – Sinn – Sinn. Wäre es anders, wäre nur „sin“ übrig geblieben. Wer lässt sich davon be-Herr-schen?
Träumender Singsang des Schwanes auf den Kanälen der Stadt, welche mich ruft.
Tränende Quallen im Wasser, welches mich überquert auf dem Weg dahin.
Tragende Grashalme, Tragische Held*innen, Trostvolle Worte in Garamond gegossen auf diesem ätherischen Papier, angefüllt mit Gedanken, die wuchern in mir und dann entlassen schön werden in den Gedanken, der anderen. Gedankenvolle Grüße an die Lesenden.
Johanna nion Blau
3. Juni 2026
(der Text Nummer fünfhundert auf meinem Blog 🥳)
Fantastische Spiegelbilder (30. Mai Lesung Leipziger Markt)
Lichter in diesem Land, verticken Gebrauchtes für die Quote. Keine Aurora, zu viel Boreales heute wieder unsere Nacht erhellt. Und in der Welt nur wieder mehr gewaltvolle Sprache, gewaltvolle Tode. Ich weine mich müde, nach wundervollen Abenden, Schuld frisst an meinem Kalten Herzen. Wie meine Glieder schmerzen, nach Tanz, nach Spiel, nach durchwachten Nächten. Wer zündet noch laute Kerzen, wenn sich ab Montag alle wieder knechten? Statt innehalten, hinter Dingen her hechten, die wir nie brauchten, ohne zu bezahlen. Der Preis, der Preis, das ist der verhängte Spiegel, der unser Lieben uns bewies und dann den Schmerz so sehr ins Dunkelste verwies. Der Schmerz des Fühlens, das Gegenmittel gegen all die klamme Pein des Alltäglichen. Besonders macht mein Leben vielleicht nur der Blick in diesen Spiegel, auch wenn es splittern sollte, wären all die Splitter mein.
Das ewige Kleinmachen, hat mich wütend werden lassen, so wütend, dass der Käfig, in dem ich hocke, ganz ausgebeult existiert in meiner Fantasie. Bin ich die, die ich war oder der, der ewig an die Türe geklopft hat? Gibt es überhaupt eine Trennung zwischen Selbst, dir und anderen? In Zuständen wabert das Gegenüber als Geist durch mich hindurch. Unangenehm und frei wir zu sein. In meiner Vorstellung sind zwei Ganze zusammen etwas neues Ganzes. Etwas Verbundenes: frei und gestärkt.
Aus diesen Fantasien und Geschichten möchte ich ausbrechen, möchte mich neu und neugierig erfahren, auch andere. Spaltungen aufheben, wie eine Schnur, die auf den Boden geworfen wurde, wann und von wem auch immer.
Ich als Mensch bin ganz, in meiner komplexen Charakterstruktur. Ich will gesehen werden, ich will Interesse erzeugen und in meiner Seele soll ein Licht entzündet werden, wie ich mit meinem Interesse Licht in den Seelen von anderen entzünden möchte. Die Liebe als Licht in dieser Zeit des Nebels. Die Liebe als Klarheit in Zeiten der Fragen ohne wahrhaftige Antworten.
Das Kleinste hat Freundschaft mit dem Größten geschlossen, wenn meine Hände Luft umarmen, ist da Sonnenschein, Welle oder Teilchen; ist da Regen, magnetisches Wasser von der Schwerkraft, in meine Hände gelenkt.
In allen Alltagsbegegnungen steckt eine Magie, welche Ohnmacht in Frage stellt. Die Zeit in meinem Kopf, sagt mir die richtige Stunde: zu Ruhen, zu Tanzen, zu Begegnen.
Das Handeln, ein Schweif aus Erfahrungen, Hoffnungen und Ängsten, thronend über der wagen Zukunft, wurzelnd in subjektiv erinnerter Vergangenheit.
Worauf ich hinaus will? Jede Zeit ist die richtige oder falsche, einen Sprung ins Ungewisse zu wagen. Die Frage ist: Bin ich bereit? Ist das Leben nicht so falsch oder richtig, wie unsere Vorstellung davon? Ist der andere Mensch mit seinen Wünschen, seiner Last, seiner Freude, seinem Leid und seinem Hoffen in uns ein Spiegel? Woraus besteht das Spiegelbild, außer aus schwerem Blei?
Mein Selbst ist die Summe von vielen Spiegeln, mein Ich ist eine Erinnerung an einen Traum. Doch ich erfinde mich neu, wenn ich erwache. Jeder Tag ist ein Versuch meiner Stimme, hörbar zu werden für mich und für andere.
Die Stangen des Käfigs, in dem ich mich regelmäßig wiederfinde, sind immer auch die Ängste des letzten Tages, der letzten Begegnung; mit anderen und mit mir selbst. Ruhe finde ich da, sammeln kann ich mich da. Meine Träume entwickeln sich da. Doch dann muss ich aufstehen, während der Käfig als Illusion sich entlarvt und auch wenn es kurz schmerzt in den Knochen, den Faszien, den Muskeln darin, dann weil ich ungewohnt aufgerichtet atme. Mein Körper, ein Wachstumsschmerz und ich fange an, daraus ein Lied zu dichten.
Mein Mund öffnet sich. Die Töne, entlockt der feinen Umarmung mit meinem Leben, entstehen. Der Blasebalg pumpt Luft in meinen Kräftigen Lungen, mein Leben atmet mich immer wieder ein und aus. Der Klang meiner Erfahrung ist das Klangexperiment, was ihr hört. Es beginnt …
Frieden allem Leben. Frieden aller Existenz. Wut in meinem Bauch, auf die, welche das Leben schänden. Wut in meinem Herzen, auf die, welche die Liebe für ihre Zwecke nutzen. Wut in meinem Kopf, auf die, welche die Lüge zelebrieren und die Wahrheit nackt verhöhnen.
Werte nicht Wärter sollten regieren. Sorgen in den Händen der falschen Menschen, vermehren sich wie der magische Brei im Märchen. Darum sollte Hoffnung die Währung unseres Miteinanders sein. Hoffnung sollte der Kompass sein, für unsere gemeinsamen Entscheidungen.
Wenn die Blaue Stunde beginnt, tanzt die antifaschistische Hexe mit den Ahn*innen, den Geistern, mit den Bildern ihres Unbewussten. So tanzt sie in Reigen ihresgleichen, im ewigen Kreis, um ihre Gedankenbilder zu begeistern. Und die Wut tanzt mit; stampft auf mit den Hufen. Und die Gnade dreht sich im Kreis gehalten von der Liebe. Hoffnung und Hass halten Spalier für die Gefühls-Polka durch den Wilden Garten Erde.
Fühl mich gehalten von meinem Fühlen, ich lass mich nicht mehr aufhalten, von was auch immer geschah. Jetzt ist die Zeit der Gefühle, und ich lade sie alle ein zum Wilden Tanz und dann zur Wilden Jagd.
Deer Woman, wo bist du, wenn wir dich brauchen? Warum gibt es hier keine mythologische Rache für Femizide? Warum scheint das alles so schrecklich normal?
Dem Geist, der mich um-haucht, steht der Rauch bis zum Bauchnabel. In meinem Denken keimt ein Setzling, die Herzförmigen Blätter suchen sich ihre Erde selbst aus. Prüfung und Siegel, dem Menschen, der mich will, wie ich ihn. Heilende Erde, heilendes Kraut.
Dass in allen mit Leid geschmiedeten Seelen, immer doch herzliche Losungen schwelen. Dass in vielen mit Liebe geimpften Herzen, die Hoffnung auf Allmende immer wieder aufkeimt und in Zukunft nahrhafte Früchte trägt.
Wer bin ich? Dazwischen. Das Leben schreibe ich, ummantele mich mit meinen Worten. Ich umgehe Fallen der Niedertracht, Schlaglöcher der Härte, hin zu ungekannter Freude. Ich schreibe mein Sternbild an den Himmel zu meinen Lebzeiten. Ohne Ovid zu kränken: meine Metamorphose braucht keine Götter.
Ich werde mein Schicksal so lenken, es könnte eine Sage sein, doch wahr wird alles: gelebt in diesem Fleisch, durch diesen Geist, mit dieser Seele.
Ich bin mit meinem Herzen, mit meinem Willen und mit meinem Verstand verwoben. Ich bin verwoben mit der Welt, der Gesellschaft, mit euch. All diese Verbindungen schmerzen und lassen mich gleichzeitig frohlocken. In meinem Organismus ist nichts allein. In mir kommt nichts nicht von außen. Wie soll ich mich schützen, vor dem was kommt? Ich schreibe dagegen an. Das ist meine Antwort auf eure Fragen. Und wenn ich stürze, fällt ein Baum der Erkenntnis wieder in Ungnade, und wenn ich stürze, ist die tiefe Nacht fast vorbei. Was folgt, überlasse ich eurer Fantasie.
Johanna nion Blau
Where does it hurt?
My chest almost collapsed, but not my heart, it’s beat is still rapidly engaged.
Yet my ears bleed of to much nonsense put into them by smoky mouths, happily enraged.
Now my lungs are full of crap.
Emotionally unavailable guys verbally fight for my attention.
I beam away, thinking about books and songs and motion pictures another human mentioned.
All I want is, that the truth of your soul speeks through your eyes to me.
And I wanna dance on your lap. 🙂
Don't want no villans smile of a stranger, that tries to put me back
In that wicked place of my thoughts, my sorrow, of his dreadful lack of words.
Don't want no harmfull laughter, which wakes me from a lot of promising dreams.
Light that flashes, light that beams, after seconds I know what to say:
I'd love to be rich of feelings, tender thoughts and laughter.
I'd live to be rich of moments to remember.
Taunting encounters enlightning my ever youthfull spirit.
The promise you made hurts me in my guts. I didn't keep it.
But I go on with the smiling eyes of a wounded warrior.
I go on with the flying hands, of a samurai, only that a keyboard is my sword.
I go on as, if I would die, should you catch my heart with your butterfly net.
Your the wrong human. Didn't approach to the right one yet.
20-04-2026 by Johanna nion Blau
Escher-Labyrinth – Essay über Ziele
Link zu Eschers Lithografien unmöglicher Architektur: https://www.escherexplained.com/ascending-and-descending
Für mich existieren aktuell im Linken politischen Spektrum keine Seiten, auf die ich mich stellen könnte. Es heißt: „No Border, No Nation.“ Es heißt: „Es gibt kein Richtiges Leben im Falschen!“ Es heißt: „No one is free, until everyone is free!“ Es heißt: „Solidarity is our weapon!“ Das ist alles in meinem Sinne, nur wo ist der Kompass, der den Weg weißt zu diesen Zielen?
Gerade befinde ich mich in M.C. Escher’s labyrinthischem Treppenhaus mit vielen anderen Menschen und versuche die Linien auf dem Globus in Diskussionen einzuflechten. Ich versuche menschlich zu denken, zu fühlen, zu bleiben und es fällt mir schwer, wenn die Politik so unmenschlich agiert und beschließt und kürzt an Geld, an Lebensqualität, an Selbstbestimmung, an Freiheit. Waren wir je wirklich frei? Ich hatte das Gefühl, wir sind auf dem Weg dahin. Wer ist wir?
Es scheint mir wie, ein gegen „die da oben“. Dabei habe ich gelernt, es gibt keine „Eliten“. Ich bin hilflos, ob der Gewalt in der Welt. Wie könnte ich dafür argumentieren anzugreifen? Wie könnte ich dagegen argumentieren, sich zu verteidigen? Die Industrien schleifen Menschen zu Werkzeugen, die Werkzeuge des Tötens in die Welt bringen, die dann gehandelt werden wie Gut, so schlecht sie auch nutzbar sind. Sie werden verbraucht und wieder hergestellt, produziert um Leben zu vernichten, um “Ordnung zu schaffen“ um Systeme aufrechtzuerhalten, die nicht funktionieren dürften, die Leiden schaffen; unendliches menschliches und planetarisches Leid.
In der Welt ist das Töten für Ressourcen, aus denen Dinge bestehen, die töten, ein Weg, der nirgendwo hinführt. Wir gehen diesen Weg „Tag für Tag“ aufs Neue und lenken unseren Geist dabei in andere Richtungen (dabei lenken wir Geschosse und Raketen auf „Ziele“), damit wir nicht zu sehr verzweifeln, um weiterzumachen oder wir verzweifeln, bleiben liegen für immer und andere steigen über uns, um weiterzukommen. Nur wohin? Wohin führt der Weg in Eschers Treppenhaus? Wir begegnen Menschen auf Augenhöhe, nur dass sie über Kopf an uns vorbei hasten. Wir steigen Treppen hinauf endlos und endlos steigen wir Treppen hinab. Wir sind gefangen in Wegen, die nirgendwo hinführen. Der Weg ist kein Ziel. Der Weg ist die Illusion, die in den Abgrund zeigt, den wir umwandern.
Die Aussicht zu gewinnen oder zu verlieren ist Antrieb in diesem System. Die Lose sind doch alle Nieten, auch die die gewinnen. Der Millionen-Lotto-Gewinn: Die Karotte, die dich weiterlaufen lässt. Dein Aktienfond bei deiner Bank, und du hoffst auf einmal, dass die Mieten steigen, dass der Weizen auf den Feldern verdirbt und die Ölproduktion stagniert, auch wenn du in einer 3-Zimmer-Mietwohnung das Müsli für die Kinder zubereitest und sie zur Eile rufst, weil der Berufsverkehr auf dem Weg zur Schule wieder schlimm sein wird.
Perspektiven: Das Hamsterrad oder die Karriereleiter, das Labyrinth, in dem wir das Gefühl haben, voran zu kommen, und alle, die in die Tiefe stürzen, sind „selbst schuld“. Ist das so? Die neuesten Kürzungen betreffen Menschen mit Behinderung, Menschen, die nicht in diesem Staat geboren worden sind, Menschen, die nicht arbeiten, alleinerziehende Eltern. Nicht die Masse, nicht die Mehrheit, oder? Wen betrifft es, wenn Betroffene in Armut gezwungen werden, oder in Arbeit, oder in den Tod? Warum fühlt sich gefühlt niemand betroffen, in den Ämtern und Behörden? Weiter Dienst nach Vorschrift. Dabei wird Hannah Arendt so zitiert:
„Kants ganze Moral läuft doch darauf hinaus, dass jeder Mensch bei jeder Handlung sich selbst überlegen muss, ob die Maxime seines Handelns zum allgemeinen Gesetz werden kann. […] Es ist ja gerade sozusagen das extrem Umgekehrte des Gehorsams! Jeder ist Gesetzgeber. Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen bei Kant. “
Und das ist so lange bevor es um das Töten von Menschen geht. Selbstmord in diesen System ist politisch. Das Individuum leidet so lange in diesem Labyrinth aus dem kein Ausweg möglich scheint, bis der dunkle unbekannte Abgrund für Verstand, Psyche und Seele verlockend wirkt. Systemversagen, wenn die Menschen, denen das System dienen sollte, ihm zum Fraß vorgeworfen werden.
Wie kann das Bruttoinlandsprodukt Wohlstand anzeigen und wessen Wohlstand zeigt es an? Warum haben wir keine Wohlbehagens-Skala eingeführt? Wer hat etwas gegen zufriedene Menschen?
Gern wüsste ich, wie es weiter gehen kann. Wir sollten nicht das Ende herbeisehnen oder uns in Nihilismus ergehen. Wir sollten, ja was sollten wir? Lasst uns miteinander reden. Lasst uns die Sonne genießen und den Tag, lasst uns darüber sprechen, dass es so nicht endlos weiter gehen kann. Zu viele haben nicht überlebt, zu viele können nicht mehr, zu viele werden ignoriert und damit überrannt. Wo ist die Rampe? Wo ist die Parkbank? Wo ist der Park zum Verweilen, zum Austausch, zum Planen der weiteren Schritte? Wo ist der Platz zum Demonstrieren, zum Zusammenkommen? Das Wir ist das, was zählt, das was wir haben, soll geschützt werden, gegen die, die es uns nehmen wollen. Wir haben Zeit, wir haben einander, wir haben wichtige Ziele vor Augen (Frieden, Wohlbehagen, Selbstverwirklichung, wirkliche Sicherheit, eine schöne Zukunft) und wir wollen endlich zusammen da ankommen.
Johanna nion Blau, 26.04.2026
Hauptwerke von M.C. Escher hier zu sehen: https://www.escherexplained.com/major-works
