Grün

Grün

Ich ziehe meine Kraft aus frischem Grün,
Ich wähle meine Worte mit Bedacht.
Der Holunderbusch gibt auf mich acht.
Und über allem weiße Wolken ziehn.

Ich wandle auf verträumten Wegen,
Nehm alles in mich auf.
Die Natur zieht ihren Degen,
Der Jahreskreis nimmt seinen Lauf.

So wie der Baum nach Regen grünt,
So öffnet sich mein Herz in neuer Milde.
Die Seele hat den Winter schon gesühnt,
Reih mich ein in die Frühlings-Dichter-Gilde.

JB-04-2016

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Schlag

Schlag

Tief gesunken ist der Uhren Schlag,
Nur um mir weh zu tun.
Will jetzt endlich ruh’n.
Morgen kommt ein neuer Tag.

Voller Leben meine Hoffnung,
Träum‘ den großen Traum.
Meine Liebe ist ein Raum,
Morgen kommt Heilung.

Krankheit ist nicht mein Weg.
Schlage Haken,
Ford’re Taten.
Sonne zeigt mir den Steg.

Glanz und Gloria.
Ford’re Schatten auf zu gehen.
Werd jetzt über allen Teufeln stehen.
Ich bin ganz nah.

JB-03-2016

Mars

Mars

Venus liegt über Schatten gebeugt in meinem Innern wie Blei
Ich bin nicht bereit zu vertrauen
Wenn ich mich öffne, fließt Asphalt auf meine Seele
Gebratenes Fleisch mag niemand zu berühren
Teure Überwindung auf Flächen aus Katzenköpfen

Neuer Mond, Aufbruchstimmung
Ich gehe unter an Deiner Hand
Niemals wirst Du mich berühren
Hab Angst vor dieser Wahrheit
Kann doch Deine Nähe spüren

Gewundener Pfad der Liebe
Fuchs und Schlange in meinem Leib
Quell des Versprechens über mir
Verbleibe in Träumen gefesselt
Treu Deiner Seele, lache ich bis zum Morgengrauen

Venus in mir, Du spielst Mars
Keuschheit hat nichts gebracht
Rat und Suche, Stimme und Gebahren
Zuflucht im offenen Haus
Leise begebe ich mich hinab in die Strömung

JB-02-2016

Lili

Lili

Zerrissener Schlaf

Wie Seide dein Hauch
Schneeglatte Haut

So warst du für sie

Deine Augen malen Vergangenheit
Du gezeichnet von deiner Liebsten

Wie schwer die Verkleidung
Wie leicht dein Fuß im Kleid

Endlich da und wahr
Und vorbei

JB-02-2016 (nach dem Film „The Danish Girl“)

Thomas G.

Thomas G.

Hab ich Dich zerstört?
Deine Leber zerfressen?
Will Dich nicht vergessen
Hab‘ Deinen Ruf nie erhört

Co-Abhängigkeit seit meiner Kindheit
Wie ein flüssiges Kleid
Mit Küssen von Leid befreit
Sag Du mir, warum er schreit

Zu schlau zu leben warst Du
Immer drei Schritte voraus
Nun ist Dein Leben aus
Kommst Du jetzt endlich zur Ruh?

Getroffen hab ich Deinen Geist
Geredet über Gießkannen
Wie sie Dich holen kamen
Mein Herz war zu früh schon vereist

Hätt‘ ich Dich retten können?
Kaputt wie ich bin
Mein Herz, meine Seele flog zu Dir hin
Wollt Dir doch die Nähe nicht gönnen

Nun bist Du tot
Nun bist Du nicht mehr hier
Was bleibt ist ein Kuss im alten Revier
Und ich hab‘ mit Liebe meine liebe Not

JB-02-2016

Volk und Flucht

Volk und Flucht

Türen zugeschlagen.
Abendland gewaltig und drohend.
Was sie alle zu sagen haben,
Klingt nach Gewalt, Vernichtung, verrohend.

Wenn wir unter Brücken schlafen,
Trifft uns selbst die harte Hand.
Wehe, wenn wir Hunger haben,
Flüchten in ein anderes Land.

So viel Angst und Hass und Eifer,
Rufen sie nach alter Härte?
Tiere scheint es, Maul mit Geifer.
Wo sind nun die Kant’schen Werte?

Freiheit, Frieden und auch Wohlstand,
Mitbestimmung, sicher Wissen.
Grenzen machen noch kein Land.
All das sind Werte, die wir schützen müssen.

Schützen müssen wir auch Leben,
das hier bei uns Zuflucht findet,
Vor der lauten, braunen Meute,
Die alte Mär jetzt neu verkündet.

Ich kenne keinen Krieg.
Ich kenne keine Not.
Doch was ich sehr gut weiß:
Wir sitzen alle im selben Boot.

JB-02-2016

Pläne schmieden

Pläne schmieden

Voran, den Sinn im Blick
Keine Qualen mit Geschick
Will baden in Zuversicht
Endlich vorbei der Verzicht
Will hoffen und scherzen
Nieder mit den Seelenschmerzen
Die Arbeit ruft
Ich geh ihr nach
Weg ist der Schuft
Neu ist der Tag

JB-01-2016