Lili

Lili

Zerrissener Schlaf

Wie Seide dein Hauch
Schneeglatte Haut

So warst du für sie

Deine Augen malen Vergangenheit
Du gezeichnet von deiner Liebsten

Wie schwer die Verkleidung
Wie leicht dein Fuß im Kleid

Endlich da und wahr
Und vorbei

JB-02-2016 (nach dem Film „The Danish Girl“)

Thomas G.

Thomas G.

Hab ich Dich zerstört?
Deine Leber zerfressen?
Will Dich nicht vergessen
Hab‘ Deinen Ruf nie erhört

Co-Abhängigkeit seit meiner Kindheit
Wie ein flüssiges Kleid
Mit Küssen von Leid befreit
Sag Du mir, warum er schreit

Zu schlau zu leben warst Du
Immer drei Schritte voraus
Nun ist Dein Leben aus
Kommst Du jetzt endlich zur Ruh?

Getroffen hab ich Deinen Geist
Geredet über Gießkannen
Wie sie Dich holen kamen
Mein Herz war zu früh schon vereist

Hätt‘ ich Dich retten können?
Kaputt wie ich bin
Mein Herz, meine Seele flog zu Dir hin
Wollt Dir doch die Nähe nicht gönnen

Nun bist Du tot
Nun bist Du nicht mehr hier
Was bleibt ist ein Kuss im alten Revier
Und ich hab‘ mit Liebe meine liebe Not

JB-02-2016

Volk und Flucht

Volk und Flucht

Türen zugeschlagen.
Abendland gewaltig und drohend.
Was sie alle zu sagen haben,
Klingt nach Gewalt, Vernichtung, verrohend.

Wenn wir unter Brücken schlafen,
Trifft uns selbst die harte Hand.
Wehe, wenn wir Hunger haben,
Flüchten in ein anderes Land.

So viel Angst und Hass und Eifer,
Rufen sie nach alter Härte?
Tiere scheint es, Maul mit Geifer.
Wo sind nun die Kant’schen Werte?

Freiheit, Frieden und auch Wohlstand,
Mitbestimmung, sicher Wissen.
Grenzen machen noch kein Land.
All das sind Werte, die wir schützen müssen.

Schützen müssen wir auch Leben,
das hier bei uns Zuflucht findet,
Vor der lauten, braunen Meute,
Die alte Mär jetzt neu verkündet.

Ich kenne keinen Krieg.
Ich kenne keine Not.
Doch was ich sehr gut weiß:
Wir sitzen alle im selben Boot.

JB-02-2016

Pläne schmieden

Pläne schmieden

Voran, den Sinn im Blick
Keine Qualen mit Geschick
Will baden in Zuversicht
Endlich vorbei der Verzicht
Will hoffen und scherzen
Nieder mit den Seelenschmerzen
Die Arbeit ruft
Ich geh ihr nach
Weg ist der Schuft
Neu ist der Tag

JB-01-2016

Aufwind

Aufwind

Vorbeigesaust in eil’gem Schritt
Das Glück war da, ich wollte mit.

Vorbei, wenn alles anders wird,
Wenn die Sonne aus sich den Mond gebiert.

Wenn ich dann tanz‘ von Stern zu Stern,
Dann sage mir, Du hast mich gern.

Wenn ich dann weine an dem Fluss,
Geh sacht zu mir mit leichten Fuß.

Und tröste mich mit deinen Händen.
Sie können das und Schicksal wenden.

Wenn alles and’re Leid verspricht.
Unser Leben sich mit Licht verflicht.

JB-01-2016

Die Kunst

Die Kunst

In mich hineinlächelnd,
Die Zeichen an der Wand zu deuten.
Ach, was für geheime Freuden,
Ein Bild wie meinen Traum zu deuten.

Schneeengel, Halsschmuck,
Kunst, die alle Wege ziert.
Damit die Menschheit nicht mehr friert.
Angst und Kummer an Boden verliert.

Ich träume, wenn ich Kunst beseh‘
Und Zeilen lese in dieser wirren Zeit.
Bilder schau, welch‘ hohes Geleit.
Bin dann von allem Hohn befreit.

Zeig mir ein Gemälde,
Ich sehe Dein Gesicht.
Ich frage und ich ford’re nicht.
S’ist immer Kür und niemals Pflicht.

JB-01-2016

Glanzlichter

Glanzlichter

Die Welt dreht sich weiter,
Egal wie ich mich fühle.
Die Welt dreht sich weiter,
Egal in welchem Haufen Leid ich grad wühle.

Da kommt das Glück getanzt,
Fühl mich auf einmal wohl.
Da kommt das Glück getanzt.
Alles Reden scheint hohl.

Umarme meine Freunde,
Wir wünschen uns Gesundheit.
Umarme meine Freunde,
Die Zeit legt ab das alte Kleid.

JB-12-2015