You know what I’ve been through
You’ve been through it yourself
Run Girl Run
Put your heart on a shelf
‘Till it is safe to feel again
‘Till you are seen and loved
By yourself and someone else
It is possible, it is a craft
He did never learn
So Run Girl Run
You don’t have to earn:
Love, Attention, Trust or Truth
This is a dead end
U-turn and start again
Run girl Run
Till a bright eye meets you on the way
Wishes you the best
And loves you all the same
Johanna nion Blau, 20.08.2025
Schlagwort: Wandel
Anstoßen
Ich stoße öfter an Dinge.
Oder stoße ich eher Dinge an,
Da ich mich nicht mehr klein mache?
Ich ecke öfter an Menschen an.
Oder stoße ich sie eher ab,
Weil ich mehr ich selbst bin?
Ich fühle mich hingezogen, angezogen, ungezogen, ungelogen.
Und die Menschen, die bleiben, feiern mit denen, die dazustoßen,
Um anzustoßen.
Johanna nion Blau, 18.08.2025
Immerfort schreibt sich das Leben in die Augen ein
Im Gras flitzen Hasen, die Abendsonne, steckt das Licht in Brand, die Hasen rennen durchs Feuer, Terry schaut zu, gebannt. Hat sein letzes Buch in der Hand. Die Kreidefelsen rufen.
Vertrautes scheut vor neuen Särgen. Das Leben, wie es Suppe in Sieben verteilt. Doch ich bin hier und schreibe. Das ist das, was mich vielleicht heilt.
Wille und Versuche. In meinen Händen seh ich viele Risse. Der Schmerz zu handeln, weckt die Hindernisse. In meinem Kopf verweht das Jetzt zu dort und klarem Nein. In meinem Herzen fängt es an zu schreien.
Ich schreibe fürs Erinnern alles auf. Lass den Gefühlen in Bahnen ihren Lauf und bin umsorgt von meinem Inneren. Die Füße laufen. Bald tanzen sie wieder. Springen übers Feuer wie die Frühlingshasen. Leben und leben lassen ist das Motto eines Wilden Rasens.
Immerfort schreibt sich das Leben in die Augen ein. Immerzu singt das Herz den lieben ein neues Lied. Ich möchte nicht verhandeln, das Liebe wichtig ist. Dafür ein Wachssiegel: Herz mit Schlüsselloch. Ich habe den Schlüssel. Verleih ihn gern. Und doch sag ich Ja vor allen andern zu meinem Selbst, meinem Willen, meinem Handeln.
Johanna nion Blau, 20.04.2025

Wenn ich Erde und Mond in meine Träume lenke
So seufzt dein Auge mir entgegen.
Zuerst erspart mein Leid mir Mitgefühl.
Dann will ich dir ergeben meine Stimme sanft erheben.
Doch bleibt dein Herz gebrochen, fast wie ein Fossil.
In meiner Mitte fehlt die Spur.
Und ohne dich baumle ich herum ganz eingewoben.
Die Spinne des Schicksals will meinen Schwur.
Ich soll mein Glück für mich allein erproben.
Die „Macht des für sich Seins“ soll ich erkunden,
Die in so vielen meiner Stunden bebt.
Für wen habe ich sie einstmals denn erfunden,
Wenn meine Seele einsam neben allen anderen Menschen schwebt?
Wenn ich jetzt und hier deinen Namen denke,
Sind Raum und Zeit reine Illusionen.
Wenn ich Erde und Mond in meine Träume lenke,
Wirken spannungsvolle Kräfte, die auch uns innewohnen.
Die Gischt der Wellen zeigt die Kraft des Mondes.
Er zieht am Meer, an Kronen und am Stein.
Die Erde gibt sich hin, sterblich wie alles.
Materie ist Energie gepresst ins Sein.
Was uns wachsen macht, sind zwischenmenschliche Bindungen.
Die Liebe kommt und geht, wie die Gezeiten.
Im Fluss folgt jeder Tropfen des Bettes Windungen.
Wasser ist Wandel, auch für die die bleiben.
Meine Macht ist Liebe; sieh mich Bäume pflanzen.
In jedem Sprössling wächst der Welten raue Kraft.
Ihr Tagwerk ist das Geben: Blätter, die im Winde tanzen.
Und das Nehmen gehört vollständig der Nacht.
Johanna Blau, Januar 2024
Glaszeitalter
Scherben im Sand, Glaswurzel vom Blitz geformt und in den Strand eingebrannt. Wie selten die Form das Sein bestimmt und Donnergrollen Klarheit schafft. Im Untergang der Sonne spiegelt sich Tiefe wider, Anfangs einander so leichtfertig versprochen. Wandelbar der Wille für sich selbst einzustehen. Perlen der Kraft, die in Muscheln der Muße heranreifen. In den Himmel eingehen, die Tore bilden, die die Engel durchschritten. Und mit den Menschen litten, bis die nicht mehr glaubten zu hoffen. Erträume mir jetzt kräftige Glieder, um mich auszurichten am gerechten Wirken. Nicht um zu richten, doch um zu verstehen. Unter Birken sähe ich den Mut meines Herzens in die Welt, auf das die Pilze wachsen und das Geflecht darunter ausstrahlt meilenweit in unsere Zukunft. Spiegel der Zukunft? Gläserne Menschen streben nach Durch-Lässigkeit. Für Vermutungen wohl nicht mehr die Zeit. Sie wollen Glas-Klarheit in Gesprächen wie in Gedanken. Kein Wesen soll mehr zerbrechliche Gefühle hegen. Kein Zweifel soll mehr sich um unsere Körper ranken. Kein Geheimnis sollen sie mehr pflegen, welches sie ins Wanken bringt. Wie die Dämme brachen im Zeitalter des Glases. Und die Verbindung abrach, nachdem sie so unendlich viel geteilt hatten. Und doch will ich jetzt und hier anders leben und meinen Kern schmelzend auf die Reise schicken, wenn ich das Gefühl habe zu fallen. Vorher ohne Plan das Ruder kreisen lassen auf meinem Lebensweg. Bis zum Vulkan der Liebe reisen, um dort vielleicht sogar gänzlich zu verglühen. Als Lava mich ergießen und neu geformt werden von der kalten blauen See. Der Kreis ist vollendet, wenn ich wie Phoenix auferstehe. Als Erde wieder das Myzel und die Wurzeln berge. Das alles in Sekunden oder Jahrhunderten, wer weiß schon, wie die Zeit fließt, wenn alles sich bewegt. Im Glaszeitalter, in dem Schrott-Satelliten durchs All torkeln. Der Mond sich wandelt und die Fluten fällt. Wie ein Herz in der sonst unendlich kalten Welt, ein Stern auf seiner Bahn uns alle erhält. Der Planet seine Hülle vielleicht behält. Der Mensch wieder Erde statt Glas bestellt. Johanna Blau 07-2021

Versuche im Fluß zu schwimmen. Verjage die Schwärme der trüben Gedanken. Will an Land nicht mehr wimmern, Will nicht mehr wanken, Und doch: Ich mal mit Schatten meine Liebe nach. Fürchte mich vor dem, was ich mir selbst versprach. Johanna Blau, Juli 2021

Darüber hinaus
Was Ermächtigung für mich heißt:
Ich erkämpfe mir meine Freiheit (zurück)
Ich erprobe, wie weit ich gehen kann
Ich ertaste Grenzen und überwinde sie
Teste aus
Ich gehe, so weit ich kann
Und darüber hinaus
Was Ermutigung für mich heißt:
Mein Leben zu leben
Ein Beispiel zu geben
Wie es auch laufen kann
Krisen anzusprechen
Und wie ich sie durchlebt habe
Probleme zu erläutern
Und wie ich sie gelöst habe
Was Entstigmatisierung für mich heißt:
Eine Krise schwächt Selbstwert, Körper nicht zuletzt Geist und Seele.
Das Umfeld re-agiert oft aus Angst, Unwissenheit, Sorge und auch mal aus Ignoranz.
Schuld ist die Folge für mich, Scham ist die Folge für mich, Angst ist die Folge für mich, Rückzug ist die Folge für mich:
STIGMA
Ich hole mir meine Unschuld zurück, ich hole mir meinen Mut zurück, ich hole mir meine Luft zum Atmen zurück, ich hole mir meine Neugier zurück auf die Welt, auf mein Wesen, auf meine Gefühle.
All das ist für mich wichtig, um zu gesunden.
Und das ist möglich: Gesund werden an Geist und Körper. Auch in dieser Welt.
Und dann anderen zu helfen, daran zu glauben und darauf zu hoffen, dass es wieder besser wird.
Leuchturmlicht
Was auch geschehen ist, ich will nicht im Trüben schwimmen.
Was auch passiert, ich will leben und das selbstbestimmt.
Klare Sicht auf das Heute ist mein Ziel, das Gestern und das Morgen verschwimmen im Spiel
der Gefühlsgezeiten, will darunter nicht mehr leiden und den Faden weiterspinnen, der mein Schicksal lenkt.
Eingedenk, derer die helfen, die da sind, die zuhören, die aufstehen und einstehen für sich und andere.
Ich will nicht kaputt gehen am System, ich will es entern und meine Sicht der Dinge offenbaren.
So wie wir waren, das ist geschehen, so wie wir sein werden, das wird entstehen, egal wie auch immer wir planen.
Und darum, bin ich gefahren und bin gelaufen und angekommen im Lauf der Wesen und dem Fluss der Gefühle, ich dreh mich um mich, ja, aber auch um meine Lieben.
Dieser Kreislauf wurde von mir nun achtsam aufgeschrieben.
Ein Lied für die Seele, die aufsteht und geht, wenn es nicht mehr geht, die sich hinsetzt und ausruht, wenn nichts mehr um sie steht, die wächst, wenn es regnet, die im Wald spaziert um Ruhe zu tanken, die in der Stadt umherstreift, um zu tanzen, die die Welt sieht im Ganzen.
Und warum nicht Blumen gießen, die in den Himmel schießen?
Das Ziel: Will wie ein Leuchtturm mir den Hafen weisen, glühen und flimmern und weiter leben und träumen und schreiben, für andere Zeiten.
JB-09-2018
Mein Dank geht auch an den Offenen Dialog Leipzig e.V.
