Laufen

Laufen

Ich schreite voran,
Solange ich kann.
Andere können nicht mehr laufen.
Mit ihnen will ich nicht tauschen.

Aber ihr Wille ist sagenhaft.
Er gibt ihnen unbändige Kraft.
Grandios, wie sie sich zusammen raufen.
Diese Stärke kann man nicht kaufen.

Will lernen so stark zu sein.
Will lernen, trotz allem zu gehen.
Will wandern und Sterne sehen.
Verlass‘ die Welt vom schönen Schein.

Wenn ich dann wandere,
Berge erklimme.
Bin ich bei mir,
Sprech mit meiner Stimme.

Ich laufe auf diesem Weg,
Hab nichts anderes zu tun.
Die Zeit bleibt stehen.
Das Universum schaut zu.

JB-12-2015

Wolfswüste

Wolfswüste

Wolfswüste, da wo ich bin
Wieder mittendrin
Seh‘ keinen Sinn im Bleiben
Fang an zu Schreiben

Wenn ich so ungelenk
Lang drüber nachdenk
Wer mich erhört
Ist nicht verwirrt

Wolkenlose Stille
Die ich mit Worten fülle
Mit innerer Stärke
Geh ich zu Werke

Mit Feindbildern zu Hauf
Geh ich nach Haus
Verschwindet dieser Blick
Zeigt sich mein Geschick

Unverschämt ist wunderschön
Will nur nach oben Sehn
Verkleide mich als Geisha
Das finden Männer unnahbar

Im Rotlicht ein Segen
Verwegen ungelegen
Mörderisches Glück
In den Wald zurück

Stille Tigerzeit
Bin noch nicht bereit
Will noch nicht verstehen
Wohin wir gehen

Klatschend in die Unterwelt
Bin noch nicht bestellt
Gitarrenspiel mir zu Füßen
Will nicht länger büßen

Tanzend in den Untergang
Welch schöner Klang
Reisen in die Zeit
Ohne Geleit.

JB-12-2015

Wild

Wild

Du siehst wild aus.
Springst mit den Schattengängern.
Lachst über Rattenfänger.
Spielst süße Weisen.
Gehst gern auf Reisen.
Hältst Dein Herz in der Hand.
Gehst wieder unter Land.
Lass sie hinter dir.
Bist jetzt ein starkes Tier.
Wort und Geleit in diesem Kleid.

JB-11-2015

Bestimmung

Bestimmung

Wohin verweht es mich?
Ist doch unglaublich!
Was die Welt gibt.
Was mit mir geschieht.

Zieh‘ eine Nummer,
Sonst gibt es Kummer.
Bleib nicht stehen,
Sonst wird was geschehen.

Arbeiten heißt das Gebot.
Sonst schlechte Zukunft droht.
Geschäft oder Untergang.
Für mich ein Missklang.

Will mich verwirklichen.
Kreativ unter Möglichen.
Will die Welt begreifen.
Das Alles muss doch reifen.

Brauch etwas Zeit,
Der Weg ist so weit.
Will mich erfahren,
Muss dafür sparen.

Wenn Menschen fühlen,
Die Welt mit Herz füllen.
Bringt uns das Sicht,
Gibt uns Gesicht.

JB-11-2015

Lichtort

Lichtort

Da geh ich in Gedanken hin
Dahin wo auf der Wiese Blumen blühn
In vielen Farben sich ergießen unter Bäumen
Wenn ich da ankomm, ist es Zeit zu träumen
Und die Gedanken tanzen neue Wege entlang

JB-11-2015

 

Geduld

Geduld

Worauf warte ich mit weichen Knien?
Warum verstecke ich mich unter Decken?
Ich will aufwachen, die Welt entdecken.
Will mit offenem Herzen nach Draußen ziehen.

Nicht mehr lang, dann wage ich den Sprung.
Nur noch kurze Zeit, dann finde ich die Kraft.
Keine Furcht mehr vor der Einzelhaft.
Die Träume werden wahr und das bedeutet Heilung.

Wenn ich die Spur verliere, helfen mir die Leute.
Wenn ich mein Herz verschenke, rettet mich die Glut.
Werde einig mit der Lebensflut.
Erfreu mich an der tanzenden Meute.

Brauche ich jemanden um aufzutauen?
Sing ich nicht allein die schönsten Lieder?
Fühl mich lebendig bis in alle Glieder.
Freunde sind da mich aufzubauen.

Für all das brauch ich doch Geduld.
Der Hexenkessel schenkt die tollsten Tränke.
Brauch keine Bosheit und auch keine Ränke.
Bring mich zurück zur ersten Unschuld.

JB-11-2015

Traumgeschichten

Traumgeschichten

Sobald ich schlafe, geh ich durch die Tür,
Erlebe Traumgeschichten.
Will mein Leben darin richten,
Sammle viel dafür.

Sobald ich träume, pack ich meine Sachen
Und reise durch andre Welten.
Verliere viel. Was will man machen?
Will gar nichts mehr gelten.

Solang ich schlafe, träum ich für das Leben,
Durchstreife Abenteuer.
Sobald ich aufwach‘, will ich sie aufheben,
Schreib sie auf in mein Buch, sind sie auch ungeheuer.

JB-11-15