Für mich

Für mich

Wenn ich tanze, dann für mich.
Symbole in Reigen gewogen.
Grenzen im Rhythmus gesprengt.

Wahn kommt auf und verbindet mich mit allem.
Trotz kommt auf und teilt mich in Jahrzehnte.

Wenn ich schreibe, dann für mich.
Kreiselnd zur Ruhe.
In mir erwacht Stille.

Wenn ich schweige, dann für mich.
Und der Tag geht vorbei, wie die Nacht sich teilt.
In der Stille meiner Worte auf Papier.

JB-12-2014

Wegemut

Wegemut

Ich wandle wagemutig.
Ich suche Blätterberge auf
und alsbald wird mir Licht und kalt.
So lebe ich hier unter euch.

Mit Pfand im Herzen,
mir selber treu.

Die Heiterkeit hilft selber helfen.
So wie ich schreib,
bin ich befreit
und wünsche eine neue Zeit herbei.

JB-11-2014

Worte und Taten

Worte und Taten

Ich hör nicht hin.
Kein Sinn für diese Gedankenwelten.
Ich höre nur, was ich sehe.
Ich liebe nur, zu wem ich gehen kann.
Verweigere mich den Kopfspalten,
will meine Welten selbst verwalten.

Durch diesen Graben soll die Liebe strömen – Selbstliebe und Zuneigung zu anderen.
An wen sich wenden?
An alle, die mich anschauen.
An wen sich richten?
An alle, die Sinne haben, mich zu erhören.

Müde schaut die Welt in den Graben der Unruhe.
Wer verzweifelt ist, liest nicht mehr – weder Gedanken noch Worte.

Wenn ich tanzen will.
Wenn ich tanzen will im Taumel,
träum ich von Einigkeit,
vom Ganzsein in der heilen Ebene,
träum ich von Küssen und von verliebten Blicken.

Wenn ich heiser bin, klagen sie für mich.
Wenn ich unsicher bin, weisen sie den Weg.
Ihr Worte aus fernen Welten,
Ihr Worte aus neuen Zeiten,
Ich bin wo ich bin und nähre mich an euch.
So dass ich fliege, so dass ich reise und mich wieder finde.

JB am 7. November 2014

The longest time

The longest time

Today I waited for you the longest time
and now you are back again
in my heart but never here to touch

We danced through a coloured cloud of light
Two dark winged puzzled Sphinxes
hoping for another day together

This would be the time to moan,
but there is no space
this is the time to love but where are you?

Hoping for another word you go to sleep
and still you are dreaming for this soul you are longing for
Where is your love my love?

JB 8-2014

Mandelblüten

I. Zwei Seelen schweben vor sich hin
und träumen voneinander.

Wer glaubt, dass sich das alles find,
hat Hoffnung für das innre Kind.
Wo gleichen wir einander?

Wenn sie dann schweigt und ihn umkreist,
Ganz halten sie sich wieder.

Und wenn sie wissen, wo sie sind,
Dann wächst wieder der Flieder.

II. Smaragd und Bernstein
Versuchend rein im Sonnenlicht
und was er denkt und was sie spricht.

Durch Tage, Nächte, Morgen streifen
und auch die Putzfrau will begreifen.

Was mich hier hält, ist seine Sicht
und wer er ist und wie er bricht.

Und wenn zwei Welten sich berühren,
dann dürfen dass auch andre spüren.

III. Blumengrüße
Glockenblumen meine Augen,
Sonnenblumen meine Haare,
rote Rosen meine Lippen,
will dich endlich damit küssen.

JB 8-2014

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Reisende

Reisende

Wie wir uns bewegen
Vor- und rückwärts in der Zeit.
Erinnern uns an Morgen
Und tragen jenes Sternenkleid.

Ein Kubus uns zu heben.
Ein Kreis uns zu umschließen.

Ein Baum uns zu beleben
Umkreist von Sonnenfliegen.

JB 2014-08

(in Anlehnung an den Film „The Fountain“ von Darren Aronowsky)

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Vergessen

Vergessen

Tief unten schwebt das Erinnern.
Die Tage sind lang gezogen.
Hätte gern wie Amor Pfeil und Bogen,
Damit alle anders werden.

Hätte gern jetzt volle Stimme,
Um mich selber aufzuklären.

Bin zum Schweigen gehalten,
Sonst vergess ich zu verwalten.
Denn nur ich weiß:
Wir müssen uns nicht spalten.

JB 2014-8

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