Herzkammern (Version 2)

Mein Herz hat Räume und Türen.
Mein Herz hat Kammern und Klappen.
Mein Herz pumpt Blut durch Meinen Körper,
Will diesen Fluss nicht kappen.

Mein Leben verdankt sein Leben allen Andern,
Doch dank ich mir am meisten.
Wer kann sich Langweile leisten,
In meinem Alter, mit meinen Leisten?

Ich schreibe über Herzen als Organ,
Ich schreibe über Herzen als Idee.
Wenn Leben wie Lieben sei, ich fleh’ euch an;
Lasst die Liebenden sich finden auf dem Höhepunkt der Stadt.

Mit ihrer Botschaft für die Welt.
Und wer ist davon satt?

Lasst die Herrschenden uns binden;
An Werte, an Gesetze, an die Wahrheit der Tat.
Lasst uns das, was wir finden, wenn wir träumen
Nicht mit Blatt-Gold säumen.

Denn aus Holz und Wasser sei mein Haus,
Der Himmel sei mein Dach, mein Futter Applaus:
Für das Lieben und Leben, für das Helfen und Hegen,
Für das Leben und Lieben, für das Weben und Wiegen.

In meinem Leben, bin ich die Instanz.
In meinem Lieben, tanze ich den gewagtesten Tanz.

Meine Schatten fressen alle, die schweigen.
Mein Licht teilt sich mit, denen, welche sich vor der Liebe neigen.

In meinem Herzen gehen die Lichter an.
Der Fluss der Liebe bricht sich Bahn.
In meinem Herzen gehen die Lichter aus.
Trifft mich der Fuß der Härte, schlägt mich die dumme Faust.

Will heute die Punk-Oper erleben und mein Sein genießen,
Bin ich erst Punk-Opa,
Will ich den alten Zeiten genüsslich gedenken
Und mein Erinnern täglich gießen.

Gerade macht das noch keinen Sinn.
Ich bin doch mittendrin.

Johanna nion Blau,
03.07.2026

Ein steinerner Kokon

Hab mich umgeben mit schlechtem Atem
War geduldig mit falschem Schein
Der Rückzug in meinen heiligen Garten
War notwendig, hier nun nur Ruhe und Sein.

Hab mich selbst doch eingesponnen in Beton
Schwebe im Raum umgeben von steinernem Kokon
und angefüllt mit Schmerzen
Die, die ich war, löst sich auf, um die, die ich werde, zu herzen.

Das Wandern in der Dunklen Stunden
Das Sein in sich; wie zerfurcht und eingegraben: Wut
Es lastete auf mir, es schützte mich, ich trug
Mich hin zu meinen alten Wunden.

Nun möchte ich mich zeigen
Der Welt und allen, die darin schweigen
Wie sich lösen aus dem Stein, der mich umgibt?
Da, die Scherbe der letzten Aufregung, die mir vergibt,

Wenn ich sie aufhebe,
Sie ist die diamantene Träne.
Wie sie edel den Beton zerfetzt.
Damit ich mich, in diese Welt neu säe:
Flügelschlagend, schillernd, Raumgreifend und jetzt.

Johanna nion Blau, 13. März 2026



Ach du

Heizen nützt nichts mehr
Mein Herz ist ein Kaltes Meer
Ohne jemanden, der es mit seinem Atem wärmt
Der sagt: "Ich liebe es, dich zu lieben, von dir will ich immer nur mehr."
Johanna Nion Blau, 5.12.2025

Mein Ganzes Leben Schenken

Die Kälte strömt um meine Finger, 
Das Herz pumpt Wärme in bekannten Kreisen.
Zerreißt die Welt, ich will sie wieder preisen.
Fügt sie zusammen als viel mehr, nicht mehr geringer.

Das Leben, welches an meine Türe klopft,
Schenkt mir Unbändigkeiten,
Das Du, um welches nicht nur meine Augen streiten,
Will Klarheit in Worten, wie das? Viel zu verkopft.

Mit meinen Worten schütte ich aus Gefühle,
Die unendlich oft gefühlt, von unendlich vielen Lebewesen.
Wär’s jetzt vorbei, wär’s das jetzt gewesen;
Meine Erinnerungen wären bei all jenen, für die ich fühlte und noch immer fühle.

Dass die Liebe siegt, will ich nicht sagen,
Doch Momente, die vorbeiziehen, wollen das ich’s schreibe.
Ich hier am Gedichte sitzen bleibe,
Um festzuhalten: ich will es endlich wagen.

Mein Ganzes Leben dir verschenken,
Denn alles bringe ich dir mit:
Tragik, Komik, Glück und Missgeschick.
Erfahrung halt, lass uns dies Leben bald gemeinsam lenken.

Johanna nion Blau, 5.12.2025

Wir bauen am Floß für die kommenden Wogen

Ich will von Dunkelheiten singen, die Niemanden schaudern, lass uns mit unseren Ängsten plaudern.
Ich will vom Unbekannten singen, das Potenziale bereit hält, lass uns nichts erwarten und aufspringen, wenn die Gelegenheit vorbeischnellt.

Wie kann ich mir Glück vorstellen, das mich trägt?
Welcher Plan taugt für mich, ist es nicht zu spät?
Niemals! Das Atmen fällt mir leichter, auch bei wenig Raum, viel mehr in großen Sälen.
Vertraute Stimmen zeigen mir, wie ich mich raumgreifend versprühe.
Ich sitze gemütlich unter einem allwissenden Baum.
Will mich nicht mehr mit Fragen quälen.
Das Leben, wie ein Fluss, der mich stetig beschenkt.
Das Lieben, wie ein Kuss, der meine Sinne lenkt.
In all dem verwoben, weiß ich, was ich will.
Nur da dieses alte Gefühl:
„Das steht mir nicht zu, das ist besser als ich.“
Dieses Gefühl in mir, halte ich, umarme es mit nostalgischem Griff.
Lass es dann fliegen. Einfach wird sowas nie sein. Doch es wird leichter.

Wie mein Gang durch unbekannte Gassen; der Weg, den ich beschreite, fächert sich vor meinen Füßen auf, die tanzen, wenn ich in mir Töne forme. Umgeben von Menschen, will ich meinen Weg besingen. Bei der Quelle der Hoffnung in die Weite blicken, in der Nähe finden, was ich mir wünsche.
Gestrandet, ja, wie wir alle, doch verbindend versammelt mit dem Wunsch, die Liebe zu leben und auszuloben. Wir bauen am Floß für die kommenden Wogen: der Gefühle, des Selbst, der Luft, die unsere Lungen füllt, den Kopf weitsichtig erhoben.

Johanna nion Blau, 10.10.2025

Run Girl Run

You know what I’ve been through
You’ve been through it yourself

Run Girl Run
Put your heart on a shelf
‘Till it is safe to feel again
‘Till you are seen and loved

By yourself and someone else
It is possible, it is a craft
He did never learn

So Run Girl Run
You don’t have to earn:
Love, Attention, Trust or Truth
This is a dead end
U-turn and start again

Run girl Run
Till a bright eye meets you on the way
Wishes you the best
And loves you all the same

Johanna nion Blau, 20.08.2025

Anstoßen

Ich stoße öfter an Dinge.
Oder stoße ich eher Dinge an,
Da ich mich nicht mehr klein mache?
Ich ecke öfter an Menschen an.
Oder stoße ich sie eher ab,
Weil ich mehr ich selbst bin?
Ich fühle mich hingezogen, angezogen, ungezogen, ungelogen.
Und die Menschen, die bleiben, feiern mit denen, die dazustoßen,
Um anzustoßen.
Johanna nion Blau, 18.08.2025