Anstoßen

Ich stoße öfter an Dinge.
Oder stoße ich eher Dinge an,
Da ich mich nicht mehr klein mache?
Ich ecke öfter an Menschen an.
Oder stoße ich sie eher ab,
Weil ich mehr ich selbst bin?
Ich fühle mich hingezogen, angezogen, ungezogen, ungelogen.
Und die Menschen, die bleiben, feiern mit denen, die dazustoßen,
Um anzustoßen.
Johanna nion Blau, 18.08.2025

Von allen fern – Wachsen und Warten 2

Ich fühl mich von allen fern,
Freund wie Feind
Und spüre diese Leere
Die Höhle wo mein Herz gewohnt
Füllstoff Genussstoff
Ohne Fühlen ist mir ungewiss
Was ich will, wer mir gut gesonnen
Was werde ich gewonnen haben
Wenn aus der Leere mir ein neues Herz erwächst?
Welches endlich wählt
Ein Herz, das endlich erwählt und dann seinem fühlenden Willen stärkend folgt.
Die Folter, darauf zu warten, füll ich mit Träumereien
Ich fühl wachsend den nie gesehenen wundervollen Garten

Johanna nion Blau, 24.05.2025

An army of suits

An army of suits
Traitors like sharks in minor facilities
Tailors honest to be seen
But they also need this money
Covering up naked lies with expensive fabrics, so clean
I serve them with my mouse clicks, they answer so mean

In my heart I want to be saved
But nobody can save me but me
The outside world is going to be craved
They have raised the fee

The hood is not serving any more
Riches over riches leave the poor
My heart beats to the beat of congregation
No power for a nation
No power for the industry
Plug them all out, set ourselves free

Stop the sellout of the planet,
the people, the animals, the plants,
Don’t cover lies with bullying
Tons of miles to go, but I am in
Community is what we care for, we don’t buy their rants anymore

In a world where separation is the fuel of a fossil nation,
Don’t leave me alone, I am sure
I am sure about the power of belonging
I am sure about creating songs, so together we can sing
Against an army of suits, with their deep pockets.
With their dysfunctional rockets.
Power again to the people, let’s roar

You know what: do leave me alone
To Plan a fine revolution,
To plot for a strong wing of love, of understanding.
We will
We will
We will eventually
We will eventually overcome

Johanna nion Blau
01.03.2025

Roter Staub

Verbrannte Erde in der Luft.
Vergangene Taten fliehen übers Meer.
Werfen ihre trocknen Tränen über alles.
Roter Staub legt sich vor die Sonne.

Alles ist anders.

Gräulich säht mein Kopf Gedanken.
Ich sehe rückwärts; schaudernd.
Und die Magie schraubt sich in die Höhe.
Neonlicht, Fluchtlicht, zeigt mir wohin ich will.

Johanna Blau
April 2024

Morgenröte in scheelen Landen

Hart an der Grenze, bremst mein heiliger Wagen.
Ich kann nicht sagen, ob das reicht für heute.
Wer von mir weicht, wer mich erreicht,
Mit Worten oder Taten:
Der*die erbleicht oder errötet vielleicht.
Hingerotzt meine Antwort;
Auf Pein oder Argwohn oder Kummer.
Rede mit Mir!

Der Wirbelsturm, der mein Rückgrat brechen wird,
Ist hoffentlich noch nicht geboren.
Ungesühnt die hybriden Stunden.
Völlerei statt Verlangen.
Keime im Guten wie im Schlechten.
Ich sehe nach dem Rechten und erstarre,
Solange ich auf „Freeze“ geschaltet bin,
Verwalte ich mein Leben, wie ein Uhrwerk.

Überlebensmodus.
Und ja, ich will Leben.
Es geht los!

JB-11-2023

Das Zelt aus Himmel ist zerissen

Das Biest lauert in mir, kanns nicht abschütteln und nicht vernichten.
Es lässt mir keinen Raum zum wirklich Sein. 
Es lässt die tiefe Liebe nicht hinaus und nicht hinein.
Druck auf der Brust, versuch zu schlafen, doch es wühlt in mir.

Der Zweifel ist des Biestes Kind und wie ich davon frier.
Furcht verwoben in den Furchen meiner Stirn.
Die Brauen kennen Grauen nicht nur aus Erzählung.
Bin ich so stumm, dass alles in mir schreit nach Zähmung.

Und lass ich los den Klammergriff der reinen Vernunft, dann falle ich in dampfenden Dung.
Zerträumt die Nacht, ich wache und ich weine, das Zelt aus Himmel ist zerrissen. 
Es kleidet nun den Nachtmahr im Geheimen. Warum nur will ich ihn denn küssen?

Im Gefängnis das Leben beginnen. In sich selbst gefangen. 
Der Ausbruch wird vereitelt durch der Anderen Missgunst.
Was wenn wir gemeinsam die Mauern niederbrennen, die uns trennen?
Dem Unbekannten offen gegenüberstehen mit heidenhafter Inbrunst.

Johanna Blau, Oktober 2023

Sorgen hüten

Ich versuche, doch ich schaffe schwerlich.
Wer verdrängt, ist zu sich selten ehrlich.
Das Boot unter meinen Flügeln taumelt.
Ich kann fliegen, doch habe ich Angst vorm Ertrinken.

Das Letzte, was ich will, ist zu versinken;
In den Abyss, die Tiefen in mir zu erkunden.
Doch ich muss und werde;  raus der Herde.

Hinein in die Schäferinnenkluft,
Meine Sorgen werden in Schach gehalten von meinem Willen.
Er springt sie an, drängt sie in den Pferch.
Und ich kann wieder besser atmen.

Sie alle zu scheren, die Wolle zu färben,
Daraus etwas zu weben, Was ich mir umhängen kann,
das ist noch nicht dran.

Aber bald schon werde ich in leuchtenden Farben gekleidet,
wieder Herrin sein über meine Stimme
Und feierlich wandern über den begrünten Kamm.

Johanna Blau, Juli 2023