Sternenkarte

Einen Menschen zu sehen, wie er atmet
Und die Seele ihn umhaucht.
Er nackt in der großen Güte badet,
Mit wachen Augen in Zeitmeere taucht.

Verbunden durch Lachen und durch Leben.
Zu deinem flechte ich mein Erleben.
Und willst du einen Teppich daraus weben,
Das Muster wird uns täglich wunderbar gegeben.

Deine Haut ist eine Sternenkarte.
Meine Hand, wie gern liest sie darin.
In meinem Innern eine Lemniskate,
Verwundert über Zusammenhang und Sinn.

Wenn wir zwei nun Freunde werden.
Ausgehen auf Abenteuer die der Mond bescheint.
Stundenlang zusammen Fäden färben.
Füttern die Feuer, die das Leben eint.

JB-09-2019

Zwiegespräch

Im Wasser der Wasser schlafen meine Ängste.
Das Du belebt Grauen als die Schlange der Jagd.
Weckt die Furcht auf und lässt sie ruhen, vielleicht für immer,
Wie auch immer, ich jammer und wimmer wie
Wind um die Rohrkolbenstiele.
Senke mich endlich herab – ein Hauch,
Hör, wie ich dich leise um spiele.

Da neckt mich dein Lächeln,
Wieder zu versuchen die Sorte Antwort,
Dass dein Lächeln scheint.
Dein Blick trifft mich
Und eine Achse eint,
Farne der Worte,
Die sich auf fächeln.

In meinem Mund wende ich allzu Gewagtes.
Bis die Sätze nach Verrat schmecken.
Will weder dich noch mich mehr necken.
Alles ist wahr.
Mit Wahrheit schockiere ich gern.
Nur tanzt um diesen verlorenen Stern,
Ein Planet namens „Ungesagtes“.

Sieben ist die Zahl, die Hexen gerne schreiben,
Ungeliebt und stark stehen sie mit beiden Beinen,
In vielen Welten und betreiben da ihre Reigen.
Das wollt ich dir sagen, das will ich dir zeigen.
Verliere ich den Boden unter meinen Füßen,
So fange ich an den Mond und die Bäume zu grüßen,
Und tief im Innern glaube ich, ich werde ewig dafür büßen.

Sonnenuntergang Nähe Elbe in Lenzen

JB-08-2019

Wege in mein Herz

Will erinnern und enttäuschen,
Dem vorgeschriebenen Pfad entfleuchen.
Dem Schicksal entfliehen,
Und niemals wieder niederknien.

Ein Bote, der Gebote reicht,
Dabei mein Herz wieder erweicht.
Ich finde Fragen in mir wieder
Und entknote meine müden Glieder.

Wie lang denn waren Wege in mein Herz?
Ein Gespräch und der Abschied bringt mir Schmerz.
Wenn dein Gemüt mich in Erleuchtung schickt,
Treibt mich die Mühle und es ist verzwickt.

Überschwang warnt mich vorm mutig sein.
Wer ist schon gern mit sich selbst allein.
Und wahr ist alles was ich fühle.
Das Denken sendet mir die notwendige Kühle.

Mein Herzschlag drönt.
Und das Blut verströmt.
In meinem Innern eine altbekannte Wohligkeit.
Die Menschen, die ich treffe schenken mir ihre Zeit.

Leihen mir ihr Ohr,
Seelenvoller Chor,
Der mich trägt, um zu erzählen:
Wer ich war.
Wer ich sein werde, das darf ich wählen.

JB-08-2019

Spreewald Foto

Fresse zeigen statt Fresse halten

http://fressezeigenstattfressehalten.de/

Diese Seite macht mir Mut und ich bin froh, dass meine Fresse auch dabei ist. 😀

fressezeigen_johannablau
Foto: Antje Kröger

Selbstverwirklichung ist keine evolutionäre Sackgasse. Für die meisten Menschen ist sie sehr wichtig. Wenn alle leben und sich entfalten könnten, wie sie wollten, würden wir in einer anderen Welt leben. Klar, es kann Chaos entstehen, aber man übernimmt Verantwortung, weil man das tut, was man immer wollte. Mein Blog, auf dem ich Gedichte veröffentliche, ist meine Art der Selbstverwirklichung. Es ist schön, mit meinem Geschriebenen in die Welt zu gehen und Rückmeldung zu bekommen. Selbstverwirklichung habe ich auch in meinem Job bei einer NGO, die sich für Umweltschutz einsetzt.

Miteinander

Im flackernden Licht brennender Urwälder,
Glaube ich nicht an 13. Gehälter.
Doch freue ich mich trotzdem drauf,
Denn Geld kostet es zuhauf,
In dieser Welt gesund zu bleiben.
Nichts lässt sich schwerer verschreiben.

Ich wohne in einem Haus mit Aussicht.
Die Lücke, hoffe ich, schließt sich sobald nicht.
Wir sind getroffen, haben gesoffen
Und ich lasse weiter hoffen.
Fürchte dass es vorbei ist, wenn endlich ausgesprochen.
Der Morgen, wieder leuchtend angebrochen.

Sitze vor LED-Technik,
Ein Kaltes Versteck mit Lichtblick,
Das Draußen scheint mir unnahbar fern.
Die Wahrheit ist ein bitterer Kern.
Sobald ich mich wieder in die Wüste schick,
Hör ich einen leisen Mausklick.

Drama und Heiterkeiten,
Vermutlich hilft da nur Streiten.
Wer will sich sicher verlieben?
Warum nicht mal Schlüssel versieben.
Unendlich treu der Einsamkeit,
Und jeden Tag ein anderes Kleid.

Will Sinn in diesem Haufen Unsinn finden.
Die Flüche legen, die Gefühle binden.
Leg mir die Karten.
Hör auf das Lange Warten.
Gräuel in der Schlucht der Fantasie.
Schlauer werde ich nie – als heute.

 

JB-08-2019

Donnergrollen

Zorn mischt Gedanken und Gefühle
Eine Mischung so explosiv, wie Mehlstaub in der Mühle
Gericht im Innern und immer wieder
Wächst aus mir heraus die Wut zum wilden Sturm.
Zur Ruhe ruft mich nur der Duft von Flieder
Hege Verdacht auf eine gebrochene Schleuse in einem alten Fühlensstrom

Dabei ist Donnergrollen wie echte Poesie
Wenn die Walküren über den Himmel stürmen
Das Ziel eines Gewitters ist pure Harmonie
Hoch und Tief finden sich in Wolkentürmen
ach dem Gewitter klart schnell der Himmel auf
Die Sonne nimmt den altbekannten Lauf

Unglaublich ist der Worte Gleichgewicht
Denn immer wieder ist da dieses Brausen
Ganz ohne Trümmer vergeht das nicht
Wenn Gefühle um meine Blinde Ecke sausen
Dann wallt Nebel auf für alle und der ist allzu dicht

Doch eh ich mich an mir selbst wieder verbeiße
Geh ich nun gern direkt auf Du und Du
Vergraule so Manchen auf diese Art und Weise
Bei Konfrontation drückt einem schnell der Schuh
Doch folgt in der Weite die Ernüchterung
Durch Wahrheit passiert oftmals nachhaltige Läuterung

Der Wind weht durch die Räume meines Geistes
Und lässt die Worte strömen aus meinem Mund
Bin zwar kein Kind mehr, mein Gedicht verheißt es
Der Letzte Vers, der macht vielleicht die Dichtung rund:

Wut und Groll waren bisher unbekannt auf meiner Lebenslinie
So glaube ich an die Macht meiner Familie
Vermacht mir alte Leiden in neuem Gewand
Lässt mich reisen in einem unerforschtem Land
Und fühle ich mich verkannt, in all der wilden Pein
Das Auge, was ich in mir finde, lässt mich schlussendlich erstmals ausgeglichen sein.

JB-08-2019

It’s me

Schizo, as I lay my head on pillows
Schizo, as I wake up next day out of sight
Schizo, as I do the dishes three times in a row
Schizo, as I walk away from every fight

It‘s a freak show, I don‘t show you
I live my life in augmented reality

My thoughts fuck up my memory
Between you and me it‘s the TV

These thoughts show the tragedy
To speak about it, I don‘t owe you

Schizo, as I fight my feelings
Schizo, as I wanna cry
Schizo, as I help myself with common things
Schizo, as I sometimes I think I die

 

A thousand nights ahead of me
Feels like losing myself

In the dark someone mocks me
Telling me, I‘m someone else

Think of pieces of fear and pity
Surrounding you like an empty shell

Schizo as I love the cruelty
Hitting me with ignorance
Schizo as I can look through me
Helping mirrors vanish at a glance

 

Like flies I have visions
Brings me to other people‘s prisons

Im a tiger and my claws
Hurt someone that I never was

Im an elephant and my mind
Does not forget and is not easy to find

Schizo, as I do remember all the beauty in the worlds
Schizo, as I see the living hurting lives with rusty swords
Schizo, as I look for people who hear the thoughts of no ones lord
Schizo, as I hook myself in Ereskigals place of gore

Truth to speak of what I hear and see
It‘s me, It‘s me, It‘s me, It‘s me

My inner child loved through tough times
My lung searches for air watching fake crimes

Take the time to look through the wall sourrounding me
Friendship is an important step to rationality
Though my brain is fucking with reality
This all is me
It‘s me, It‘s me, It‘s me, It‘s me

JB-8-2019

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