Wenn das Wünschen wieder hilft

Mein Herz ragt offen in die Stadt hinaus
Schützt mich vor dem Groll der alten Welt
Wenn morgen meine letzte Maske fällt
Begrüße ich den Herbst mit schallendem Applaus

Zauber dieser Erde in Licht getaucht
Der Abend verspricht Gedankensprünge
Verleihe meinen Sinnen eine Stimme
Wenn Liebe diese Worte in mein Ohr haucht

„Sobald der Traum sich selbst erweckt
Sobald du gütig, mutig, einzigartig wirkst
Und von seinen Augen Geschenke birgst
Du in den Worten aller Wünsche die Wahrheit entdeckst“

Und Liebe hält bereit auch diesen Rat
„Solange du auch dich auskostend wertschätzt
Solange du keinen Heller auf das Glück setzt
Kommt die Zeit der guten Tat“

Ich verzeih mir wieder meine Schuld
Versuch mich zu halten an die Etikette
Wie ich mich über Tage rette
Der Blick ins Morgen weckt meine Ungeduld

So voll von Lachen wünsch ich mir die Zukunft
Doch viele Feixen einfach vor sich hin
Verlebtes Leben ohne Sinn
Wie es die Tage der Menschen verhunzt

Wie kann ich meine Träume mir erhalten
In diesen Finsteren Bittertagen
Die Herren schalten und walten
Verbauen viel und haben viel zu sagen

Trost ist mir des Liebsten Lachen
Trost ist mir meiner Lieben freundliches Wort
Trost ist mir dieser besondere Ort
Wo Menschen Menschen helfen und sich helfen lassen

Das Wort ist mir gewogen heute
Ich will euch wissen lassen
Lieben ist mir lieber als hassen
Liebe wünsche ich für alle Leute

JB-09-2019

Fridays for Future Demonstation in Leipzig, Foto: JB

Sternenkarte

Einen Menschen zu sehen, wie er atmet
Und die Seele ihn umhaucht.
Er nackt in der großen Güte badet,
Mit wachen Augen in Zeitmeere taucht.

Verbunden durch Lachen und durch Leben.
Zu deinem flechte ich mein Erleben.
Und willst du einen Teppich daraus weben,
Das Muster wird uns täglich wunderbar gegeben.

Deine Haut ist eine Sternenkarte.
Meine Hand, wie gern liest sie darin.
In meinem Innern eine Lemniskate,
Verwundert über Zusammenhang und Sinn.

Wenn wir zwei nun Freunde werden.
Ausgehen auf Abenteuer die der Mond bescheint.
Stundenlang zusammen Fäden färben.
Füttern die Feuer, die das Leben eint.

JB-09-2019

Zwiegespräch

Im Wasser der Wasser schlafen meine Ängste.
Das Du belebt Grauen als die Schlange der Jagd.
Weckt die Furcht auf und lässt sie ruhen, vielleicht für immer,
Wie auch immer, ich jammer und wimmer wie
Wind um die Rohrkolbenstiele.
Senke mich endlich herab – ein Hauch,
Hör, wie ich dich leise um spiele.

Da neckt mich dein Lächeln,
Wieder zu versuchen die Sorte Antwort,
Dass dein Lächeln scheint.
Dein Blick trifft mich
Und eine Achse eint,
Farne der Worte,
Die sich auf fächeln.

In meinem Mund wende ich allzu Gewagtes.
Bis die Sätze nach Verrat schmecken.
Will weder dich noch mich mehr necken.
Alles ist wahr.
Mit Wahrheit schockiere ich gern.
Nur tanzt um diesen verlorenen Stern,
Ein Planet namens „Ungesagtes“.

Sieben ist die Zahl, die Hexen gerne schreiben,
Ungeliebt und stark stehen sie mit beiden Beinen,
In vielen Welten und betreiben da ihre Reigen.
Das wollt ich dir sagen, das will ich dir zeigen.
Verliere ich den Boden unter meinen Füßen,
So fange ich an den Mond und die Bäume zu grüßen,
Und tief im Innern glaube ich, ich werde ewig dafür büßen.

Sonnenuntergang Nähe Elbe in Lenzen

JB-08-2019

Wege in mein Herz

Will erinnern und enttäuschen,
Dem vorgeschriebenen Pfad entfleuchen.
Dem Schicksal entfliehen,
Und niemals wieder niederknien.

Ein Bote, der Gebote reicht,
Dabei mein Herz wieder erweicht.
Ich finde Fragen in mir wieder
Und entknote meine müden Glieder.

Wie lang denn waren Wege in mein Herz?
Ein Gespräch und der Abschied bringt mir Schmerz.
Wenn dein Gemüt mich in Erleuchtung schickt,
Treibt mich die Mühle und es ist verzwickt.

Überschwang warnt mich vorm mutig sein.
Wer ist schon gern mit sich selbst allein.
Und wahr ist alles was ich fühle.
Das Denken sendet mir die notwendige Kühle.

Mein Herzschlag drönt.
Und das Blut verströmt.
In meinem Innern eine altbekannte Wohligkeit.
Die Menschen, die ich treffe schenken mir ihre Zeit.

Leihen mir ihr Ohr,
Seelenvoller Chor,
Der mich trägt, um zu erzählen:
Wer ich war.
Wer ich sein werde, das darf ich wählen.

JB-08-2019

Spreewald Foto

Fresse zeigen statt Fresse halten

http://fressezeigenstattfressehalten.de/

Diese Seite macht mir Mut und ich bin froh, dass meine Fresse auch dabei ist. 😀

fressezeigen_johannablau
Foto: Antje Kröger

Selbstverwirklichung ist keine evolutionäre Sackgasse. Für die meisten Menschen ist sie sehr wichtig. Wenn alle leben und sich entfalten könnten, wie sie wollten, würden wir in einer anderen Welt leben. Klar, es kann Chaos entstehen, aber man übernimmt Verantwortung, weil man das tut, was man immer wollte. Mein Blog, auf dem ich Gedichte veröffentliche, ist meine Art der Selbstverwirklichung. Es ist schön, mit meinem Geschriebenen in die Welt zu gehen und Rückmeldung zu bekommen. Selbstverwirklichung habe ich auch in meinem Job bei einer NGO, die sich für Umweltschutz einsetzt.

Miteinander

Im flackernden Licht brennender Urwälder,
Glaube ich nicht an 13. Gehälter.
Doch freue ich mich trotzdem drauf,
Denn Geld kostet es zuhauf,
In dieser Welt gesund zu bleiben.
Nichts lässt sich schwerer verschreiben.

Ich wohne in einem Haus mit Aussicht.
Die Lücke, hoffe ich, schließt sich sobald nicht.
Wir sind getroffen, haben gesoffen
Und ich lasse weiter hoffen.
Fürchte dass es vorbei ist, wenn endlich ausgesprochen.
Der Morgen, wieder leuchtend angebrochen.

Sitze vor LED-Technik,
Ein Kaltes Versteck mit Lichtblick,
Das Draußen scheint mir unnahbar fern.
Die Wahrheit ist ein bitterer Kern.
Sobald ich mich wieder in die Wüste schick,
Hör ich einen leisen Mausklick.

Drama und Heiterkeiten,
Vermutlich hilft da nur Streiten.
Wer will sich sicher verlieben?
Warum nicht mal Schlüssel versieben.
Unendlich treu der Einsamkeit,
Und jeden Tag ein anderes Kleid.

Will Sinn in diesem Haufen Unsinn finden.
Die Flüche legen, die Gefühle binden.
Leg mir die Karten.
Hör auf das Lange Warten.
Gräuel in der Schlucht der Fantasie.
Schlauer werde ich nie – als heute.

 

JB-08-2019

Donnergrollen

Zorn mischt Gedanken und Gefühle
Eine Mischung so explosiv, wie Mehlstaub in der Mühle
Gericht im Innern und immer wieder
Wächst aus mir heraus die Wut zum wilden Sturm.
Zur Ruhe ruft mich nur der Duft von Flieder
Hege Verdacht auf eine gebrochene Schleuse in einem alten Fühlensstrom

Dabei ist Donnergrollen wie echte Poesie
Wenn die Walküren über den Himmel stürmen
Das Ziel eines Gewitters ist pure Harmonie
Hoch und Tief finden sich in Wolkentürmen
ach dem Gewitter klart schnell der Himmel auf
Die Sonne nimmt den altbekannten Lauf

Unglaublich ist der Worte Gleichgewicht
Denn immer wieder ist da dieses Brausen
Ganz ohne Trümmer vergeht das nicht
Wenn Gefühle um meine Blinde Ecke sausen
Dann wallt Nebel auf für alle und der ist allzu dicht

Doch eh ich mich an mir selbst wieder verbeiße
Geh ich nun gern direkt auf Du und Du
Vergraule so Manchen auf diese Art und Weise
Bei Konfrontation drückt einem schnell der Schuh
Doch folgt in der Weite die Ernüchterung
Durch Wahrheit passiert oftmals nachhaltige Läuterung

Der Wind weht durch die Räume meines Geistes
Und lässt die Worte strömen aus meinem Mund
Bin zwar kein Kind mehr, mein Gedicht verheißt es
Der Letzte Vers, der macht vielleicht die Dichtung rund:

Wut und Groll waren bisher unbekannt auf meiner Lebenslinie
So glaube ich an die Macht meiner Familie
Vermacht mir alte Leiden in neuem Gewand
Lässt mich reisen in einem unerforschtem Land
Und fühle ich mich verkannt, in all der wilden Pein
Das Auge, was ich in mir finde, lässt mich schlussendlich erstmals ausgeglichen sein.

JB-08-2019