Die Zweite Haut von Mia Zapata braucht ich auch. Ob es uns geholfen hätte?
Ein Netzgeflecht geschmiedet aus Drachenschuppen. Wie ein Fluss auf meiner Haut aus Feuer.
Warm und Kalt, wie es mir gerade passt. Alle höhnischen Worte, alle drohenden Blicke, prallten an ihm ab, bevor sie mich treffen könnten. Alle schrecklichen Gedanken fliegen davon, bevor ich sie denken kann. Mein Geflecht aus Drachenschuppen gibt mir Schutz vor anderen, wie vor mir und kleidet mich wie ein teures Geschmeide.
Ein Hauch von Wahnsinn wächst dann durch meine Haut. Ich schere mich, spinne einen Faden, spule ihn ab und webe mir daraus einen Umhang, gerade wie der von Gandalf, dem Grauen. Ein Schirm für alles, was ver-rückt scheint, gemacht aus meiner eigenen Tollheit. Darunter das Drachenschuppenkleid. Bin nun gewappnet für die Suche, die Quest nach meinem verwunschenem Gral.
Vielleicht sucht er mich auch, unbedarft und schön. Doch wie soll ich ihn sehen und erkennen? Und ich bin der Drache, der nicht mehr gejagt, sondern eingepfercht wird; gehegt und gepflegt. Bis die Schuppen schimmern, glitzern und spiegeln. Das Kleid bereit für Ablehnung, doch auch für Hoffnungsschimmer. Der Mantel darüber lässt die Falschen vorbeieilen.
Mein Kompagnon begleitet meine Quest und hält mir den Rücken frei mit gewähltem „Miau!“
Meine Schuppen stellen sich auf bei einer miesen Verabredung und werden zu kleinen Dolchen.
Mein Kompagnon faucht und ich habe wieder meine Ruhe. Bis es mir zu ruhig erscheint in meiner Höhle auf meinem Goldschatz, allein.
Ich mache mich wieder auf die Suche, geschützt-ungeschützt. Meine Rüstung, meinen magischen Umhang und meine liebe Katze im Gepäck. Was wird sein, wenn ich wertschätzende Worte höre und über wichtige Themen mit dir spreche; wenn du mir interessierte Fragen stellst und mich dann auch hörst, wenn ich antworte?
In diesem Fall wäre eine Discokugel nichts gegen meinen Glimmer! Und der Mantel?
Johanna nion Blau, 24.09.2026

