Augenblicke

Augenblicke

Ich hab Dich angesehn
Alles andre war plötzlich flach
Nur du warst wichtig

Ich hab Dich angesehn
Was willst Du mir sagen mit Deiner Existenz?
Bist du Freund, Liebhaber, Gewissen?

Ich hab dich angesehn
Du hast gelächelt
Ich bin aufgeblüht

Ich hab dich angesehn
So lange
Nur angesehn

JB-10-2015

beben

beben

ich hab ihn lächeln sehen
ein beben war in mir
vielleicht ja morgens
früh um vier

bin ihm gewogen
versuche zu verstehn
dass wir uns immer immer
wiedersehn

ich glaube nun zu wissen
dass alles anders ist
ich will ihn nicht mehr küssen
zu schnell verstreicht die frist

und alles wird so bleiben
her mit der schönen gier
lass mich auf immer treiben
schön war es doch mit dir

JB-09-15

Das Schreiben

Das Schreiben

Ich finde euch mit meinem wachen Blick,
Umfangen immer noch von Schwertern.
Wer mir so naht und bleibt es bei Geschick,
Trotzt hohen Dornen, wie den alten Wärtern.

Wenn ich umkreise meine neue Wahl,
dann ist sie eins mit allen andern hier.
Wir fangen alle frisch wie fahl.
Es dreht sich das Karussell mit Getier.

Leucht doch in jede Ritze einmal rein.
Was ich so fang und wie ich dann vereise.
Der Regenschirm er spannt die Leute ein.
Die Fahrt verschlingt horrende Preise.

Ach Emmy deine Worte auf Papier
Geschrieben ungedruckt gelesen.
Wenn ich die Verse schmiede und souflier
Dein Glanz verschont den Reinemacherbesen.

Und alle möchten auch ein Heft von Dir.
Die Guten und die Alten hier im Haus.
Wir helfen kräftigt vor der Tür.
Der Ofen blästs zum Dach hinaus.

08-15 JB

Wortlos

Wortlos

Es geht um, wie es umgeht;
Gnadenlos.
Bin drauf und dran mich einzufügen.
Wenn alle Worte dich zerfetzen
Und du blind bist für Werte.
Wann hab ich bloß gewartet?
Wann bin ich los gestürmt?

Hab ich mich gefügt? Jemals und bin ich geschmolzen in der Glut ihrer Gedanken?
Wenn alles untergeht, meine Worte bleiben.
Träum von guten Tagen wie immer.
Setz mich auf die Bank und schau den Leuten zu.
Dann träum ich wieder vor mich hin.
Lass mich bescheinen.
Und ruh mich aus für meine neue Kür.

Gegangen bin ich ohne Worte und nahm Bilder mit.
Sie sind in mir gewachsen und das Licht fing sie ein.
Ich bin unter Leuten gewesen und hab dort gezaubert.
Mit meinen Händen gab ich alles preis.
Er fehlt und ich lache selten über mich.
Wenn ich tanze, gleiten Worte an mir ab und ich sprühe Leben.
Die Leute, unter die ich mich mische, sind sie wahrhaftig für mich bestimmt?
Der Träumer mit seinen blauen Augen. So rein und neu.

Wer geht die Wege wie die Worte?
Wunderbare Einkehr.
Wenn ich weiß, wie ich klinge ohne Klavier.
Du taumelst durch die Welt und ich erkenne dich.
Wie immer wieder traurig durch das Glas.

Ein Freund für mich, oh ja der beste.
An meiner Seite führt er ohne Fehl und Tadel.
Ein Ritter der Zeiten mit Stachel und Lachfalten.
Wenn ich ihn rufe ist er bald schon nah.
Und Freundschaft ist mir so viel wieder wert.

JB-08-15

Tage wie dieser

Tage wie dieser

Jeder Schritt ein weiter Weg, in diesem Land aus Melancholie.
Ich liege hier und lasse Zeit verstreichen.
Interesse haben, wie ging das nochmal?
Morgen wird besser, muss besser werden.
Versuche mich zu beschäftigen, mit losen Dingen und lieben Menschen.

Nicht zu weit voraus planen,
Nicht zu weit in sich hinein horchen,
Nicht zu weit zurück denken.
Nicht zuviel Wollen.
Ja nichts entscheiden.

Aufstehen oder liegen bleiben.
Das ist die große Frage.
Musik als Seelentröster.
Nachrichten als Auslöser.
Freunde, gern gesehen.

Durchatmen bis zum Aufatmen.
Bis dahin liegen alle Mittel brach.
Yoga hilft, Joggen hilft, Meditation hilft.
Ich bin mit mir selbst beschäftigt.
Aufstehen. Essen. Einkaufen. Reden.

So wie ich jetzt bin, das ist Tiefpunkt.
Besuche das „Land Unter“.
Absinken, um wieder aufzutauchen.

Auf zu neuen Ufern.
Frei vom Grübeln.
Frei von der Meinung anderer.
Frei vom Beherrschen wollen.
Frei vom Machen müssen.
Frei von perfekt und sofort.

Selbstwert wiederfinden.
Wege wagen.
Wunden heilen lassen.
Zeit geben.
Weitergehen.

JB 10.8.2015

Purzelbäume

Purzelbäume

Wie das Leben Leben schreibt,
gewebt und dann gebunden.
Losgelassen, Zeit verteilt,
so um mich gewunden.

Wie Hoffnung manchmal Tränen zeigt,
fühl ich mich unumwunden
zu der Frage hingeneigt:
Will er mich verwunden?

Bin so frei, ich selbst zu sein
fühl mich ungebunden.
Bin so neu und so allein.
Frei von allen Wunden.

Wenn ich sehe, glaube ich
und wenn ich gehe, bleibe ich.
Wenn ich mich verneige
vor der Zeit.

Traurig, fröhlich eigentlich
so wie zu zweit.

JB-07-15

Schicksal

Schicksal

Schicksal verwirrt mich mit Schattenbildern.
Kann nicht umhin, unten zu sein.
Sonnenschein macht Schatten stark,
So stark, dass ich fluchen muss,
Um noch bei mir zu sein,
Um mir selbst zu helfen.

Kann nicht umkehren,
Da ist nichts zu dem ich fliehen könnte.
Doch nach Vorn muss ich gehen,
Immer das Gute im Blick.

JB-04-2015