Hab Zugesehen

Hab zugesehen

Hab zugesehen,
wie das Federkleid der Ente schwindet,
Federn halten warm
und Fleisch macht satt.

Hab zugesehen,
wie ein Kalb an meinem Daumen nuckelt.
Wird wohl bald Wurst,
weil es kein Euter hat.

Hab zugesehen,
wie Hühner ihren Kopf verlieren,
Flügelschlagend dem Leben hinterher.

Hab zugesehen,
wie das Karnickel quiekend um sein Leben hoppelt.
Dann hängt sein Körper offen,
hält die Haut nicht mehr.

Hab zugesehen,
wie ein Fisch die Schnauze aufsperrt.
Niemand hört ihn,
Bauch ist plötzlich leer.

Hab wohl auch zugesehen,
wie eine Gans aufhört zu schnattern,
War noch zu klein,
das weiß ich gar nicht mehr.

Hab zugesehen wie Tiere sterben,
hab zugesehen, wie Körper Nahrung werden.
Jedoch was Tiere lebenslang erleiden,
das überzeugt mich, sie für mich
nicht mehr als schmackhaft zu bewerten.

JB 2012 (Änderungen 11-2013)

hahn

Flucht

Flucht

Hör‘ dir an, was Du meinst,
wenn Du fliehst;
aus Eile, meine Gedanken
aus Deinem Kopf zu schütteln.

Unsäglich, diese Gier;
Ich möchte meine Suche
Dir vermitteln.

Und immer,
wenn ich lausche,
regnet es Zweifeln
in mein Denken.

Und immer,
wenn ich warte,
holst Du mich ein,
um mich dann hinter Dir zu lassen.

Was ist denn,
was ich suche?
Das Wichtigste,
dass ich die wahre Frage stelle.

Die Suche nach der Antwort,
ist dann die Dunkelheit,
die mich erhelle.

Das Mysterium,
von außen wie von innen,
begreifen und besinnen.

So dass sich Alles wandelt
und Sein vom Wesen handelt.

So möchte ich erfassen.

Jane Eyre

Jane Eyre

Und wenn sein Herz zerbricht,
mein Fuß zermalt es und
mein Hauch zerstreut die Asche unter hohe, hohle Pfähle.

Was er mir auch verspricht;
soll mich zerbersten,
soll mich quälen.

Mein Leib und meine Trauer,
dient nur dem,
was sie mir immerzu von Dir erzählen.

Der Pfad, den ich nicht wählte,
das Dunkle, klirrend Kalte
wert zu geben.

Dein Name um mein Leben,
wie mein Wesen
um die Traumgestaltenseele.

JB – 4 – 2013

(nach dem Film „Jane Eyre“ – 2011, Cary Fukunaga)

strohblume

Ins Leere

Ins Leere

Alles was beginnt, findet ein Ende.
Ganz so, als ob der Regen sich in Wolken wandelt.

Die ewig gleichen Kreise zieht,
was Gott gelenkt, was nun geschieht,
der Mensch nach seinem Willen handelt.

Wer wenn nicht ich, kann diesen Bogen spannen,
den Pfeil in seinem Ziel versenken.

Die Welt vor Untergang bewahren,
und alle Hoffnung, alles Bangen,
in Wunder wirkend Schoß noch lenken.

Um diese Deine Segnung zu erfahren,
ganz gleich, wer meine Schulden zahlt,
mein Herz, mein Wesen, mein Verstand.

Im Leiden nimmt es überhand.
trotzdem will ich noch mehr erfahr’n.

Dein Ich erkennen, mich verwandeln.
Mein Selbst in diesem Fühlen finden.
Mich öffnen, heilen und verbinden.

Der Traum wird Wahrheit durch mein Handeln.
Das Sein zu preisen, mich zu offenbaren.

01-2013

void
void

Botschaft

Wenn ein Engel auf dich trifft, mit voller Wucht, dir seinen Namen preisgibt.

Du lächelst und im Inneren zerbricht, die Sicherheit, mit der du dich in ihrer Welt bewegst.

Für dich Engel, diese Botschaft:

Du versuchst was andere verneinen, die Welt zu retten und zu einen. Die anderen, sie schauen zu und lachen. Zerstören alles – Haben, Kaufen, Machen.

Zu schaffen, zu verzaubern und diese Welt zu achten, das bleibt den Narren zugedacht, wir glauben, träumen Tag und Nacht.

Bis sie die Träume rauben, betäuben und verscharren.

So will ich es dir sagen.

Schlaf ein, fang‘ an zu graben.

9/10-2012

skulptur
skulptur

Herzhunger

Herzhunger

Getadelt und geschunden,
frei und ungebunden,
verloren und gefunden,
singt von ihren Wunden.

11-2008

Bach im Sommerwald

In den Städten

In den Städten

Asphalt wie eine Tagesdecke,
über die Welt, die ich gern hätte.

Frei und bunt und wild gewachsen,
Wald und Feld – die grünen Achsen.

So geträumt, bald aufgewacht,
jeden Tag daran gedacht.

Sonderbar war alles da.
Was ich fühlte, wen ich sah.

Traum, doch Wahrheit vor der Tür.
Seh mit Klarheit, bin schon hier.

Mond hinter Hausdach, Südvorstadt, Leipzig