Lichtort

Lichtort

Da geh ich in Gedanken hin
Dahin wo auf der Wiese Blumen blühn
In vielen Farben sich ergießen unter Bäumen
Wenn ich da ankomm, ist es Zeit zu träumen
Und die Gedanken tanzen neue Wege entlang

JB-11-2015

 

Worte

Worte

Worte aufgeschrieben
Lachfalten geglättet
Würds so gern aufschieben
Bin ganz geplättet

Wenn ich mich umseh
Weiß nicht wohin
Wenn ich dann durchdreh
Macht nichts mehr Sinn

Nach Außen wie nach Innen
Ungeklärt und unbesprochen
Bin voll von Stimmen
Leib noch da, nicht ganz ungebrochen

JB-11-2015 (Erinnerung an Krankheit)

Flügellos

Flügellos

Wenn ich endlos, zügellos, flügellos,
Von mir selbst entrückt,
Vom Wesen des Seins ganz verzückt,
Davon fliege,
Über mich siege,
Mich entliebe.

Entlaube ganze Wälder der Vernunft.
Zück mein Schwert Richtung Zukunft.
Bin bald ganz ohne Dich,
Sehe ein Sternenlicht,
Das mich führt,
Die Welt verwirrt.

Wie das Schicksal Fäden flicht,
Abends wieder Land in Sicht.

JB-10-2015

Allklang

Allklang

Ich flieg im All umher.
In tausend Sätzen schreib ich alles nieder.
Bin gefangen im freien Raum.
Schnür mir selbst mein enges Mieder.

Wenn die Uhren dreizehn schlagen,
Sich die Menschen mit Sorgen plagen,
Ruf ich sie herbei
Die gehörnten Drei.

Faun und Fee und auch Sibylle,
Mit denen ich Raum und Stille fülle.
Wie sie tanzen, toben, singen.
Worte hell und neu erklingen.

Diese Macht schlägt Schmerz und Leid.
Mach mir daraus schnell ein Kleid.
Damit tanz ich wild umher
In dem Traumesblütenmeer.

JB-10-2015

beben

beben

ich hab ihn lächeln sehen
ein beben war in mir
vielleicht ja morgens
früh um vier

bin ihm gewogen
versuche zu verstehn
dass wir uns immer immer
wiedersehn

ich glaube nun zu wissen
dass alles anders ist
ich will ihn nicht mehr küssen
zu schnell verstreicht die frist

und alles wird so bleiben
her mit der schönen gier
lass mich auf immer treiben
schön war es doch mit dir

JB-09-15

Die Motte

Die Motte

Umkreise den Mond, der zu mir spricht.
Kenn‘ dieses Licht, aber Mond ist es nicht.
Verbrenn‘ mich daran und fall‘ dann zu Boden.
Will er mich töten? Will er mich loben?

Dann wieder flattern und suchen nach Dir.
Weich aus, wenn sie kommen die geflügelten Vier.
Hass, Trauer, Wut und Schuld.
Niemals bin ich jenen hold.

Ich verbrenne wieder hier.
Doch niemand beißt mich vom Getier.
Geh zu Grunde an dem Licht.
Sag die Worte: „Nein ich fürchte mich nicht.“

Kleinlaut wirst Du Mal zu Mal.
Kann nicht fluchen, Du wirst fahl.
Ich geh wieder hin zum Licht.
Spiel nicht Wahrheit oder Pflicht.

Was wär‘, wenn wir uns erkennen.
Uns seelenvoll beim Namen nennen.
Kein Licht wär‘ für mich int’ressant.
Wär‘ nur noch durch Deinen Blick gebannt.

JB-09-2015

Umgekehrt

Umgekehrt

Bin verrückt vom wilden Denken
Umgekehrt
Hab Macht über meine Bilder

Bin verhüllt vom schweren Wollen
Ausgeschert
Doch die Tage werden milder

Wenn ich bleibe, will ich gehen
Bin hoffnungsvoll, in vollen Zügen
Wie ich sehe, wo und wann
Ich atme Stille, will nicht lügen

Weil alles Schauen Leben ist und ich bin mittendrin
Weil wir umkreisen, was uns fehlt
Was schwer macht, ohne Sinn

Wie ohne Luft, wie abgetaucht
Will bleiben, mich mal setzen
Wie aus der Mitte aufgetaucht
Was leer macht, will zersetzen

Wie viele Lieder aufgetürmt
Ich sing mir Freude her
Auf Anfang losgestürmt
Und jeden Tag spür ich die Wende mehr

Ohne Dich stellt sich die Weiche
Wenn ich weine, tanzt die Hoffnung mit
Wenn ich lache, spielt das Glück mir Streiche
Jeden Weg und Schritt auf Schritt

Der Tag spricht Bände, fühl mich wie auf Eiern
Wie viele Worte in der Schwebe sind
Doch Freunde lehren Jetzt zu feiern
Ich bin, ich lebe, zu was immer auch bestimmt

JB-05-2015