Mars

Mars

Venus liegt über Schatten gebeugt in meinem Innern wie Blei
Ich bin nicht bereit zu vertrauen
Wenn ich mich öffne, fließt Asphalt auf meine Seele
Gebratenes Fleisch mag niemand zu berühren
Teure Überwindung auf Flächen aus Katzenköpfen

Neuer Mond, Aufbruchstimmung
Ich gehe unter an Deiner Hand
Niemals wirst Du mich berühren
Hab Angst vor dieser Wahrheit
Kann doch Deine Nähe spüren

Gewundener Pfad der Liebe
Fuchs und Schlange in meinem Leib
Quell des Versprechens über mir
Verbleibe in Träumen gefesselt
Treu Deiner Seele, lache ich bis zum Morgengrauen

Venus in mir, Du spielst Mars
Keuschheit hat nichts gebracht
Rat und Suche, Stimme und Gebahren
Zuflucht im offenen Haus
Leise begebe ich mich hinab in die Strömung

JB-02-2016

Blue

Blue

Another velvet morning
High above the multilingual sky
Stars speak to me
My answer is goodbye

I told you not to worry
I told you to speak true
I’m in an endless hurry
My thoughts are blue

If love is not the answer
If life is just to try
I dance with a thousand devils
My heart it wonders why

The cards I draw they whisper
My fate’s behind this door
I open it
And what I find is more

More dreams and paths and wonder
And more of a loving kind
Tomorrow is a question
The treasure is here to find

JB-02-2016

Lili

Lili

Zerrissener Schlaf

Wie Seide dein Hauch
Schneeglatte Haut

So warst du für sie

Deine Augen malen Vergangenheit
Du gezeichnet von deiner Liebsten

Wie schwer die Verkleidung
Wie leicht dein Fuß im Kleid

Endlich da und wahr
Und vorbei

JB-02-2016 (nach dem Film „The Danish Girl“)

Splitter

Splitter

Graue Welt verschwunden
In Altkleidersäcken gewühlt und Neues gefunden
Wenn ich mich an Dir verbrenne
Wenn ich vor mir selbst davon renne

Lautes Licht das grade zu mir spricht
Verlangen nach offenen Augen
Glaube nur an helle Münder
Will Dein Lächeln Deuten

Zerfließe in Gravitationswellen
Schallgelächter treibt mich zu Dir
Reiße ein Stück von mir ab
Angeheftet wie einen Button an Dein Jacket

Wie ich flüchten will
Mich selbst bedecke vor Deiner Scham
Innig umnachtetes Ganzes
Einzig beseelt von Gespenstern des Gestern

Und wenn ich ausbreche
Dann aus selbst gewählten Schatten
Bring mir ein Schafott
Ich will sie köpfen

Zähme mich
Aufgebäumt siehst Du meine Angst
Verraten von Zeit
Verkauft an die Arbeit

Wellen umschlingen meine Beine
Arme umklammern sich
Garten der Lüste alleine
So erwacht mein Licht

JB-02-2016

Alles ganz

Alles ganz

Leben, Liebe, Arbeit,
Such überall Klarheit.
Will alles ganz.
Liebe diesen Tanz.

Halbgar ist nichts für mich.
Entscheide zwischen Kür und Pflicht.
Nehm nochmal Unterricht.
Geh‘ hart mit mir ins Gericht.

Was also soll ich tun?
Will nicht mehr lange ruh’n.
Spür meinem Willen nach.
Das lag zu lange brach.

Mit wem nun will ich gehen?
Kann nicht mehr lange alleine stehen.
Kommt Zeit, kommt Rat.
Geh weiter meinen Pfad.

Leise besinnt sich,
Mein inneres leises Licht.
Vergnügen ist der Weg,
Bei dem ich die Weichen leg.

JB-12-2015

Wolfswüste

Wolfswüste

Wolfswüste, da wo ich bin
Wieder mittendrin
Seh‘ keinen Sinn im Bleiben
Fang an zu Schreiben

Wenn ich so ungelenk
Lang drüber nachdenk
Wer mich erhört
Ist nicht verwirrt

Wolkenlose Stille
Die ich mit Worten fülle
Mit innerer Stärke
Geh ich zu Werke

Mit Feindbildern zu Hauf
Geh ich nach Haus
Verschwindet dieser Blick
Zeigt sich mein Geschick

Unverschämt ist wunderschön
Will nur nach oben Sehn
Verkleide mich als Geisha
Das finden Männer unnahbar

Im Rotlicht ein Segen
Verwegen ungelegen
Mörderisches Glück
In den Wald zurück

Stille Tigerzeit
Bin noch nicht bereit
Will noch nicht verstehen
Wohin wir gehen

Klatschend in die Unterwelt
Bin noch nicht bestellt
Gitarrenspiel mir zu Füßen
Will nicht länger büßen

Tanzend in den Untergang
Welch schöner Klang
Reisen in die Zeit
Ohne Geleit.

JB-12-2015

Wild

Wild

Du siehst wild aus.
Springst mit den Schattengängern.
Lachst über Rattenfänger.
Spielst süße Weisen.
Gehst gern auf Reisen.
Hältst Dein Herz in der Hand.
Gehst wieder unter Land.
Lass sie hinter dir.
Bist jetzt ein starkes Tier.
Wort und Geleit in diesem Kleid.

JB-11-2015