Sonderbares Glück

Sonderbares Glück

Sonderbares Glück
Wächst in den Ritzen des Versuchens.
Will ein Stück dieses Kuchens,
Verkostet mit Bauchgefühl.
Behalte in mir so viel.
Vor neuen Sorgen schützt es jedoch nie.

Ist das Glück greifbar ohne festen Halt?
Wenn alles stockt und sauer wird,
Wird doch das Glück nicht alt.

Ich sehe hin und auf ein Neues,
Wächst es wie mein Lebensbaum
Beschnitten und gegossen.
Mein einer großer Traum.
Umsorgt nicht jeden Tag,
Doch immer hier im Raum.

JB-03-2015

Arbeits-Los

Arbeits-Los

Jeder klagt, ob Arbeit oder nicht.
Der eine über Kür, der andere über Pflicht.

Ob man sie sucht, ob man sie flieht,
In Gedanken nen Strich drunter zieht.

Wer Arbeit hat, der wird verbrannt.
Wer Arbeit sucht, der ist verdammt.

Und immer denken alle, der andere hats gut.
So zu sein fehlt mir einfach der Mut.

JB-2-15

Wegelied

Wegelied

Alte Weisheit neu entfesseln.
Güte und Hoffnung im Hexenkessel.
Neu und wild auf Worte losgehn.
Frisch und frei dem Frühling entgegen sehn.

Lieder singen, Wege wagen.
Über Zäune springen, nicht verzagen.
Wenn ich hoffe, sehe ich
Licht und Funken versprühen sich.

Dieses Licht will ich bewahren.
Neugierig über Grenzen fahren.
Gern mit Menschen Brücken bauen.
Zuversichtlich nach vorne schauen.

JB-02-15

Verkehrt herum

Verkehrt herum

Miteinander denken das Worteschiff,
Wenn ich umkehr‘ ins Labyrinth der Tage.

Seh‘ ich nur noch kleine Wunder,
Große zählen nicht.
Und ich höre meiner Eltern Klage.

Viel zu große Schritte tat ich gestern.
Viel zu viel gedacht, geträumt, gemacht.
Viel zu viel geweint, zu viel gelacht.

So wir neu und immer wieder wissen,
Dass es nichts gibt,
Außer dem was wir nicht müssen.

JB-12-2014

Noch ein Tag

noch ein tag

wie ich blende
gerade wieder meine phasen wende
wie ich gaunere von ihnen
diesen menschen
wie ich ziehe, drücke, schubse
mich selbst über den tag

das meer scheint mir weit
mein leid scheint so nah
warum?

wenn ich doch gründe hätte
wenn ich doch gründe hätte

und wieder doch ein tag
die sonne hilft
der mond wandelt sich mit mir

und wieder noch ein tag
sie helfen mir

JB 10-2014

Anima Mundi

Anima Mundi

Was, wenn es auf der Welt nur eine Seele gibt?

Jeder Mensch ist für sich, solange er lebt.
Sich seiner Selbst bewusst als Kapsel
in der Weltenseele vereinzelt.

Wenn er dann stirbt,
öffnet sich die Kapsel.

Was ist Bewusstsein?
Ich – Raum – Du

Pilgerfahrt

Pilgerfahrt

Ich mag diesen Tag, ungeteilt – nicht öffentlich
er fließt mir zu – ich öffne mich den Stunden
lass mich ein auf die wartungsfreie Arbeit Schreiben
niemand schreibt vor – niemand sagt: schreib ab
Keine Suche nach der mausgrauen Schichtenfalle
Freies Fallen ohne Alltag
Eine Pilgerfahrt der Worte
Wenn ich falle, dann wenigstens auf dem Weg zum Du

Ich mag diesen Tag,
so wie die Leute sich gern reden hören,
lass ich mich schreibend ein auf mein Selbst
Das Lesen der Suchenden
Suche das Gefühl wie das Außen

Ich mag diesen Tag, der sich selbst neu gebiert aus sich
und stirbt ohne Abschied, da er nicht untergeht

Ich mag diesen Tag

botanischer-garten-rabe2000