Zeit zu leben

 

Liebster Traum, sei mein Gefährte, solang ich Stille suche.

Du sei mir Nahe, sobald ich mich hier wieder finde.

Besuchst Du mich, wenn ich Dich einlade?

Ich rufe Dich so oft, ich will Dich nicht verzaubern.

Wenn ich Dich wiedersehe, werde ich nicht auf Dein Lächeln hoffen,

meines will ich Dir schenken.

Farbenspiele

Farbenspiele

Wenn der Himmel schwarz
herunter tropft auf meine Füße,
hab‘ ich ihn zuvor angemalt
mit meinen Sorgen.

Wenn Sonne scheint
in meine Fenster,
ist das die Hoffnung,
auf ein heit’res Morgen.

Wenn all mein Fühlen Farbe ist,
so mal ich oft mit schwarz und blau.
Verlass‘ mich auf die Einsamkeit
und seh‘ mich als die Wolkenbraut.

Doch träum‘ ich uns in regenbogenbunt.
Und auch mein Herz das pumpt,
damit sein Rot auf meiner Haut
Dir ohne Worte alles anvertraut.

JB 1-2014

Doodle black

Stolz

Stolz

Wer bist du Stolz, das du uns trägst,
den Wahnsinn in unsere Wunden webst?
Und alles Leiden teilst,
mit uns im Traum verweilst?

Einsam in den Wolken schwebend,
trudel ich an euch vorbei.
Singend, jauchzend, Tage lebend.
Bin ich glücklich?
Ich bin frei.

Wolkenauge, fern der Zweifel.
Wolkenauge, fern der Sicht.
Such den Vogel,
such die Teufel.
Finde Gnade,
finde Licht.

Abend in der Stadt

Hab Zugesehen

Hab zugesehen

Hab zugesehen,
wie das Federkleid der Ente schwindet,
Federn halten warm
und Fleisch macht satt.

Hab zugesehen,
wie ein Kalb an meinem Daumen nuckelt.
Wird wohl bald Wurst,
weil es kein Euter hat.

Hab zugesehen,
wie Hühner ihren Kopf verlieren,
Flügelschlagend dem Leben hinterher.

Hab zugesehen,
wie das Karnickel quiekend um sein Leben hoppelt.
Dann hängt sein Körper offen,
hält die Haut nicht mehr.

Hab zugesehen,
wie ein Fisch die Schnauze aufsperrt.
Niemand hört ihn,
Bauch ist plötzlich leer.

Hab wohl auch zugesehen,
wie eine Gans aufhört zu schnattern,
War noch zu klein,
das weiß ich gar nicht mehr.

Hab zugesehen wie Tiere sterben,
hab zugesehen, wie Körper Nahrung werden.
Jedoch was Tiere lebenslang erleiden,
das überzeugt mich, sie für mich
nicht mehr als schmackhaft zu bewerten.

JB 2012 (Änderungen 11-2013)

hahn

Heim

Heim

Tritt ein, schenk mir Dein Weglicht als Kamin.
Mein Heim will Deines sein, tritt ein.
Wer hofft schon, dass wir weiter zieh’n,
wenn Du und ich uns Flügel leih’n.

Mein Weg war ohne Dich so fad‘
ich wollte dauernd darauf treten.
Mein Bein war lahm von all der Fahrt,
mein Arm so taub von all dem Beten.

Du stehst hier vor mir; öffnest mir dein Tor,
die Fenster Deines Innern.
So will ich auch wie Du zuvor,
hier heimisch werden, nicht verkümmern.

Und all das Lastenpack,
will ich verstau’n in diesen Zimmern.
Lass uns nun ruh’n.
Denn morgen scheint die Sonne drauf,
dann lässt’s sich’s wohl erinnern.

JB /Oktober 2013

katzenkinder

Der Magier

Der Magier

Du bist mein Bett, mein Kissen, meine Decke.
Du bist mein Tisch, mein Stuhl, mein Teller.
Du bist mein Fenster, meine Tür, mein Zimmer.

Du bist mein Traum, mein Leben, meiner Suche Ziel.

Für mich bist du Wurzel, Stamm und Krone.
So dass umfassend Viel sich lohne und für immer,
mich heller scheinen lässt und ich dich wecke.

7-2013 /JB

RIMG1215

Flucht

Flucht

Hör‘ dir an, was Du meinst,
wenn Du fliehst;
aus Eile, meine Gedanken
aus Deinem Kopf zu schütteln.

Unsäglich, diese Gier;
Ich möchte meine Suche
Dir vermitteln.

Und immer,
wenn ich lausche,
regnet es Zweifeln
in mein Denken.

Und immer,
wenn ich warte,
holst Du mich ein,
um mich dann hinter Dir zu lassen.

Was ist denn,
was ich suche?
Das Wichtigste,
dass ich die wahre Frage stelle.

Die Suche nach der Antwort,
ist dann die Dunkelheit,
die mich erhelle.

Das Mysterium,
von außen wie von innen,
begreifen und besinnen.

So dass sich Alles wandelt
und Sein vom Wesen handelt.

So möchte ich erfassen.