Wir Narrenkinder

Wir Narrenkinder

Wie nur, wie die Welt begreifen?
Sie ist doch so riesengroß.

Wie die Weltenformel fassen,
wenn die Menschen sich so hassen,
taumeln durch die schwarzen Weiten,
schauen nur bis hin zum Moos.

Unbeteiligte Gesichter,
dahinter blitzen winz’ge Lichter,
scheue, schmale, hole Richter
über sich und irgendwen.

Das begreifen, das zu seh’n
und dabei nicht ganz untergeh’n.

So die Welt sich weiterdreht
und meine Brust sich senkt und hebt.

Das Herz, das Herz, es schlägt und schlägt,
wie der Schmerz, der sich jetzt regt.

Kann nicht schreien und kann’s nicht wagen,
das so laut und klar zu sagen.

Wenn die Engel Trauer tragen,
sich als Pfandhai durchs Leben schlagen.

Die Geschichten sind so frei,
es zieht mich hin zur Narretei.

Wir alle wollen Retter sein
und schlafen mit dem Wunsch nach Hoffnung ein.

/ 7-2012

Abschüssiger Hang mit Wiese und zwei Mondblumen, dahinter Strand mit Spaziergängern
Spaziergänger am Cospudener See

In den Städten

In den Städten

Asphalt wie eine Tagesdecke,
über die Welt, die ich gern hätte.

Frei und bunt und wild gewachsen,
Wald und Feld – die grünen Achsen.

So geträumt, bald aufgewacht,
jeden Tag daran gedacht.

Sonderbar war alles da.
Was ich fühlte, wen ich sah.

Traum, doch Wahrheit vor der Tür.
Seh mit Klarheit, bin schon hier.

Mond hinter Hausdach, Südvorstadt, Leipzig