Botschaft

Wenn ein Engel auf dich trifft, mit voller Wucht, dir seinen Namen preisgibt.

Du lächelst und im Inneren zerbricht, die Sicherheit, mit der du dich in ihrer Welt bewegst.

Für dich Engel, diese Botschaft:

Du versuchst was andere verneinen, die Welt zu retten und zu einen. Die anderen, sie schauen zu und lachen. Zerstören alles – Haben, Kaufen, Machen.

Zu schaffen, zu verzaubern und diese Welt zu achten, das bleibt den Narren zugedacht, wir glauben, träumen Tag und Nacht.

Bis sie die Träume rauben, betäuben und verscharren.

So will ich es dir sagen.

Schlaf ein, fang‘ an zu graben.

9/10-2012

skulptur
skulptur

Herzenskinder

Herzenskinder

Den Traum geträumt der Herzgedanken,
wach geworden, aufgestanden.
Alles dreht sich, alles neu,
alles wundersam und treu.

Himmelwärts die Wolken zieh’n,
will ihn suchen, will ihn flieh’n.
Sorglos, traumlos schlafen geh’n,
will ich atmen, Wind wird weh’n.

Was die guten Märchen sagen:
Jene, die noch Träume haben,
die das Herz durch Irrsinn leitet,
immer doch als Narr verkleidet,
wandern sie durch dunkle Zeit,
tragen sie ein buntes Kleid.

Wer nun diese Träumer sind,
weiß jedes Kind.

JB-09-2012

Kraniche im Flug
Kraniche im Flug

Der Reigen

Der Reigen

Ein Reigen Dir zu zeigen,
was ich bin.

Der volle Wahnsinn scheint in mein Gesicht.
Augen zu, ich seh ihn nicht.

Die Nacht ist meine Schwester.
Kenn‘ sie nicht.

Doch glaub‘ ich, ich bin besser
ohne Licht.

Der Traum, zu Dir zu gehen
in mir spricht.

Ich hör ihn nicht.

Doch alles was ich seh
ist Dein Gesicht.

Mir wird so licht.

JB-09-2012

Hagebuttenstrauch mit Blüte
Hagebuttenblüte

Traumernte 2

Traumernte 2

Such den Becher in der Welt,
der gefüllt die Wahrheit hält.
Sonderbar im Wahn erhellt.

Freudestrahlend bald verfällt,
Gründe nur für sich behält.
Hoffnung, Gnade – nichts was zählt.

Traum und Ende dieser Zeit,
Fröhlich, kalte Dunkelheit.

Voll der Suche ohne Sinn.
Find nur mich, wo will ich hin?

Gang und Weg und Tor und Ziel.
Sein und Werden, wenig – viel.

Glauben an die Kraft der Zeit.
Was, wenn wenig übrig bleibt?

Unterm Mond im Schatten reift,
tanzt und singt und Worte greift.
Formt, verbindet, weiter reicht.

Zaun gefunden, dort verweilt.
Faun verschwunden, Mal geheilt.
Nichts verbunden, Zeit geteilt.

/ 3-2012

Tulpenwiese

Traumernte

Traumernte

Hab‘ Träume gesät in manchen Herzen,
bekenn‘ mich zu den Feuerschmerzen.

Hab keinen Schimmer, was ich will;
nur eins, nur Dich, ist das zu viel?

Groll verzeih‘ ich und auch Gram,
wer mich will, kennt keine Scham.

Dreh‘ dich um, sieh her zu mir.
Meine Sicht gehört nur dir.

Viel verzieh’n, viel zu verzeihen,
einmal feiern, einmal schreien.

Einmal wie der Himmel sein.
Unendlich im Mondenschein.

Himmel und Raubvogel

Neuland

Neuland

Munter nur im Traum,
allein nur unter Leuten.
Wer fragt „Wer bin ich?“
muss sich trau’n,
was andere vergeuden.

Leben, Lust und Liebe,
was ist der rechte Weg?
Das alles sich für Triebe,
nur einsam neu belebt?

Und geht es hier um Hoffnung,
dann sagt mir mein Verstand:
Für alles gib dein Herz,
als größten Unterpfand.

Wer es verliert, wird leiden,
Wer es gewinnt, der zeigt
mir seine dunklen Seiten
und bringt mich ins neue Land.

/ 8-2011

Feld mit fünf Glockenblumen
Feld mit fünf Glockenblumen

Nacktheit Tag – Mantel Nacht

Nacktheit Tag – Mantel Nacht

Komm Nacht,
umkleide mich,
lösch die Gedanken,
ich leide nicht.

Träum von der Wirklichkeit,
ich meide Licht.
Es ist so dunkel,
durchscheint mich schlicht.

Versuch zu retten,
das weise Denken,
das schwere Fühlen,
den Tag, den wir hätten.

Schlicht ist was ist,
gebraucht was gedacht.
Wird Wirklichkeit hohl,
wird Wahrheit zur Nacht.

Und träum ich den Tag,
so süß er mir scheint.
Es ist eine Lüge,
die Wahrheit zu sein meint.

Ich seh in die Sonne,
spüre das Licht.
Bin ich schon wach?
Nein, ich fürchte mich nicht.

/ 7-2010

Vollmond
Vollmond