Allein

Allein

Wenn es an nichts fehlt,
Wenn mich keine Liebe quält.
Der Boden ist bestellt,
Die Nacht durch Mond erhellt.

Allein im tiefen Wald,
Bin störrisch, mir ist kalt.
Find heim und bin beseelt,
Fühl einig mich in dieser Welt.

Doch dies eine Verlangen,
Was bleibt als ihn einzufangen?
Was ist das, was mich will versuchen?
Spür doch was fehlt, willst mich verfluchen.

So such ich ihn wie allemal.
Mein Herz das pocht, Gesicht ist fahl.
So such ich ihn bis nichts mehr fehlt,
Hab alles verlassen und Licht bestellt.

JB-09-15

Das wär so schön

Das wär so schön

Manchmal so hoffe ich
Auf Dich
Manchmal so träume ich
Und Du bist Teil davon.
Manchmal so schwimme ich
In Wolken ohne Hohn.
Dann bist du mit mir unterwegs.
Ach, wär das schön.

JB-08-2015

Zuversicht

Zuversicht

Voller Zuversicht,
wenn mein Verstand gute Nacht sagt.

Ich schwelge im Jetzt.

Am Morgen wieder so viel Gewicht,
so viele schwere Gedanken:
Arbeit, keine Arbeit
Freunde, kein Freund
Liebe, ohne Anstand

Gedanken, die mich untergraben.
Will sie abstellen,
find den Schalter nicht.

Tropfen

Tropfen

Für jeden Tropfen zahl ich Schmerzensgeld.
Und viele Tropfen hab ich übrig für die Welt.

Wenn Krieg ist, Menschen Tode sterben.
Wenn ich so einsam bin, verzweifele am Werden.

Wenn Leute gehn, nicht wiederkommen, mich beerben.
Dann wein ich mir die Augen aus.
Dann trau ich mich auch nicht mehr raus.

Und lange geht das weiter so, ich lach nicht mehr, bin nicht mehr froh.

Doch wenn ich mir dann wieder denk: S’ist jeder Tag wie ein Geschenk.

Dann wird es besser und ich lenk mich selber hin
zum neuen Tag und allem was er bringen mag.

JB-02-15

Sternenhimmel

Sternenhimmel

Mit weitem Blick hinauf.
Mit großem Herzen offen und gut.
Hinauf in die weite Ferne.

So wie du schaust,
Erblickst du Dich.
Der Mond Dein Gefährte
Auf der Straße der Sterne.

Wenn Du nach oben schaust,
Erblickst du Dich.
Wolkenloses Inferno aus Staub.

JB-02-15
(nach „Die Entdeckung der Unendlickeit“ heut im Kino und dem klaren Nachthimmel auf dem Rückweg)

Kein Spiegelbild

Kein Spiegelbild

Kein gegenüber zu fragen.
So schreib ich einsam: Wer bin ich?

Sorgenvolle Frau mit Schuld
An allem was ihr zukommt,
An allem was passiert.

Hastig tipp‘ ich gegen meine Ohnmacht an.
Die Falle Schlaf schnappt wieder zu.

Vergebenes schwimmt oben auf.
Ich sehe Verlorenes ganz unten.

Wenn ich ein Tier wär,
Würd ich sie zerreißen diese Schuld.

Treu meiner Seele,
auch wenn ich sie nicht sehen kann.
Verschweig mir nichts bis auf das Du.

Und käme der Retter, ich würde ihn schlagen.
So wie ich Dich geschlagen habe,
immer im Blick meine Schuld.

Seele gegen Seele sitzen wir verzweigt im Baum
mit allerlei Getier und fragen uns wohin.
Dabei sind wir eins und hier ganz ohne Sinn.

JB-12-2014

Wenn du gehst

Wenn du gehst

In der Nacht, wenn ich wache,
Wenn ich mich sehne nach Halt,
Wenn Deine Hände nicht da sind
Und ich schreibe gegen die Einsamkeit.

Mein Kopf frisst Lächeln,
Gegen alles immun außer Zweifel.
Mein Herz schenkt Wärme über meinen Körper hinaus.
Wenn Du gehst, will ich bleiben.
So zeigt die Uhr: Verschwinde!

Du bist wie du bist,
Wenn ich mich vergesse und dabei auf dich zu geh.
Geschichte des Moments.

Sing ein Lied in die Stille,
schreib es auf und tanz dazu für mich.
Sinn ein Gedicht auf Weiß.
Ich trag’s Dir vor, wenn du schläfst.
Wenn du bei mir bleibst.

JB-12-2014