Schnee

Schnee

Vergiss nicht den Schnee,
Geheiligter Moment.
Vergiss nicht, was uns trennt.
Der Schnitt tat weh.

Und weiter suche ich,
Tret‘ weiter mein Herz mit den Füßen.
Werd‘ für mein Gefühl büßen.
Die Worte verlieren sich.

Bist Du so schnell verschwunden?
Legst Dein Bein in mein Liebesgrab,
Wo sich kein Kuss ergab.
Reiß sie auf diese Wunden.

Wann denn verlier‘ ich Dich?
Wann ist es wirklich aus?
Kehr meine Liebe zur Tür hinaus.
Schweigst zu mir, bitte sprich!

JB-02-2016

Ziel

Ziel

Tiefen ausgelotet
Dämmerung
Regen am Hang
Ich allein

Erde zu meinen Füßen
Pausenlos erschüttert
Wach und harmlos
Nur ich weiß das

Geblendet sein
Hoffnung hegen
Selten offen
Schales Licht

Reife und Selbstachtung
Hohes Ziel
Verwesungsstadium
Will ich zuviel?

JB-02-2016

Geschick

Geschick

Von Sehnsucht umwoben,
Wie ein Schleier umhüllt sie mich.
Will mich austoben.
Suche Dein wahres Licht.

Bin so müde von der langen Suche.
Bin so frei wie ich fallen kann.
Bin es leid, mich zu verfluchen.
Bereit für den Neuanfang.

Wann wird es endlich gut?
Wo ist mein Maß?
Schüre die Glut.
Trink aus dem Faß.

Bin jetzt bereit,
Mutig und Neu.
Hab‘ mich befreit,
Von Last und von Scheu.

Sieh mich an mit klarem Blick.
Find‘ mich unter allen Frauen.
Wir weben nun unser Geschick,
Zusammen die Zukunft zu schauen.

JB-02-2016

Wachstum

Wachstum

Aufgewachsen im Schongang
Verheddert in Traumseilen
Bald war ich Blickfang
Immer werd‘ ich an mir feilen

Versuch‘ mich zu verstehen
Werd neue Wege beschreiten
Planlos mal untergehen
Haltlos für mich streiten

Schatz gefunden
Aufgeteilt
Seil gebunden
Wunde heilt

Mutig und auch achtsam
Wer will mich bewahren?
Bin ich noch Untertan?
Wohn‘ mit den Scharen

Verwirklichtes Leben
Grenzenloses Treiben
Werd‘ Tücher weben
Ein Weilchen noch Bleiben

Dämme, die brechen
Müssen gesunden
Augen, die sprechen
Wortlos uns munden

Das Meer will ich suchen
Dort gern verweilen
Zuversicht buchen
Hoffnung verteilen

JB-02-2016

Schutt

Schutt

Wenn’s darum geht, mich hinzugeben,
Da bin ich kaputt.
Wie find ich ein gutes Leben,
In all dem alten Schutt.

Gegeben bis über meine Grenzen,
So ging das nicht weiter.
Haben uns aufgerieben.
Sind dran gescheitert.

Benutzt wie ein Werkzeug,
Geklagt hab‘ ich viel.
Da ist er geflohen,
Er war ja am Ziel.

Bin verrückt geworden,
Vor lauter Liebe.
Bekomm keinen Orden,
Wenn ich es auf ihn schiebe.

Nun bin ich allein,
Freunde reichen nicht.
Seh‘ wie in einem Spiegel,
Nur mein Gesicht.

Hab‘ Furcht
Vor einer fremden Hand.
Was Liebe angeht,
Ist mir fast nur Leid bekannt.

Will hoffen auf mein Glück,
Will neu sein und stark.
Ich such‘ mein Geschick,
wie alle bis zum Sarg.

JB-01-2016

Sommerblumenwiese

Sommerblumenwiese

Erhoben aus Traumbildern
Erschaffen aus Sagen den wilden
Treue Wunschgedanken
Pan und Psyche wie sie zanken

Amor jagt mich mit Pfeilen
Hänge in den Liebesseilen
Verwunschen und ungeküsst
Wirst du schon sehr vermisst

Öffne die Truhen so wie die Türen
Pforten und Schlüssel, wohin sie auch führen
Geh in Gedanken auf Freiersfüßen
Kein Schwert mehr für mich
Will nicht mehr büßen

Sommerblumenwiese
Hoffe und genieße
Will jetzt schlafen gehen
Werde schon bald verstehen

JB-01-2016

Vielleicht

Vielleicht

Vielleicht könnt‘ ich für Dich Glück bedeuten.
Ich unter allen Leuten.
Wär’s ein Verbrechen zu gesteh’n,
Dass uns’re Herzen immer zueinander weh’n?

JB-01-2016