Wer wir sind

Wer wir sind

Ich schwebe unter Menschen
Kann meinen Absprung nicht verleugnen
Tanze durch Totenköpfe
Springe in Sirupseen
All das um zu verstehen
Wer ich bin

Wir köpfen die Zeit
Sind gewaltig und frei
Unsre Worte malen Bilder
Singen von falschen Helden
Dinge sind keine Welten
Wohin?

Freuen uns an Fragen
Vermischen Gedächtnis und Gefühl
Schwimmen in Einsamkeit
All das ohne Leid
Nur um zu verstehen
Wer wir sind

JB-12-2016

Einerlei

Einerlei

Wendung in den Beinen
Ich bin Frei
Unter den Seinen
Ist mir manches Einerlei

Einen Weg zu gehen
Ein Wort zu führen
Im Mittelpunkt zu stehen
Zu Wählen zwischen Türen

Ich bin heut‘ neu gewachsen
Die Alte Haut war mir zu klein
Mein Wagen hat neue Achsen
Ich freu‘ mich hier zu sein

Und in den kleinen Booten
Ein Licht fährt mit aufs Meer
Mir ist nichts mehr verboten
Ein kleiner Schatten stört mich sehr

Mit wem will ich mein Leben teilen
Wer geht an meiner Hand
Will noch etwas allein verweilen
Brauch doch für mich den festen Stand

Und wenn ich wähle unter Vielen
Und wenn ich um Dich Tanze
Ein Weg mit reinen, guten Zielen
Wasser für die Seelenpflanze

JB-07-2016

Weisheit

Weisheit

Kein Schamanengeschick
Ich übe Unglück
Rohe Gedanken umkreisen mit Härte meine Seele
Wie ich mich sonderbar erwähle

Blicke in die Zukunft zurück
Suche das Bauernglück
Wenn ich Deinen Blick verhehle
Mich mit Ent-Täuschung quäle

Spring in den Brunnen hinab
Ist eher Pfad als Grab
Finde den Himmelsschatz
Schreibe einen gültigen Satz

Neue Worte heilen mich
Setze auf Sonnenlicht
Der Wald kennt meinen wahren Namen
Will immer mehr erfahren

Ich singe für den Holunder
Das Seelenschiff fährt munter
Meine Träume sagen Dank
Ich finde den Wundertrank

Du lehrst mich zu lieben
Ich zähle bis sieben
Erwache aus der Lähmung
Der Wilden Zähmung

JB-05-2016

Dein Stummes Wort

Dein Stummes Wort

Dein Stummes Wort, es reicht mir nicht.
Genug hab ich vom Schatten lieben.
Will jetzt endlich meinen Kopf besiegen.
Es ist der Bauch der Wahrheit spricht.

Der Schein am Ende dieses Tunnels,
Ein Spiel wie Wahrheit oder Pflicht.
Und langsam, langsam seh ich Licht.
Mein Herz, nicht mehr der trock’ne Fels.

Und wenn ich liebe, wenn ich darbe,
Siehst Du mich an, freundlich und warm.
Tust mir gut, was ist dir widerfahren?
Mein Gesicht verliert die Farbe.

Was, wenn wir uns verlieren?
Deine Hand mein größtes Gut.
Wie Deine Nähe mir gut tut.
Wie uns’re Augen uns zieren.

Was ist der Lohn für dieses Fühlen?
Ich bäum mich auf,
Nehm Furcht in Kauf.
Will Hoffnung in mir spüren.

Ein neues Lied in meinem Mund.
Ein neuer Pfad lenkt meinen Schritt.
Begegne Dir, komm aus dem Tritt.
Machst meine Welt erst rund.

Ein Zauber liegt in meinem Wunsch,
Dir nah und gut zu sein.
Sind anders, fast noch rein.
Trink gern diesen Liebespunsch.

JB-04-2016

Lose ziehen

Lose ziehen

Schlaflose Worte, die mich wiederfinden,
Mich an Dich binden.
Die ich vergesse, wenn ich einzeln bin.
Die Welt als Ganzes ist für mich ein Gewinn.

Sprachlose Tugend, die fern uns ist.
Ein Tier, das Schatten frisst.
Mein Wort darauf, ich suche Dich in Allem.
Endlose Male wird mein Rufen erschallen.

Zahllose Reime Dir zugeschrieben.
Zahllose Stunden im Schicksalsfluss getrieben.
Wer bringt uns zusammen,
Schließt die Finger, die klammen?

Eines Tages finden wir den Weg,
Wenn ein kleines Zeichen die Brücke schlägt,
Wird nichts sein wie zuvor,
Mein Herz, mein Kopf: ein lächelnder Tor.

JB-04-2016

Felsen

Felsen

Ich gehe ihn, den falschen Weg.
Steine treten, Pfützen springen.
Wer da sein wird, der tut mir weh,
Will mich zu Boden zwingen.

Ich gehe ihn, den falschen Weg.
Bin rasend, unbesonnen.
Die Felsen, die ich für ihn heb‘,
Hab ich doch selbst erklommen.

Bist Du es, der mich hier versucht?
Den Faden meiner Liebe hält?
Ich spür mich nicht mehr, bin verflucht.
Meine Tage, sind sie schon gezählt?

Ich muss Dich überwinden.
Du hälst mich fest mit Deinem Blick.
Ich muss die Gnade finden,
Dein Anblick hält mich noch zurück.

Und wenn ich endlich falle,
Die Sehnsucht, die mich hält, verspiele.
Dann sind die Worte alle.
Doch Hoffnung und Liebe hab‘ ich noch viele.

Ich gehe ihn, den neuen Weg.
Such unbekannte Augen.
Alte Träume, die ich weg feg‘
Kann meine Freiheit kaum glauben.

JB-03-2016

Nachts

Nachts

Wenn du den Himmel zerfetzt
Dich dann einsam darauf setzt
Alles um dich sondierst
Dabei unendlich frierst

Wenn alle Sterne erlöschen
Feinde dich erlösen
Regenbogen kippen um
Zukunft bleibt stumm

Dreh dich im Reigen
Darfst dich nicht zeigen
Verwirrt und aufgefressen
Ganz jung und doch versessen

Reh, Fuchs und wilde Gans
Will alles jetzt und ganz
Meine Code ist ungelesen
Meine Lippen bluten, verwesen

Musik durch Ohr und Haut
Hast du mein Herz geklaut
Und blutend lieg ich da
Bist mir nicht mehr nah

Bäume beschützen mich
Bring mich zur schäumenden Gischt
Flieg mich in schallendes Licht
Du suchst und du findest mich nicht

Ein Anderer soll mich kleiden
Will nicht mehr ohne dich leiden
Will stark sein und unnahbar
Dann ist da mein Schicksal so klar

JB-03-2016