Schild und Welt

Es rufen die Schattenwälder,
Blicke verraten Nichts.
Seinen Schild hält er,
Bar jedes zweiten Gesichts.

Hohn prallt ab von meinem Schild.
Das Leben geht weiter.
Bin mal munter und mal wild.
Draußen mal wolkig mal heiter.

Und will ich mich binden?
Mit jemandem so nah auch tanzen.
Will mich doch selber finden.
Wie geht das in einem Topf mit zwei Pflanzen?

Gericht und Urteil für die Masse.
Ich sitz‘ daheim, ich schreibe.
Sie gehen gemeinsam auf die Straße.
Was, wenn ich drinnen bleibe?

Wie außen und innen Verbinden,
In einer Welt so ungleich und feindlich?
Wie neue Wege verkünden?
Wie neu werden ohne dich?

Ein Blick und ich bin hier und jetzt.
Das Schild senkt sich hinab.
Wenn er mir auch meinen Glauben zerfetzt.
Weiß, dass ich einen Grund zu glauben hab.

Rollen wir die Welt auf andren Wegen.
Das Schaf in mir verschenkt gebrauchtes Glück.
Ich geb es dir und meinen Segen.
Will nur mein Herz zurück.

JB-07-2017

 

Dunkelheit

Dunkelheit

Es umfasst mich die Dunkelheit.
Ich sage: „Geh!“
Geh spielen mit deinen Kindern.
Geh jagen im weiten Wald.
Geh fort von mir und bald,
Bin ich allein und ohne Furcht.
Das Morgen ist mir wieder hold.
Ich finde mich mir innerlich verbunden.
Die Dunkelheit für heute überwunden.

JB-06-2017

Utopie in Wolken

Jetzt oder nie das Schiff nach morgen kapern,
Soll nicht an Mut oder Kraft hapern.
Hab das Handbuch nicht gelesen,
Besser reit ich einen Besen.
Steig hinauf zu den Sternen,
Entdecke die weiten Fernen.
Besuche noch fremde Wesen.
Sitzen dort an vollen Tresen.

Wir fliegen durch Wolkenfetzen,
Wollen Leid durch Lieder ersetzen.
Die Gedanken blitzen auf in unseren Köpfen,
Kein Wort mehr nötig, wir schöpfen.
Landen auf Moses Berg und fluten das Land mit Hoffnung.
Wir werden sesshaft, die Tiere liefern uns nur Dung;
Für Häuser und fürs Märchenfeuer.
Alles andere wäre ungeheuer.

Traurigkeit ist eine Tugend in dieser schönen neuen Welt.
Wer Felder nicht mit Tränen bestellt – hat vergessen.
Gnade vor Unschuld, Sein vor Haben.
Alles andere – Fressen für die Raben.
Uhr eingebaut in Spiegel,
Die Zeit bricht das Siegel,
Weil wir nicht mehr an Mauern bauen.
Andern ins Herz schauen.

Der Tag beginnt und Philosophen tanzen.
Der Abend bricht an, wir essen Pflanzen.
Frieden steht im Sand geschrieben.
Wär ich doch nur dort geblieben.
Doch morgens ruft die Pflicht,
Geh mit meinem Traum hart ins Gericht.
Doch was ist schlimm an Utopie?
Wer wagt gewinnt manchmal, wer zweifelt nie.

JB-06-2017

 

Kammerflimmern

Heiligenschein geboren
In meinem Innern fehlt etwas
Warten macht keinen Spaß
Reinheit geschoren

Der Trug scheint in mir
Gefühle ein endloses Fass
Allein bin ich, weil ich dich gehen lass
Wahrheit nicht nur eine Tür

Grade aus ist zu einfach
Zusammen zu utopisch
Die Wangen immer frisch
Wenn ich mich aus lach

Und trödeln ohne Stand
Vergib mir meine Gaben
Nichts und alles Haben
Im All deine Hand

Geborgen im Freundeskreis
Geschlagen von Augenlicht
Ein Wort das Schweigen bricht
Ein Blick zum Beweis

Wenn morgen die Wahrheit gewinnt
Du meinem Blick standhältst
Nicht mehr den Sorgen verfällst
Bin ich wieder Sonnenkind

JB-05-2017

 

 

 

Dein Licht

Dein Licht

Vorbeifahrende Züge,
Seh ich zur Genüge.
Aufspringen kann ich nicht,
Warten ist Pflicht.

Bist du vergeben?
Will endlich Schätze heben.
Dir sagen, du bist schön,
Will in die Tiefe gehen.

Dann kommt der Teufel,
Der Wolf im Schaffell.
Liquide Lügen,
Dem soll ich mich fügen?

Ich spüre meine Ketten,
Will all mein Gehabe verwetten.
Der Tor steht jetzt in der Pflicht,
Andre Waffen besitz ich nicht.

Ex- oder implodieren?
Niemals mehr studieren.
Hoffnung als Fackel tragen.
Keine alten Träume jagen.

Dein Licht in meinem Herzen,
Will ich verschmerzen,
Scheint mir aus den Augen,
Du kannst es kaum glauben.

Ich wache und es heilt,
Ich frage und wie die Antwort eilt.
Ein Stück des Weges gehen.
Den Unterschied verstehen.

JB-02-2017

Ungesagtes

Ungesagtes

Gedanken perlen ab von diesen Augen,
Will mir kein Urteil erlauben.
Wahrheit oder Pflicht,
Ganz so einfach ist das nicht.

Erlebnisse aufgestapelt,
Hinein in die Traumwelt.
Wenn ich an diese Tür klopf,
Hab ich Bilder vom Niemalsland im Kopf.

Und trotzdem schweige ich.
Leise verneig ich mich.
Dein Lächeln, ein Pfad in den Dunst.
Weiterlachen meine Kunst.

Loslassen und Leben erfassen.
Wieder unter Massen.
Ein weißes Licht erlischt in Farben.
Über mir kreisen weise Raben.

JB-02-2017

Wirbel

Wirbel

Geschönt ist nichts in diesem Wirbel
Ich schlage ohne Flügel
Nach dem Glück
Weicht zurück

Was ist und was war
Verblasst zu Glas
Gezwungen dem Wort zu huldigen
Ich mittendrin ohne Lied

Die Erde fängt mich auf
Die Melodie des Sturmes über mir
Tanzen oder verwehen
Wenn alles zurück bleibt

Ohne Wert und Wanderstiefel
Kein Wort sich zu verkünden
Im Tempel die Sünden
Den Verstand zu Wein verlieren

Diese Wolke ist ein Gott
Und der Wind bläst sie davon
Wieder wirbelt Staub auf
Über den Dächern von Rom

JB-01-2017