Flucht

Flucht

Hör‘ dir an, was Du meinst,
wenn Du fliehst;
aus Eile, meine Gedanken
aus Deinem Kopf zu schütteln.

Unsäglich, diese Gier;
Ich möchte meine Suche
Dir vermitteln.

Und immer,
wenn ich lausche,
regnet es Zweifeln
in mein Denken.

Und immer,
wenn ich warte,
holst Du mich ein,
um mich dann hinter Dir zu lassen.

Was ist denn,
was ich suche?
Das Wichtigste,
dass ich die wahre Frage stelle.

Die Suche nach der Antwort,
ist dann die Dunkelheit,
die mich erhelle.

Das Mysterium,
von außen wie von innen,
begreifen und besinnen.

So dass sich Alles wandelt
und Sein vom Wesen handelt.

So möchte ich erfassen.

Frostblumen

Frostblumen

Kristall’ne Tropfen frischen Blutes
an eisig klarer Fensterscheibe.

Eisblumen rot,
ich will sie kosten.

Hauch Du sie an und
gib sie mir zu trinken.

Bevor sie tau’n
und dann verschwinden.

Hinab ins Erdreich,
wo sie neu erblüh’n.

In lichtlos Farben
ewig glüh’n.

4-2013 JB

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Anderswelt

Anderswelt

Was ist das, Zeit?
Der Weg vom Heute bis zum Morgen,
die Hoffnungen und Sorgen
und dann kurz Klarheit,
wie wenn Sonne scheint?

Doch wieder wallt am Horizont der Nebel.
Wer führt mich, wer bedient die Hebel?
Und welcher Art ist Hoffnung,
wenn sie Taten hemmt?
Mein Leben ist durch Traum gelenkt.

Was ist das, Zeit?
Wenn nebenher die Traumwelt existiert
und mich mit ihren Bildern inspiriert,
ich Wege seh‘ wo and’re Hindernisse?
Zeit schenkt mir Brücken über Überflüsse.

3-2012 JB

Palmgarten, Leipzig
Palmgarten, Leipzig

Gischt

Gischt

Schau in die Gischt, mein unstillbares Bangen,
Es schwemmt zum Land und liegt dort brach wie tot.
Doch wenn Schein stirbt, gelingt mir zu erlangen,
Was in mir brodelt, was mich beben macht, was tobt.

Und wenn mein Herz Dich spürt, bevor ich sehe
und wenn mein Traum uns eint bevor wir wissen,
dann gnade diesen heiß erträumten Küssen,
dann will ich, was ich fühle, was uns droht.

3-2013 JB

gischt

Träumerei

Träumerei

Du bist nah, wenn Nähe alles wär.
Grabstille herrscht und schwer
die Luft in meiner Herzensgruft.

Ganz einfach nebenher
gestorben das Gefühl,
dass Du und ich so viel,
so tief empfinden.

Ich säe diese Wunden
und streue Salz hinein.
Es werden Narben sein,
die ich bald in mir trage
und nein zu Neuem sage.

Die Träumerei allein,
die wird mir Freundin sein,
die wird mir Freundin bleiben.

10-2012

Distel
Distel

Sehnsucht

Sehnsucht

Kröte in den Morgenstunden,
Leib ganz frei und voll von Wunden.
Denk die Einsamkeit herbei.
Ich bin hier – du einerlei.

Wenn es nur so einfach wär.
Träumen – selbst das fällt mir schwer.
Wenn du so für dich gesehn,
sitzt und schweigst – so wunderschön.

Tränen mir die Worte sagen.
Ich bin hier, fang an zu graben.
Traurig, wild, verlassen, rein,
sing ich sie: Ich bin ganz Dein.

Wenn morgen alles and’re brennt,
mein Herz dich findet und bekennt.
Auf dass die Feuer übergreifen
und in dir Sonnenbrände reifen.

Der Zauber fängt den Abendstern.
Ich finde dich, du bist der Kern.
Und alles dreht sich um den Tag,
an dem du weißt, dass ich dich mag.

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Wartezimmer im Themenpark

Wartezimmer im Themenpark

Dauerstellung, Wartehaltung.
Bin so einsam! Bin so sau dumm!
Dass ich bleibe, dass ich hoffe;
Dass ich mich so runter mache.

Wird es so und wird es anders?
Kenn die Worte, weiß ich kann das.
Wann kommt meine Zeit,
ist es bald so weit?

Dass ich mich zu Worten zwinge,
Dich und mich nach vorne bringe.

Wer hilft mir, wer hilft uns beiden?
Wer? Nur wir, will nicht mehr leiden.

Will dir in die Augen sehn;
So besonders, auch so schön.
Kratz an meiner Oberfläche,
weiß nur, dass ich für dich lächle.

Seh nur dich, wenn ich vorbei geh.
Bleib nur kurz, da ich sonst durchdreh.

Worte schwirren durch die Luft.
Zauber, Fluch und Rätselduft.

Werd nur hier und heute schwach,
morgen bin ich wieder wach.
Denk an dich und tob mich aus,
meine Sorgen werf ich raus.

Wein‘ nur in den falschen Träumen,
sink in Mitleid, sing von Schäumen.

Meerjungfrau wo ist dein Messer,
willst du leben und dich bessern?

Doom – Die Herrschaft geht zu Ende,
bring herbei die Mondenwende.
Lass mich für dich Schatten sein.
Niemals Morgen, wir allein.

/ 3-2012

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