Damenwahl

Damenwahl

Anderswo nimmt er mich an die Hand.
Sagt meinen Namen und schon ist alles klar.
Die Liebesglocken läuten wunderbar.
Mit diesem Denken, lauf ich hier gegen die Wand.

Es ist an mir zu flirten und zu wählen.
Muss singen, wie der Amselhahn auf seinem Ast.
Hab manche Strophe schon verpasst.
Kann meine Erfolge an einer Hand abzählen.

Schau ich ihn an, so kuckt er in die Wolken.
Sag ich Hallo, ist er schon lange fort.
Ich lebe hier wohl im verkehrten Ort,
Wo alle Frauen ihre Männer wählen sollten.

Ich wachse Tag für Tag an diesem Umgang.
Ich gehe auf ihn zu und lad‘ ihn ein.
Erzähl von mir, nichts ist mir mehr geheim.
Vielleicht hab ich ja doch bald Anhang.

JB-05-2016

Unplanbar

Unplanbar

Ich bewege mich auf Wolkenblättern
Will diese Mauern zerschmettern
Die Zeit reißt Wunden
Ich atme Sekunden

Erklimme diese Wörterschicht
Sag meinen Dank und das schlicht
Umfasse den Gewitterraum
Kämpfe für den arglosen Traum

Solange ging es gut
Jetzt packt mich die Wut
Jetzt will ich begreifen
Und an meinen Tränen reifen

Kommt Zeit kommt Rat
Ich freue mich auf die nächste Tat
Meine Wünsche, mein Geschick
Brich mir nicht das Genick

Es lauert das Glück auf der Stufe
Wenn ich nach Dir rufe
Wenn ich mich verwandle
Und im besten Sinne handle

JB-05-2016

Tauchgang

Tauchgang

Mein Boot steht unter Wasser
Tauchen und überleben
Will mich aufs Ganze hingeben
Wittere Heilung

Wenn er sich zeigt
Wenn ich mich verliere
Herzen aufgereiht
Ahne, dass ich nicht mehr friere

Rutsche die Erde hinab
Und sehe Schattenwälder
Verneine die Blutgelder
Verliere meinen Stab

Und wieder tauche ich
Sehe den Schatz
Und wieder wildere ich
in meinen Eingeweiden

Will mich so scheinbar verkleiden
Wandere auf Sonnenwegen
Füttere alte Seelen
Umschließe meine Weiden

Wenn ich mich umarme
Mich wähle und andere umsorge
Mir Liebe und Hoffnung borge
Tanze für volle Säle

JB-05-2016

Weisheit

Weisheit

Kein Schamanengeschick
Ich übe Unglück
Rohe Gedanken umkreisen mit Härte meine Seele
Wie ich mich sonderbar erwähle

Blicke in die Zukunft zurück
Suche das Bauernglück
Wenn ich Deinen Blick verhehle
Mich mit Ent-Täuschung quäle

Spring in den Brunnen hinab
Ist eher Pfad als Grab
Finde den Himmelsschatz
Schreibe einen gültigen Satz

Neue Worte heilen mich
Setze auf Sonnenlicht
Der Wald kennt meinen wahren Namen
Will immer mehr erfahren

Ich singe für den Holunder
Das Seelenschiff fährt munter
Meine Träume sagen Dank
Ich finde den Wundertrank

Du lehrst mich zu lieben
Ich zähle bis sieben
Erwache aus der Lähmung
Der Wilden Zähmung

JB-05-2016

Was bleibt

Was bleibt

Was bleibt mir, wenn in dunklen Nächten,
Gedanken und Gefühle knechten?
Und über den Tag gesehen,
Da will ich nichts mehr verstehen.

Was bleibt zu tun, wenn ich in dieser Haut,
Unruhe und Not nur spüre?
Wenn ich gedanklich friere.
Mein Körper zahlt die Maut.

Was bleibt, wenn ich so Vieles will?
Viel tun, viel spüren, Vieles denken.
Kann mir nicht den Kopf verrenken.
Die Wahrheit ist das Ziel.

Da steht es nun geschrieben.
Und da steckt Heilung drin.
Erkennen und verwinden.
Gleichgewicht finden.
Dazu Ruhe und Maß; das macht Sinn.

JB-05-2016

Menschen

Menschen

Ich schnitze mich aus einem Weidenstock,
Den Körper, den Kopf, meine Frisur.
Ich leide unter Menschen, bekomme oft ’nen Schock.
Brauch Ruhe oder Leben, was wird meine Kur?

Du fehlst in diesem Stadt-Gewimmel.
Ich finde dich nicht mehr.
Ich gehe unter einem grauen Himmel.
Das Herz ist einsam und es wird mir schwer.

Da sind die Freunde und sie scheinen fern.
Da ist der Beste, der ist unterwegs.
Hab‘ Menschen wohl einfach zu gern.
Ich lebe diese Wahrheit und das stets.

JB-05-2016

Schweigen

Schweigen

Hab gemerkt ich will schweigen
Will mich vor allem verneigen
Schon meiner Träume wegen,
Werden sonst zertreten.

Will tanzen, will schauen.
Wieder Brücken bauen.
Will sehen und wagen.
Etwas neues in die Welt tragen.

Alles wie aufgepfropt im Leben.
Jetzt sprich deinen Segen.
Will mich aus Unbill erheben.
An den besetzten Stühlen sägen.

Hier unter Eichen
Will nicht mehr weichen
Will meinen Namen sagen
Meine Geschichte weiter tragen

Will mich mit mir vereinen
Nicht mehr um Gestern weinen
Will die Schmerzen vertagen
Eure Worte ertragen

Will zur Milchstraße treiben
Euch Mögliches zeigen
Die Büchse neu befüllen
Die Erhabenheit spüren

JB-05-2016