zwielicht

zwielicht

ich bade im mondenlicht
erinnerung ist mir pflicht

berühre dich mit meinem zeh
in mir ein ganzer see

fühlen und wollen wie im traum
zwischen dir und mir ein weiter raum

einzeln und ganz wie ich bin
nur traum und lächeln im sinn

geh ins morgen, schau zurück
jonglier mit sorgen, verbrauche glück

sagen und schattentiere
sieh nur, wie ich friere

watte für ruhige stunden
heilung für offene wunden

morgen wird sonne sein
dann fühl ich mich nicht so allein

JB-08-2016

Zukunft

Zukunft

Ölgetränktes Leichentuch,
Land verwüstet, wie im Fluch.
Amokläufer in Terror gebadet,
Leben das schadet.

Wütendes Volkgrimmen,
Niemand lässt uns abstimmen.
Menschen, die nach unten treten.
Was hilft hoffen, was hilft beten?

Stockschläge, die uns trafen,
Nachrichten lassen uns nicht schlafen.
Gas verdrängt die Luft,
Zwischen den Menschen wächst die Kluft.

Will jetzt nach vorne sehen,
Will gutes in jedem Menschen erspähen.
Zusammen erwägen, wie es weitergeht,
Es ist noch nicht zu spät.

Sonne, Regen, Wind,
Hoffen wie ein Kind.
Tanzen in den Straßen,
Wissen wiederfinden, das wir vergaßen.

Worte ohne Härte zwischen dir und mir,
Wenn ich Vorurteile verlier‘.
Wege, die glücklich machen,
Kein Nutzen mehr für neue Sachen.

Freiheit zu tun und zu lassen,
Im Park Lieder zu verfassen.
Freundschaft zählt mehr als Geld,
Natur bedeutet uns die Welt.

Rad fahren in die Zukunft,
Alle sind glücklich in ihrer Zunft.
Lasst die Fahnen fliegen,
Lasst das Heute siegen.

Jedes Leben zählt,
Gier und Machtkampf abbestellt.
Gemüse wächst in den Städten,
Zusammen können wir uns retten.

JB-07-2016

Einerlei

Einerlei

Wendung in den Beinen
Ich bin Frei
Unter den Seinen
Ist mir manches Einerlei

Einen Weg zu gehen
Ein Wort zu führen
Im Mittelpunkt zu stehen
Zu Wählen zwischen Türen

Ich bin heut‘ neu gewachsen
Die Alte Haut war mir zu klein
Mein Wagen hat neue Achsen
Ich freu‘ mich hier zu sein

Und in den kleinen Booten
Ein Licht fährt mit aufs Meer
Mir ist nichts mehr verboten
Ein kleiner Schatten stört mich sehr

Mit wem will ich mein Leben teilen
Wer geht an meiner Hand
Will noch etwas allein verweilen
Brauch doch für mich den festen Stand

Und wenn ich wähle unter Vielen
Und wenn ich um Dich Tanze
Ein Weg mit reinen, guten Zielen
Wasser für die Seelenpflanze

JB-07-2016

Mogli

Mogli

In dunklen Wäldern, dort bist du daheim.
Mein Herz fliegt zu dir und das bleibt geheim.

Vorbei an reifen Feldern, geh ich auf dich zu.
Ich webe Lieder, du schnitzt Gedanken, all das im Nu.

Dein Wilder Geist prägt sich mir ein,
Will für dich singen, mit dir frei sein.

Will hoffen und Warten auf Deinen Blick.
Will stricken und färben an unserem Geschick.

Wir finden uns und bleiben rein,
So viel gibt uns das Beieinander sein.

Ich dreh mich um und Du bist fort,
Ich träum‘ mich an nen and’ren Ort.

Wo du in Deinen Bäumen lebst,
Mich einzig zur grünen Göttin erhebst.

Ich seh‘ dich bald im Mondenschein.
Und könnte mit den Tieren schrei’n.

Kann doch mein Glück kaum fassen,
Das wir zusammen saßen.

JB-07-2016

Das Bunte Treiben

Das Bunte Treiben

Ob unter Menschen oder so für mich,
Ich spüre Leben aus allen Ritzen sprießen.
Die Zeit berührt mich sommerlich,
Seh‘ das Bunte Treiben mich um fließen.

Manchmal wird es mir auch zu viel.
Ich geh ins Haus; fang‘ an zu schreiben.
Wie für jeden Dichter beginnt das Spiel,
Was ich erlebt in Sätze um zu kleiden.

Die Kinder sehen alles neu,
Die Alten fragen viel.
Und alle geh’n heut ohne Scheu
Zusammen zu aufs Ziel.

Ich lass mich treiben, wie die Saat,
gestreut ins weite Feld.
Ich lobe mir so sehr die Tat,
Wenn sie Versprechen hält.

Ob Wald, ob See, ob Innenhof,
Die Leute halten Hitze aus.
Kalt wird es bald, so meint der Philosoph.
Heut macht sich niemand was daraus.

Ich halte hier den Hof der Worte.
So wie ich bin, verhöhne meine Fehler.
Mein Herz kennt viele schöne Orte,
Mein Kopf spielt in Gedanken den Erzähler.

JB-06-2016

Zweimalseele

Zweimalseele

Hab‘ Dich gesehen, bin aufgestanden,
Raus aus dem Müll der Worte.
Nehm‘ Dein Lächeln mit an viele Orte.
Meine Maske ging abhanden.

Fühl‘ nun alles und auch Dich.
Schaust mich an wie Sonnenschein.
Herz in der Hand, so geh‘ ich heim.
Gestern und Morgen verbünden sich.

Doch ich lauf‘ den Weg der Sorgen.
Mein Kopf gewinnt den stillen Kampf.
Nicht mehr geschützt, steht unter Dampf.
Muss mir bei Freunden Hoffnung borgen.

Hin und her, das Rad dreht sich so schnell.
Will mich sammeln und neu erfinden.
Lieder singen, die von Liebe künden.
Trinken aus dem Feuer-Quell.

Hand in Hand den Weg beschreiten,
Tag und Tag zusammen leben.
Willst Du mir Dein Zeichen geben,
Die Kopfgespinste so vertreiben?

Es bleibt dabei, ich schau mich um,
Seh‘ Paare oft und überall.
Manchmal ist Liebe wie ein Fall.
Was soll’s, ich scher‘ mich nicht darum.

JB-06-2016

Drei Funken

Drei Funken

Aufeinander zugehen,
Sich verschränken in allen Dingen.
Weise voraussehen,
Wissen, wie ich mit Dir klinge.

Aufpassen auf den klaren Funken,
Der uns am Leben hält.
Ist mir in den Bauch gesunken,
Das Licht bedeutet mir die Welt.

Du berührst das neue Leben,
Hand in Hand den ersten Schritt.
Wollen ihm Schutz und Wärme geben,
Das Los muss mit.

Tatkraft und Wissen,
Vernunft und Träumerei.
Leg Dich in die Kissen,
Die Zukunft zieht vorbei.

JB-06-2016