Herzenskinder

Herzenskinder

Den Traum geträumt der Herzgedanken,
wach geworden, aufgestanden.
Alles dreht sich, alles neu,
alles wundersam und treu.

Himmelwärts die Wolken zieh’n,
will ihn suchen, will ihn flieh’n.
Sorglos, traumlos schlafen geh’n,
will ich atmen, Wind wird weh’n.

Was die guten Märchen sagen:
Jene, die noch Träume haben,
die das Herz durch Irrsinn leitet,
immer doch als Narr verkleidet,
wandern sie durch dunkle Zeit,
tragen sie ein buntes Kleid.

Wer nun diese Träumer sind,
weiß jedes Kind.

JB-09-2012

Kraniche im Flug
Kraniche im Flug

Der Reigen

Der Reigen

Ein Reigen Dir zu zeigen,
was ich bin.

Der volle Wahnsinn scheint in mein Gesicht.
Augen zu, ich seh ihn nicht.

Die Nacht ist meine Schwester.
Kenn‘ sie nicht.

Doch glaub‘ ich, ich bin besser
ohne Licht.

Der Traum, zu Dir zu gehen
in mir spricht.

Ich hör ihn nicht.

Doch alles was ich seh
ist Dein Gesicht.

Mir wird so licht.

JB-09-2012

Hagebuttenstrauch mit Blüte
Hagebuttenblüte

Sehnsucht

Sehnsucht

Kröte in den Morgenstunden,
Leib ganz frei und voll von Wunden.
Denk die Einsamkeit herbei.
Ich bin hier – du einerlei.

Wenn es nur so einfach wär.
Träumen – selbst das fällt mir schwer.
Wenn du so für dich gesehn,
sitzt und schweigst – so wunderschön.

Tränen mir die Worte sagen.
Ich bin hier, fang an zu graben.
Traurig, wild, verlassen, rein,
sing ich sie: Ich bin ganz Dein.

Wenn morgen alles and’re brennt,
mein Herz dich findet und bekennt.
Auf dass die Feuer übergreifen
und in dir Sonnenbrände reifen.

Der Zauber fängt den Abendstern.
Ich finde dich, du bist der Kern.
Und alles dreht sich um den Tag,
an dem du weißt, dass ich dich mag.

tilda002

Wartezimmer im Themenpark

Wartezimmer im Themenpark

Dauerstellung, Wartehaltung.
Bin so einsam! Bin so sau dumm!
Dass ich bleibe, dass ich hoffe;
Dass ich mich so runter mache.

Wird es so und wird es anders?
Kenn die Worte, weiß ich kann das.
Wann kommt meine Zeit,
ist es bald so weit?

Dass ich mich zu Worten zwinge,
Dich und mich nach vorne bringe.

Wer hilft mir, wer hilft uns beiden?
Wer? Nur wir, will nicht mehr leiden.

Will dir in die Augen sehn;
So besonders, auch so schön.
Kratz an meiner Oberfläche,
weiß nur, dass ich für dich lächle.

Seh nur dich, wenn ich vorbei geh.
Bleib nur kurz, da ich sonst durchdreh.

Worte schwirren durch die Luft.
Zauber, Fluch und Rätselduft.

Werd nur hier und heute schwach,
morgen bin ich wieder wach.
Denk an dich und tob mich aus,
meine Sorgen werf ich raus.

Wein‘ nur in den falschen Träumen,
sink in Mitleid, sing von Schäumen.

Meerjungfrau wo ist dein Messer,
willst du leben und dich bessern?

Doom – Die Herrschaft geht zu Ende,
bring herbei die Mondenwende.
Lass mich für dich Schatten sein.
Niemals Morgen, wir allein.

/ 3-2012

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Das Wurzelwerk

Das Wurzelwerk

War eine Wand ohne Tür – meine Liebe,
Der Raum dahinter – so dunkel, so leer.

War eine Pflanze in zu kleinem Topf – meine Liebe.
Nun frei am Himmel schwebend – unten das salzige Meer.

Wo das Licht, den Weg zu leuchten?
Wo die Seele, ihn zu finden?

Wo der Fluss, Gefühl zu nähren?
Wo die Erde, es zu binden?

Zu Lieben die Kunst – zu Achten, zu Verstehen,
Mit Verstand und Gefühl diesen hohen Weg zu gehen.

Eins zu sein, ohne sich zu verlieren,
sich zu finden, zu binden, alles zu riskieren.

/ 5-2012

Winterwald mit Bodennebel
Winterwald mit Bodennebel

Feuervogel

Feuervogel

Wütend: Wie in Worte fassen,
was ich fühle, will nur hassen.
Bin so einsam, bin gefesselt.
Niemand, der mehr Blicke wechselt.

Alles soll so weitergehen?
Ich will lieben, ich will sehen!

Leben, atmen, Schicksal wenden,
ich will brennen, bis ich glühe.
Will vergehen, wenn ich zage,
mich im Selbstmitleid vergrabe.

Alles soll so weitergehen?
Ich will sein, ich will verstehen!

Bin so frei mich neu zu gießen.
Feuer sei mein Element.
Bin so frei, jetzt zu genießen,
was mich früher hat gehemmt.

/ 2-2012

feuervogelweb
Feuervogel von Johanna Blau

Neuland

Neuland

Munter nur im Traum,
allein nur unter Leuten.
Wer fragt „Wer bin ich?“
muss sich trau’n,
was andere vergeuden.

Leben, Lust und Liebe,
was ist der rechte Weg?
Das alles sich für Triebe,
nur einsam neu belebt?

Und geht es hier um Hoffnung,
dann sagt mir mein Verstand:
Für alles gib dein Herz,
als größten Unterpfand.

Wer es verliert, wird leiden,
Wer es gewinnt, der zeigt
mir seine dunklen Seiten
und bringt mich ins neue Land.

/ 8-2011

Feld mit fünf Glockenblumen
Feld mit fünf Glockenblumen