Der Herrscher

Der Herrscher

Du hälst mein Herz fest, ich leide.
Du legst mir ne Kette um, ich zerre.
Du schreist mich an, ich fliehe.

Du, der du Macht willst;
lebe mit dir selbst und wenn du andere versuchst,
folgen sie dir ins Nirgendwo.

Warum auch immer,
niemand ist da froh,
es wird nur immer schlimmer.

JB 8-2014

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Vergessen

Vergessen

Tief unten schwebt das Erinnern.
Die Tage sind lang gezogen.
Hätte gern wie Amor Pfeil und Bogen,
Damit alle anders werden.

Hätte gern jetzt volle Stimme,
Um mich selber aufzuklären.

Bin zum Schweigen gehalten,
Sonst vergess ich zu verwalten.
Denn nur ich weiß:
Wir müssen uns nicht spalten.

JB 2014-8

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Brennen im Kopf

Brennen im Kopf

Wer hilft, wenn niemand schlafen kann;
der Arzt, das Bett, die Schwester?

Wer hilft, wenn Träume baden gehen;
der Vater, der Junge, der Unheilige Sohn;
Oder doch Abwesende Liebste?

Und so geht sie dahin die Zeit,
wenn Träume brennen lernen;
wenn Körper krankend sterben.

8-2014 JB

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Hexen

Hexen

Wie ihr uns jagt mit euren Stöcken.
Wie wir uns fangen auf unsren Besen.

Wir reiten, ihr zündet.
Wir schmelzen, ihr kündet;
Verbrennt gar uns Menschenwesen.

Eure Sünden, die sind uns’re Not.
Eure Proben sind unser Tod.

Wir sind nicht gefeit vorm letzten Geleit.
Doch tragen wir unser Wissen in die neue wilde Zeit.

JB 8-2014

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Weltenengel

Liebster Engel heb‘ mich auf,
So gehe ich hinab mit dir.
Dahin, wo der Wein reift,
Wo dein Garten wächst.

Hinab die 30.000 Menschheitsstufen,
In die Weltenwärme dieser Hölle.

Wir sind das Abbild dieses Liedes
Und wie ich falle, stürzt du.

Wie ich bin in dir, bist du in mir.
Wir sind die Weltenengel.
Die Erde sei unser Himmelstier.
Doch stürzen wir auch hier.

Denn Menschen wollen uns besingen,
Uns Engel mit den dunklen Schwingen.

Wir seien Teufel, Hexen schreiben sie.
Wie helfen, wenn sie schreien und lügen.
Sich selbst nicht mehr verzeihen und unsre Erde pflügen.

Mut und Weisheit zu beleben, solch Worte bringen uns hierher.
Die Liebe wird uns heben über dieses Feuermeer.

JB-8-2014

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Four Elements mit inversen Farben, bin mit dem unteren Teil nie so ganz zufrieden gewesen, so gefällts mir besser

Stammheim

Stammheim

Ulrike meine Hoffnung schwindet
und wie die Hoffnung bist du tot.
Der Traum vom wahren Wesen kündet
und in der Wahrheit steht die Not.
Doch ohne Klarheit lebt sichs schlecht
in dieser Welt aus Gier und Macht.
Und wenn ich an das Morgen denk,
dann bin ich um den Schlaf gebracht.

8-2014 JB

(die letzten beiden Zeilen habe ich von Heinrich Heine gemopst)

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Auf Moos

Auf Moos

Auf Moos will ich liegen mit dir,
Zwischen Kleeblatt und Heidelbeer
In den Hügeln.

Der Tag, den ich kommen sah,
Nun bald ist er nah,
Denn der Fluss hat zu fließen begonnen.

Du trägst den Stein übers Ufer hinaus.
Die Furt führt uns in den Garten.

Da wollen wir warten
Und uns erfreuen an den Früchten.

7-2014 JB

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