Windland

Windland

Wachgeworden, fortgegangen,
Rollen bis zum Horizont.
Vorwärts über Wasser, über Land.
Bleib beim Neuen
Und geh weiter mit dem Morgen
Hand in Hand.

Träumte süß von weiter Ferne,
Jetzt so nah, ich schau mich um.
Viele Leute seh ich gerne.
Buntes Treiben rundherum.

Zauberhafte Landgeschichten,
Liegen vor mir ausgebreitet.
Will erleben und besingen.
Mich nicht schonen,
Landschaften gleich neu benannt.

Wind trägt mich durch fremde Orte.
Halt sie fest in Bild gebannt.
Bin so frei und bin so gerne
Und auf morgen sehr gespannt.

JB-05-15

Schicksal

Schicksal

Schicksal verwirrt mich mit Schattenbildern.
Kann nicht umhin, unten zu sein.
Sonnenschein macht Schatten stark,
So stark, dass ich fluchen muss,
Um noch bei mir zu sein,
Um mir selbst zu helfen.

Kann nicht umkehren,
Da ist nichts zu dem ich fliehen könnte.
Doch nach Vorn muss ich gehen,
Immer das Gute im Blick.

JB-04-2015

Sonderbares Glück

Sonderbares Glück

Sonderbares Glück
Wächst in den Ritzen des Versuchens.
Will ein Stück dieses Kuchens,
Verkostet mit Bauchgefühl.
Behalte in mir so viel.
Vor neuen Sorgen schützt es jedoch nie.

Ist das Glück greifbar ohne festen Halt?
Wenn alles stockt und sauer wird,
Wird doch das Glück nicht alt.

Ich sehe hin und auf ein Neues,
Wächst es wie mein Lebensbaum
Beschnitten und gegossen.
Mein einer großer Traum.
Umsorgt nicht jeden Tag,
Doch immer hier im Raum.

JB-03-2015

Blau

Blau

Blau meine Farbe,
wie sie schwingt,
wenn ich tanze.
Mich umkreist.
Meine Gedanken bestimmt.

Blau meine Seele,
wenn ich schweige.
Mein Denken umnachtet.
Mein Blick gesenkt,
nach innen gerichtet.

Blau wie der Himmel,
dem ich täglich begegne,
wenn ich reise ins Leben,
der auch mein Handeln lenkt
und mich ganz umgibt.

Blau so mein Name,
den ich neu erfinde,
aus mir heraus löse
und aufschreibe unter alles.
Raum für mich.

JB-03-2015

Unschuld

Unschuld

Ich tanze im den Frühling.
Ich tanz von früh bis spät.
Ich trag das Kleid des Frühlings gar.
Mein Mutter hats gewebt.

Wie Unschuld bin ich rein und sanft.
Wie Wasser im Gebirge.
Den Rosenkranz in meinem Haar,
Das Kleid trag ich mit Würde.

Und wenn ich singe, bin ich frei.
Es lauschen alle Tiere.
Die schwere Arbeit mir einerlei.
Und wohl auch, wenn ich friere.

So geht die Zeit, der Frühling kommt.
Ich bin beglückt, ich tanze.
So geht die Zeit im Jahreskreis.
Der Herold bricht die Lanze.

JB-02-15

 

Tropfen

Tropfen

Für jeden Tropfen zahl ich Schmerzensgeld.
Und viele Tropfen hab ich übrig für die Welt.

Wenn Krieg ist, Menschen Tode sterben.
Wenn ich so einsam bin, verzweifele am Werden.

Wenn Leute gehn, nicht wiederkommen, mich beerben.
Dann wein ich mir die Augen aus.
Dann trau ich mich auch nicht mehr raus.

Und lange geht das weiter so, ich lach nicht mehr, bin nicht mehr froh.

Doch wenn ich mir dann wieder denk: S’ist jeder Tag wie ein Geschenk.

Dann wird es besser und ich lenk mich selber hin
zum neuen Tag und allem was er bringen mag.

JB-02-15

Sternenhimmel

Sternenhimmel

Mit weitem Blick hinauf.
Mit großem Herzen offen und gut.
Hinauf in die weite Ferne.

So wie du schaust,
Erblickst du Dich.
Der Mond Dein Gefährte
Auf der Straße der Sterne.

Wenn Du nach oben schaust,
Erblickst du Dich.
Wolkenloses Inferno aus Staub.

JB-02-15
(nach „Die Entdeckung der Unendlickeit“ heut im Kino und dem klaren Nachthimmel auf dem Rückweg)