Herzenswärme

Herzenswärme (für T. N.)

Du schaust die Welt an mit ganz offenem Herzen
Und gnadenvoll so schaut die Welt zurück.
Behältst dein Lachen und die warmen Worte,
Auch wenn Dich mal ein Schatten nieder drückt.

Hast Deinem Sohn Dein Lachen mitgegeben.
Der Mann an Deiner Seite zeigt Dir seine Liebe oft.
Ihr beide lebt das Leben schön verwegen,
Zusammen ihr auf viele frohe Tage hofft.

Lass uns’re Freundschaft uns so weiter halten.
Sie gibt mir viel, ich will sie nicht mehr missen.
Du spendest Trost und glättest Sorgenfalten.
Lass und die Fahne des Glückes zusammen hissen.

JB-11-2015

Bestimmung

Bestimmung

Wohin verweht es mich?
Ist doch unglaublich!
Was die Welt gibt.
Was mit mir geschieht.

Zieh‘ eine Nummer,
Sonst gibt es Kummer.
Bleib nicht stehen,
Sonst wird was geschehen.

Arbeiten heißt das Gebot.
Sonst schlechte Zukunft droht.
Geschäft oder Untergang.
Für mich ein Missklang.

Will mich verwirklichen.
Kreativ unter Möglichen.
Will die Welt begreifen.
Das Alles muss doch reifen.

Brauch etwas Zeit,
Der Weg ist so weit.
Will mich erfahren,
Muss dafür sparen.

Wenn Menschen fühlen,
Die Welt mit Herz füllen.
Bringt uns das Sicht,
Gibt uns Gesicht.

JB-11-2015

Geduld

Geduld

Worauf warte ich mit weichen Knien?
Warum verstecke ich mich unter Decken?
Ich will aufwachen, die Welt entdecken.
Will mit offenem Herzen nach Draußen ziehen.

Nicht mehr lang, dann wage ich den Sprung.
Nur noch kurze Zeit, dann finde ich die Kraft.
Keine Furcht mehr vor der Einzelhaft.
Die Träume werden wahr und das bedeutet Heilung.

Wenn ich die Spur verliere, helfen mir die Leute.
Wenn ich mein Herz verschenke, rettet mich die Glut.
Werde einig mit der Lebensflut.
Erfreu mich an der tanzenden Meute.

Brauche ich jemanden um aufzutauen?
Sing ich nicht allein die schönsten Lieder?
Fühl mich lebendig bis in alle Glieder.
Freunde sind da mich aufzubauen.

Für all das brauch ich doch Geduld.
Der Hexenkessel schenkt die tollsten Tränke.
Brauch keine Bosheit und auch keine Ränke.
Bring mich zurück zur ersten Unschuld.

JB-11-2015

Traumgeschichten

Traumgeschichten

Sobald ich schlafe, geh ich durch die Tür,
Erlebe Traumgeschichten.
Will mein Leben darin richten,
Sammle viel dafür.

Sobald ich träume, pack ich meine Sachen
Und reise durch andre Welten.
Verliere viel. Was will man machen?
Will gar nichts mehr gelten.

Solang ich schlafe, träum ich für das Leben,
Durchstreife Abenteuer.
Sobald ich aufwach‘, will ich sie aufheben,
Schreib sie auf in mein Buch, sind sie auch ungeheuer.

JB-11-15

Obdachlos

Obdachlos

Vor allem hab ich Angst,
Dass ich mein Heim verliere,
Dass ich dann draußen friere
Und der Wahn jeden Tag mit mir tanzt.

Wenn ich nicht mehr denken kann,
Kein Freund mehr zu mir steht,
Die Gesundheit den Bach runter geht.
Komm ich ganz unten an.

Wenn ich umsonst meine Sinne sammle,
Keine Wohnung mir als Obdach bleibt.
Verbogen, verplant und ohne Geleit.
Meine Worte ich einsam stammle.

So packt mich die Furcht,
So schiebt mich die Angst herum.
Sitz zerieben in meiner Wohnung.
Denk an das Morgen die Stirn zerfurcht.

JB-11-2015

Versuche

Versuche

Bin nicht lahm,
Bin nur gehemmt.
Weiß ja nicht,
Wer mich hier kennt.

Wenn ich tanze,
fällt die Maske weg.
Preise den,
Der mich erweckt.

Will wieder schreiben,
Das ist der große Plan.
Will nicht übertreiben.
Alles so, wie wir es sahen.

Jetzt bin ich da,
Will immer so präsent sein.
Jetzt bin ich hier,
Fühl mich nicht mehr klein.

JB-11-2015

Reigen 2

Reigen 2

Hunde schweigen.
Hier ist ein neuer Reigen.
Geh nicht mehr gebückt,
Immer noch nicht geschmückt.

Tanz mit mir zu diesem Lied.
Das wird unser letzter Sieg.
Kann die Welt nicht lesen.
Noch nie dagewesen.

Neues, Blaues, Altes.
Gib es weg und falt es.
Hat jetzt einen Sinn,
Grad da wo ich bin.

Wieder nur durch Traum geweckt,
Was wenn Wahrheit in mir steckt?
Wird der Raum geteilt,
Bin ich dann geheilt?

JB-11-2015 (nach Konzert von Chelsea Wolfe)