Wachstum

Wachstum

Aufgewachsen im Schongang
Verheddert in Traumseilen
Bald war ich Blickfang
Immer werd‘ ich an mir feilen

Versuch‘ mich zu verstehen
Werd neue Wege beschreiten
Planlos mal untergehen
Haltlos für mich streiten

Schatz gefunden
Aufgeteilt
Seil gebunden
Wunde heilt

Mutig und auch achtsam
Wer will mich bewahren?
Bin ich noch Untertan?
Wohn‘ mit den Scharen

Verwirklichtes Leben
Grenzenloses Treiben
Werd‘ Tücher weben
Ein Weilchen noch Bleiben

Dämme, die brechen
Müssen gesunden
Augen, die sprechen
Wortlos uns munden

Das Meer will ich suchen
Dort gern verweilen
Zuversicht buchen
Hoffnung verteilen

JB-02-2016

Verletzung

Verletzung

(nach „Mozart in the Jungle“, inspiriert von Rodrigo und Anna Maria ;))

Du spielst mit mir
Ich spiel nicht mit
Und weine trockne Tränen
Denn was uns einst versprochen war
Wird uns nun ewig quälen

Ich liebe Dich
Du treibst Dich rum
Vergiss nicht Dich zu schämen
Es ist vorbei
Ich will zurück
Der Apfel wird mich lähmen

Vergangene Schnitte
Verlorene Schlachten
Das alles treibt mich um
Gewinne Du nur
Was du kannst
Und ich, ich bleibe stumm

Rosenkrieg auf Wattebäuschen
Geh ein
Und möchte fliehen
Du Wolf, du Biest, Du einzig Wahrer
Mein Schicksal
Schon Verziehen

Tanz Du mit mir
Vergnüge mich
In Feuer und in Eis
Sing Du für mich
Ich halt Dich fest
Und zahle gern den Preis

So heißt die Liebe
Uns zu schaun
In diesen Wasserspiegel
Verzerrt und immer wieder neu
Das Bild verschwimmt
Wir öffnen alle Siegel

JB-02-2016

Pläne schmieden

Pläne schmieden

Voran, den Sinn im Blick
Keine Qualen mit Geschick
Will baden in Zuversicht
Endlich vorbei der Verzicht
Will hoffen und scherzen
Nieder mit den Seelenschmerzen
Die Arbeit ruft
Ich geh ihr nach
Weg ist der Schuft
Neu ist der Tag

JB-01-2016

Aufwind

Aufwind

Vorbeigesaust in eil’gem Schritt
Das Glück war da, ich wollte mit.

Vorbei, wenn alles anders wird,
Wenn die Sonne aus sich den Mond gebiert.

Wenn ich dann tanz‘ von Stern zu Stern,
Dann sage mir, Du hast mich gern.

Wenn ich dann weine an dem Fluss,
Geh sacht zu mir mit leichten Fuß.

Und tröste mich mit deinen Händen.
Sie können das und Schicksal wenden.

Wenn alles and’re Leid verspricht.
Unser Leben sich mit Licht verflicht.

JB-01-2016

Schutt

Schutt

Wenn’s darum geht, mich hinzugeben,
Da bin ich kaputt.
Wie find ich ein gutes Leben,
In all dem alten Schutt.

Gegeben bis über meine Grenzen,
So ging das nicht weiter.
Haben uns aufgerieben.
Sind dran gescheitert.

Benutzt wie ein Werkzeug,
Geklagt hab‘ ich viel.
Da ist er geflohen,
Er war ja am Ziel.

Bin verrückt geworden,
Vor lauter Liebe.
Bekomm keinen Orden,
Wenn ich es auf ihn schiebe.

Nun bin ich allein,
Freunde reichen nicht.
Seh‘ wie in einem Spiegel,
Nur mein Gesicht.

Hab‘ Furcht
Vor einer fremden Hand.
Was Liebe angeht,
Ist mir fast nur Leid bekannt.

Will hoffen auf mein Glück,
Will neu sein und stark.
Ich such‘ mein Geschick,
wie alle bis zum Sarg.

JB-01-2016

Sommerblumenwiese

Sommerblumenwiese

Erhoben aus Traumbildern
Erschaffen aus Sagen den wilden
Treue Wunschgedanken
Pan und Psyche wie sie zanken

Amor jagt mich mit Pfeilen
Hänge in den Liebesseilen
Verwunschen und ungeküsst
Wirst du schon sehr vermisst

Öffne die Truhen so wie die Türen
Pforten und Schlüssel, wohin sie auch führen
Geh in Gedanken auf Freiersfüßen
Kein Schwert mehr für mich
Will nicht mehr büßen

Sommerblumenwiese
Hoffe und genieße
Will jetzt schlafen gehen
Werde schon bald verstehen

JB-01-2016

Quellental

Quellental

Ich ruhe in mir bei den sieben Quellen.
Seh‘ meinen Hass zerschellen.
Streichle das wilde Tier.

Unglaublich wie schwarz hier die Nacht.
Hab‘ meine Liebe mitgebracht.
Hab‘ Angst, dass ich sie hier verlier‘.

Geflügelt erscheinst Du im Tal.
Bist so schön, s’ist eine Qual.
Werd‘ leiden wegen meiner Gier.

Wenn ich für mich bin.
Offen und frei in mir drin.
Spielst du für mich am Klavier.

JB-01-2016