Noch ein Tag

noch ein tag

wie ich blende
gerade wieder meine phasen wende
wie ich gaunere von ihnen
diesen menschen
wie ich ziehe, drücke, schubse
mich selbst über den tag

das meer scheint mir weit
mein leid scheint so nah
warum?

wenn ich doch gründe hätte
wenn ich doch gründe hätte

und wieder doch ein tag
die sonne hilft
der mond wandelt sich mit mir

und wieder noch ein tag
sie helfen mir

JB 10-2014

Unbehagen

Unbehagen

Traum und Wirklichkeit eingefangen in Asbest
während Hoffnung mich verlässt
und ich in Trauer schäume
seh ich keine Räume
für mein Leben hier

doch will ich sein
wie ich
bin wie ich
wohin mit mir

Träume tretend
vorbei an Eilenden Milizen für die Zeit
vorbei an schreienden Aufsehern für das Morgen
vorbei an denkenden Männern mit Kragen, ohne Sicht

will ich sein
wie ich bin
wie ich sein will
ich will sein

JB 10-2014

The longest time

The longest time

Today I waited for you the longest time
and now you are back again
in my heart but never here to touch

We danced through a coloured cloud of light
Two dark winged puzzled Sphinxes
hoping for another day together

This would be the time to moan,
but there is no space
this is the time to love but where are you?

Hoping for another word you go to sleep
and still you are dreaming for this soul you are longing for
Where is your love my love?

JB 8-2014

Ungereimtes

Ungereimtes

mein lebensmut überragt die schatten
brennende sohlen hinken hinterher
hinter schmalen soll attrappen

mir fällts schwer
das zu umschreiben
will uns nennen namentlich

uns taufen – mich verbrennen,
dass du leuchtest
so wunderhell
so wunderlich

JB 9-2014

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Der Herrscher

Der Herrscher

Du hälst mein Herz fest, ich leide.
Du legst mir ne Kette um, ich zerre.
Du schreist mich an, ich fliehe.

Du, der du Macht willst;
lebe mit dir selbst und wenn du andere versuchst,
folgen sie dir ins Nirgendwo.

Warum auch immer,
niemand ist da froh,
es wird nur immer schlimmer.

JB 8-2014

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Vergessen

Vergessen

Tief unten schwebt das Erinnern.
Die Tage sind lang gezogen.
Hätte gern wie Amor Pfeil und Bogen,
Damit alle anders werden.

Hätte gern jetzt volle Stimme,
Um mich selber aufzuklären.

Bin zum Schweigen gehalten,
Sonst vergess ich zu verwalten.
Denn nur ich weiß:
Wir müssen uns nicht spalten.

JB 2014-8

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Hexen

Hexen

Wie ihr uns jagt mit euren Stöcken.
Wie wir uns fangen auf unsren Besen.

Wir reiten, ihr zündet.
Wir schmelzen, ihr kündet;
Verbrennt gar uns Menschenwesen.

Eure Sünden, die sind uns’re Not.
Eure Proben sind unser Tod.

Wir sind nicht gefeit vorm letzten Geleit.
Doch tragen wir unser Wissen in die neue wilde Zeit.

JB 8-2014

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