Ernte

Ernte

Ich hock in einer Grube,
Kein Häschen sagt Hallo.
Ich kann nicht richtig denken,
Verloren ist mein Flow.

Kein Wesen bringt mir Lieder.
Kein Mensch hält mich hier warm.
Wann kommt die Hoffnung wieder?
Verloren der heilige Schwarm.

Wann werd ich wieder tanzen?
Wann kehrt mein Glück zurück?
Will junge Bäume pflanzen,
Von denen ich bald goldne Äpfel pflück.

JB-08-2016

Was bleibt

Was bleibt

Was bleibt mir, wenn in dunklen Nächten,
Gedanken und Gefühle knechten?
Und über den Tag gesehen,
Da will ich nichts mehr verstehen.

Was bleibt zu tun, wenn ich in dieser Haut,
Unruhe und Not nur spüre?
Wenn ich gedanklich friere.
Mein Körper zahlt die Maut.

Was bleibt, wenn ich so Vieles will?
Viel tun, viel spüren, Vieles denken.
Kann mir nicht den Kopf verrenken.
Die Wahrheit ist das Ziel.

Da steht es nun geschrieben.
Und da steckt Heilung drin.
Erkennen und verwinden.
Gleichgewicht finden.
Dazu Ruhe und Maß; das macht Sinn.

JB-05-2016

Menschen

Menschen

Ich schnitze mich aus einem Weidenstock,
Den Körper, den Kopf, meine Frisur.
Ich leide unter Menschen, bekomme oft ’nen Schock.
Brauch Ruhe oder Leben, was wird meine Kur?

Du fehlst in diesem Stadt-Gewimmel.
Ich finde dich nicht mehr.
Ich gehe unter einem grauen Himmel.
Das Herz ist einsam und es wird mir schwer.

Da sind die Freunde und sie scheinen fern.
Da ist der Beste, der ist unterwegs.
Hab‘ Menschen wohl einfach zu gern.
Ich lebe diese Wahrheit und das stets.

JB-05-2016

Bannkreis

Bannkreis

Im Bann meiner Träume
Meine Schuld lastet schwer auf Dir
Mein Soll und Haben wiegt ungleich
Frisst sich in die Seele
Wenn ich mich wieder quäle
Mit dem Morgen
Und das Lasso wähle
Zu treiben und zu binden
Den Magier zu finden
Ich bin hier

Im Bann der Mähne
Ich lasse meine Löwen los
Wer mich versucht
Den bekämpfe ich gnadenlos
werd ungehemmt nach Hause gehen
Und der Zukunft
Hoffend entgegen sehen
Die Gnade liegt auf dem Grund
Ich schwimme mich gesund
Ich bin jetzt

JB-04-2016

Ein Versprechen

Ein Versprechen

Wenn du mich anschaust
Verspricht mein Herz mir mehr
Bin ganz ausgelaugt
Denn die Leere ist nicht fair
Stoßen zusammen
Fallen auseinander
Sping‘ aus dem Rahmen
Wenn ich alleine lande
Spüre so viel
Sage so wenig
Seh‘ doch mein Ziel
Sind wir uns einig?
Will dich nur schauen
Sprechen das fällt mir schwer
Will mich nicht quälen
Trag‘ in mir ein ganzes Meer
Wenn du mal mit mir bist
Unschuld und Hoffnung
Sind dann schnell in der Pflicht
Wage den großen Sprung

JB-03-2016

Thomas G.

Thomas G.

Hab ich Dich zerstört?
Deine Leber zerfressen?
Will Dich nicht vergessen
Hab‘ Deinen Ruf nie erhört

Co-Abhängigkeit seit meiner Kindheit
Wie ein flüssiges Kleid
Mit Küssen von Leid befreit
Sag Du mir, warum er schreit

Zu schlau zu leben warst Du
Immer drei Schritte voraus
Nun ist Dein Leben aus
Kommst Du jetzt endlich zur Ruh?

Getroffen hab ich Deinen Geist
Geredet über Gießkannen
Wie sie Dich holen kamen
Mein Herz war zu früh schon vereist

Hätt‘ ich Dich retten können?
Kaputt wie ich bin
Mein Herz, meine Seele flog zu Dir hin
Wollt Dir doch die Nähe nicht gönnen

Nun bist Du tot
Nun bist Du nicht mehr hier
Was bleibt ist ein Kuss im alten Revier
Und ich hab‘ mit Liebe meine liebe Not

JB-02-2016

Schutt

Schutt

Wenn’s darum geht, mich hinzugeben,
Da bin ich kaputt.
Wie find ich ein gutes Leben,
In all dem alten Schutt.

Gegeben bis über meine Grenzen,
So ging das nicht weiter.
Haben uns aufgerieben.
Sind dran gescheitert.

Benutzt wie ein Werkzeug,
Geklagt hab‘ ich viel.
Da ist er geflohen,
Er war ja am Ziel.

Bin verrückt geworden,
Vor lauter Liebe.
Bekomm keinen Orden,
Wenn ich es auf ihn schiebe.

Nun bin ich allein,
Freunde reichen nicht.
Seh‘ wie in einem Spiegel,
Nur mein Gesicht.

Hab‘ Furcht
Vor einer fremden Hand.
Was Liebe angeht,
Ist mir fast nur Leid bekannt.

Will hoffen auf mein Glück,
Will neu sein und stark.
Ich such‘ mein Geschick,
wie alle bis zum Sarg.

JB-01-2016