Ich fühl mich von allen fern, Freund wie Feind Und spüre diese Leere Die Höhle wo mein Herz gewohnt Füllstoff Genussstoff Ohne Fühlen ist mir ungewiss Was ich will, wer mir gut gesonnen Was werde ich gewonnen haben Wenn aus der Leere mir ein neues Herz erwächst? Welches endlich wählt Ein Herz, das endlich erwählt und dann seinem fühlenden Willen stärkend folgt. Die Folter, darauf zu warten, füll ich mit Träumereien Ich fühl wachsend den nie gesehenen wundervollen Garten
An army of suits Traitors like sharks in minor facilities Tailors honest to be seen But they also need this money Covering up naked lies with expensive fabrics, so clean I serve them with my mouse clicks, they answer so mean
In my heart I want to be saved But nobody can save me but me The outside world is going to be craved They have raised the fee
The hood is not serving any more Riches over riches leave the poor My heart beats to the beat of congregation No power for a nation No power for the industry Plug them all out, set ourselves free
Stop the sellout of the planet, the people, the animals, the plants, Don’t cover lies with bullying Tons of miles to go, but I am in Community is what we care for, we don’t buy their rants anymore
In a world where separation is the fuel of a fossil nation, Don’t leave me alone, I am sure I am sure about the power of belonging I am sure about creating songs, so together we can sing Against an army of suits, with their deep pockets. With their dysfunctional rockets. Power again to the people, let’s roar
You know what: do leave me alone To Plan a fine revolution, To plot for a strong wing of love, of understanding. We will We will We will eventually We will eventually overcome
So seufzt dein Auge mir entgegen. Zuerst erspart mein Leid mir Mitgefühl. Dann will ich dir ergeben meine Stimme sanft erheben. Doch bleibt dein Herz gebrochen, fast wie ein Fossil.
In meiner Mitte fehlt die Spur. Und ohne dich baumle ich herum ganz eingewoben. Die Spinne des Schicksals will meinen Schwur. Ich soll mein Glück für mich allein erproben.
Die „Macht des für sich Seins“ soll ich erkunden, Die in so vielen meiner Stunden bebt. Für wen habe ich sie einstmals denn erfunden, Wenn meine Seele einsam neben allen anderen Menschen schwebt?
Wenn ich jetzt und hier deinen Namen denke, Sind Raum und Zeit reine Illusionen. Wenn ich Erde und Mond in meine Träume lenke, Wirken spannungsvolle Kräfte, die auch uns innewohnen.
Die Gischt der Wellen zeigt die Kraft des Mondes. Er zieht am Meer, an Kronen und am Stein. Die Erde gibt sich hin, sterblich wie alles. Materie ist Energie gepresst ins Sein.
Was uns wachsen macht, sind zwischenmenschliche Bindungen. Die Liebe kommt und geht, wie die Gezeiten. Im Fluss folgt jeder Tropfen des Bettes Windungen. Wasser ist Wandel, auch für die die bleiben.
Meine Macht ist Liebe; sieh mich Bäume pflanzen. In jedem Sprössling wächst der Welten raue Kraft. Ihr Tagwerk ist das Geben: Blätter, die im Winde tanzen. Und das Nehmen gehört vollständig der Nacht.
Ich schenke dir ein Licht, Gegen die, die dich fressen wollen mit Haut und Haar, gegen die , die dir Schlechtes wollen. Gegen die, die dich übervorteilen und ausnutzen wollen, bis nichts mehr bleibt, was für sie nützlich ist. Gegen die, die dir erzählen, dass du so wie du bist, nicht okay bist.
Ich schenke dir ein Licht: Du bist okay. Du bist wertvoll. Und du bist wichtig, nicht nur für mich. Du zählst. Deine Meinung, deine Worte, dein Wille, das alles zählt, nicht nur für mich. Du bist nicht abhängig davon, was andere über dich denken, und von dir erzählen. Du bist, wer du bist und das ist gut so.
Wenn du dich nicht mehr findest, zurechtfindest, wenn du nicht mehr zurechtkommst: Schalt das Licht an und schau dich um. Wer wird geblendet? Wer versucht, das Licht zu löschen? Wer wärmt sich daran? Und wer fragt dich, wie er oder sie helfen kann, dass es nicht wieder ausgeht. Wer hilft dir, das Licht hell erstrahlen zu lassen?
Hart an der Grenze, bremst mein heiliger Wagen.
Ich kann nicht sagen, ob das reicht für heute.
Wer von mir weicht, wer mich erreicht,
Mit Worten oder Taten:
Der*die erbleicht oder errötet vielleicht.
Hingerotzt meine Antwort;
Auf Pein oder Argwohn oder Kummer.
Rede mit Mir!
Der Wirbelsturm, der mein Rückgrat brechen wird,
Ist hoffentlich noch nicht geboren.
Ungesühnt die hybriden Stunden.
Völlerei statt Verlangen.
Keime im Guten wie im Schlechten.
Ich sehe nach dem Rechten und erstarre,
Solange ich auf „Freeze“ geschaltet bin,
Verwalte ich mein Leben, wie ein Uhrwerk.
Überlebensmodus.
Und ja, ich will Leben.
Es geht los!
JB-11-2023
„Trash Disse“ in Connewitz, eine Flasche Sekt geht rum unter den Leuten, die sich auf der Tanzfläche bewegen. Das nächste Lied fadet ein: eine Freundin, mit der ich die Diagnose teile, tanzt sich zu mir durch und meint, das ist unser Lied. Es läuft „Goldener Reiter“ von Joachim Witt. Ich nicke energisch und lache laut. Ja, das ist unser Lied wir umarmen uns und singen lautstark mit. „Hey, hey, hey, ich war der Goldene Reiter. Hey, hey, hey, ich bin ein Kind dieser Stadt. …“ In einem anderen Laden in Connewitz, nicht weit entfernt, aber erst gestern beim „Punk-Konzi“, eine befreundete Band spielt ihren einzigen Coversong. Es ist der „Goldener Reiter“. Ich nehme mir vor einen Text über dieses Lied zu schreiben. Nun sitze ich vor meinem Laptop mit einem Grinsen auf dem Gesicht und feuchten Augen.
Dieses Lied begleitet mich schon eine Weile auf den Tanzflächen der Stadt. Schon davor beim Studium, auch in der Kleinstadt, in der ich mein Abi machte, wurde es bei Diskos des Soziokulturelle Zentrums gespielt. Wann habe ich den Text bewusst wahrgenommen? 2007 habe ich meine erste Psychose durchlebt. Danach nahm ich Medikamente, die sich nicht gut vertragen haben mit Alkohol und habe nicht viel beziehungsweise nicht lange gefeiert. Vier Jahre ohne Alkohol und ich musste erstmal meinen Groove finden ohne dieses Mittel der Enthemmung.
Den Groove habe ich auf der Tanzfläche gefunden. Wie in Trance bewegte ich mich zum Rhythmus und zu den Melodien, die auf mich einwirkten. Meine Muskeln spannten sich rhythmisch an und entspannten sich wieder, genauso wie ich es mir wünschte. Dieses Spiel mit den Melodien belebt mich heute noch genauso und lässt mein Ego so klein werden, wie ein Sandkorn an einem langen, wunderschönen Strand. Wenn ich mich vergesse, bin ich eine von Vielen, nicht mehr und nicht weniger. Tanzen ist mein Rausch geworden.
Joachim Witts Lied „Der Goldene Reiter“ taucht immer wieder auf in diesem Kontext, in der Moritz Bastei bei Studi Partys, sangen Student*innen im ersten Semester dieses Lied mit. Dadurch brach für mich eine Mauer weg. „Lebensbedrohliche Schizophrenie“ verliert etwas vom Schrecken, wenn es durch so viele Kehlen freudig gesungen und betanzt wird.
Zwei Jahre nach meiner zweiten Psychose, bin ich in Kontakt mit der Fotografin Kirsten Becken. Sie möchte ein Artbook herausgeben. Sie möchte darin die Erlebnisse ihrer Mutter künstlerisch bearbeiten und aufarbeiten. 2017 erscheint „Seeing Her Ghosts“ und beinhaltet zahlreiche spannende englische und deutschsprachige Texte und Kunstwerke. Ein Gedicht von mir erscheint unter meinem Geburtsnamen. Ich blättere auf die Seite 57 und finde „Zunder“ abgedruckt neben Joachim Witts Liedtext zu „Goldener Reiter“.
JB-10-2023
Zunder
Ein Kleid genäht aus Zunder Und wieder geh ich unter. Schuhe gemacht aus Leid, Langsam vergeht die Zeit.
Tanze zu Herzenstönen. Will wieder dem Leben frönen. Will wieder mit Lachen im Blick, Weben an meinem Geschick.