Our Road

Trippin, Trippin
Tippin Point
Trippin, Trippin
Flipping Coins

Zen Buddist Rapsody in Red and Green
Be the waking of my dream
As soon as Bees are saved
My soul is bare so shaved

Trippin, Trippin
Finding Joint
Trippin, Trippin
Lovers in the Void

This beating belongs to us
Synchronising the waves of lust
Happenings of Joy
Find me without no Toy

Trippin, Trippin
Uncontrolled
Trippin, Trippin
Unenrolled

These should be more than Words
I love to know your worth
For me the end might be
Happy or Never, we‘ll see.

JB-12-2019

Über Balance

Balance ist für mich grundlegend und ausschlaggebend für so Vieles. Wenn ich sie verliere, wartet das Chaos. Emotional. Irrational. Strukturell. Dann ertrinke ich in Erlebtem, Ausgedachtem und Zukünftigem. Die Zeit ist keine gerade Linie mehr, sie umschlingt mich. Die vielen Möglichkeiten rauben mir den Atem.

Wer könnte ich sein? Was habe ich verpasst? Wie kann ich das wieder gutmachen? Was könnte ich schaffen? Und dabei kann mir keine*r wirklich helfen. Während dies alles meine Gedanken beschäftigt, kann es sein, dass ich einkaufe, Wäsche abhänge oder mit Freund*innen rede. Meine Innenwelt ist für andere so gut wie unsichtbar. Die Zweifel, die Unsicherheit, die Verzweiflung, auch die knallige Euphorie. Ich funktioniere, während ich tagträume.

Will ich das? Diese Schere aus Alltag und Traum ist gefährlich. Gerade wenn sie zu sehr auseinander klafft, droht sie meinen Bezug zur Wirklichkeit zu zerschneiden. Soviel Energie in dem was ich will. Wie kann ich das nutzen?

Die Frage ist doch: Wer bringt mich dazu etwas zu wollen? Wer sagt mir, was gut für mich ist und was schlecht? Zu Anfang sind das die Eltern, die ihrerseits von ihren Eltern gelernt haben. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich wurde geprägt durch Ältere, die Erfahrung haben und diese mir weiter vermitteln wollen.

Doch ist das alles? Wie wäre Fortschritt möglich, wenn es so wäre? Ich träume andere Träume als meine Eltern. Ich wünsche anders, ich lebe anders, ich liebe auch anders. Wo kommt das her? Nur aus den Medien? Diese Prägung seit früher Kindheit ist nicht zu unterschätzen. Mir wird etwas vermittelt, ich lerne daraus. Suche mir Vorbilder, himmele Menschen an, die mir noch nie begegnet sind. Schau mir an wie sie leben und versuche vielleicht ihnen nach zu eifern.

In meiner Jugend habe ich mir in meiner Fantasie ein Alter Ego erschaffen. In Tagträumen ließ ich die wunderhübsche, smarte Frau auf meine Idole treffen und mit ihnen Abenteuer erleben. Ich war 14 Jahre alt, wohnte auf dem Dorf und war in mir gefangen. Mein Spiegelbild entsprach nicht dem Ideal der Stars in der Bravo. Ich empfand mich als langweilig und nicht wert, gemocht zu werden.

Die Tage zogen sich in die Länge. Ich las viel. Schaute viel Fern. Ich träumte mich ein in diese Welten und entschwand in meine Träume.

Was mich angeht, habe ich mich verändert. Durch Krisen bin ich aus dem Käfig meiner Selbstwahrnehmung ausgestiegen und habe mich von Außen und durch die Augen anderer betrachtet. Ich habe darüber nachgedacht, was mir wirklich wichtig ist. Die Energie für Projekte wie Schreiben, Fotografieren und auch die Liebe finde ich mehr und mehr.

Nicht wirklich mein Äußeres hat sich verändert. Meine Einstellung hat sich geändert. Ich nehme eine andere Perspektive ein. Ich bewerte nicht mehr ständig mich oder Andere. Ich lege keine Maßstäbe mehr an. Ich bin.

Wenn ich Werbung schaue, dann ist das eine Welt, mit der ich nicht mehr viel zu tun habe. Statussymbole, Dinge, die mich festhalten in Rollen, die mich festhalten in Lebensläufen. Das alles spricht nicht mehr zu mir.

Wie kann ich den Unterschied vermitteln? Etwas zu haben, um etwas zu sein. Erich Fromm hat das durchschaut. Ich habe mich etwas mit seiner Sichtweise beschäftigt. Ich habe gelesen und adaptiert. Und wie Fight Club zu sehen, hat es etwas ausgelöst. Es ist so, als ob ein Vorhang fällt und ein wunderschöner, mir unbekannter Raum sichtbar wird, in einem Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Abenteuerlustig erkunde ich diesen Raum und finde dabei nichts Greifbares.

Was ich finde, sind Möglichkeiten, was ich finde sind Fragen. Seitdem lerne ich täglich zu hinterfragen. Ich schaue hinter Vorhänge und fordere mich dazu heraus, um Ecken zu denken. In einer Welt, in der es viele gerade Straßen gibt, erweitert das meinen Horizont. Egal, ob es mein Denken ist oder etwas, was andere in Gesprächen äußern, ich hinterfrage. Dabei ist nicht Politische Korrektheit oder Bürgerliche Moral mein Maßstab. Ich orientiere mich an der Balance. Diese muss ich abgrenzen von Neutralität, denn mein Bauchgefühl ist ein wichtiger Faktor auf meinem Weg durch den Wertewald.

Ich spüre dabei unangenehmen Gefühlen nach. Denn wenn ich auf diese stoße, finde ich oft eine Lektion über mich und mein Selbstverständnis. Ein Beispiel ist, als ich, in meinem mit vielen Büchern voll gestopftem Zimmer, etwas gesucht und nicht gefunden habe. Ich hamstere Bücher für schlechte Zeiten. Nur fühlt es sich zur Zeit so an, als würde ich die ganze Zeit einen riesigen Rucksack ungelesener Bücher mit mir herumtragen. Dazu kommt, dass ich noch immer meine Sachen gefunden habe, zwischen all den Dingen. Nun war das nicht mehr der Fall und mir wurde klar, dass sich etwas ändern muss. Ich muss mich von vielem trennen, Ballast abwerfen um beweglicher zu sein. Das fällt mir sehr schwer, aber es wird sich hoffentlich irgendwann anders anfühlen. Wie so oft nach einer Krise, werde ich vielleicht daran wachsen und neue Wege für mich entdecken.

JB-02-12-2019

Selbstportrait JB

Phantastereien über Neujahr

Wie die Schleier von mir fallen, versuch ich nicht mehr zu gefallen mit anerkannten Eitelkeiten. Dabei ist „Liebsein“ so gefährlich, noch schlimmer als ehrlich zu erklären: „Ich bin ich und schwebe oft in andren Sphären.“ Im Ernst, wie Zuversicht, wird Freundlichkeit oft gleich gemacht mit Narretei und der Schwäche des Gemüts, sogar der Verstandesfunktionen. „Wer wird wohl in deinem Oberstübchen wohnen und da mit Tassen um sich schmeißen?“ Mit fast 40 Jahren Praxis im Freundlich sein, kann ich sagen, trotz aller damit verbundenen Widrigkeiten, lohnt es sich oftmals verbale Streicheleinheiten zu wagen.

Welch Schmach, dass uns noch die Psychopathen stolz regieren. Mit Floskeln Tag für Tag die Welt umrunden. Wo sind hier die leeren Stunden, die Gefühl verheißen. Sie bräuchten sie wohl am Meisten. Mit Phantastereien will ich daher nun um mich schmeißen. Einfühlungsvermögen sollten heute alle Leute überall studieren. Wer das in Kindheit nicht gelernt, hat doch noch Chancen es zu tun, in Suppenküchen oder bei „Rette ein Huhn!“

Wer will denn noch ganz hoch Hinaus? Die Luft wird dünn da oben und so ganz allein gefällt der Schmaus doch auch nicht, oder? Ruft mir einen Anwalt, bevor ich es hier noch weiter treibe. Das Gebot der Stunde lautet: „Vergesst alle Gebote und fühlt die Schmerzen dieser Welt!“ Wer dass noch aushält, ist doch eher krank, als jeder Insasse einer Heilanstalt. Öffnet deren Tore und heraus spazieren, Tore, die niemanden regieren wollten. Menschen die lieber Sind als sich übers Haben zu erklären. Menschen, die gedacht haben ohne Geländer. Menschen aus traumhaften Ländern. Menschen, die erfahren haben, wie es ist, sich an Erfahrungen zu stoßen aber auch zu laben.

Wo aus Gedanken, Worte wachsen, wo erwünschte Welten sich begreifen, wo an den Bäumen die Früchte für uns alle reifen und wo belohnt wird, wer an sich wachsen will, da bleiben endlich die Zorneswaffen still. Ich will nicht mehr warten auf das utopische Morgen, will mir zuversichtlich heute schon die Werkzeuge borgen und fragen und erlernen, wie sie zu benutzen sind. Mit Liebe und Vertrauen will ich sie gebrauchen wie ein Kind.

Lasst mich nun ruhig schlafen auf Netzen, gesponnen aus freundlichen Taten, um Kraft zu tanken für den folgenden Jahreskreis. Währenddessen sticht die Zeit in See mit mächtigen Segeln. Gegen den Bug schlagen die Wellen der Veränderung und auch der Wind der Geschichte treibt sein Spiel mit allen Dingen. Auf diesem Schiff gibt nur der Blick nach Innen Wahrheit preis. Wie ich mit Sicherheit weiß, wird alles Gut, wenn wir nur Gutem helfen beim Gelingen.

1.1.2020 Johanna Blau

Silvesternacht 2019, Foto JB

Das alles mir

Alles aufgebrochen

Die Schuld und das Verstehen

Alles losgebunden

Das Boot treibt

Mir eine Rose

Den Tag zu versiegeln

Mir eine Vase

Wasser für das Rot

Oben scheint der Regen

Die Zeiten binden sich

Unten liegt der See im Licht

Schlichte Zeilen?

JB-10-2019

Rosenblüten, Foto: JB

Die blonde Hexe

Für dieses Gefühl,
Reiß ich vernarbte Wunden auf,
Nehme ich in Kauf,
Zu vertreiben die schmerzenden Lügen.

Treibholz verbaut in deinem Herzen
Wie kann ich wagen zu genügen
Will mich nicht mehr der Erwartung fügen
Leider kämpft mein Verstand gegen Neues lange an

„Gefühl heißt Leid!“ flüstert er mir ein
Lass es sein, du wirst verletzlich
Wer da spricht das bin doch ich
Das weiß ich nur zu gut

Darüber die Wut hinwegzufegen
Über alles, was ich schätze
Gegensätze zu verweben
Sich gegenseitig aufzuheben

Und in der Glut das Funkeln überzeugt
Der Sturm legt sich
Ich sehe wieder klar
Widerlege was da niemals war

Was ist: Ein Lächeln, ein Versprechen
Und wir verbinden die Gezeiten
Auf und ab in Tiefen wie in Weiten
Die Lösung heißt miteinander sprechen.

JB-10-2019

„Die Blonde Hexe“ ist ein Film von 1956 mit Marina Vlady.

Statue der Artemis in Rom, Foto: JB

Worte für Gefühle

Schwierig zu fassen, was ich gern äußern würde,
Denn Worte sind eher Gedanken als Gefühle.
Fühlen mit Worten zu umschreiben ist die Hürde,
Denn wie verhält sich Wasser in der Kühle?

Ich blick auf Tage, die im Fluss vergehen.
Will dich gern umschmeicheln, doch das ist dir vielleicht zu wild.
Fange Sätze, die mir sonst allzu schnell im Geist verwehen.
Ich fühl für dich und suche dafür ein passendes Wörterbild.

„Die Pflanze wird vom Licht verführt,
So wie Liebe sich aus der Gunst heraus erhebe.“
Ein Satz, der mich sanft wie du berührt.
Doch gibt es Platz in deinem Garten für die Gundelrebe?
Oder wird dafür bald ein Gift angerührt?

Was da wachsen darf und sich entfalten,
Bestimmen viele heute allzu schnell.
Der Gärtner will den Überblick behalten,
Verdirbt dabei jedoch oft den Lebensquell.

Bei aller Sehnsucht, gedeiht nun diese Angst.
Bei all dem Finden, verliert sich meine Suche.
Ich hoffe, dass die Zuversicht bald wieder in mir tanzt.
Und ich dieses Bangen schnell wieder unter Ulk verbuche.

Was ist der Keim für diese Furcht?
Lange war ich allein mit mir zufrieden.
Die zuvor ließen mir die Stirn zerfurcht.
Wie soll ich da ganz und gar Zusammensein genießen?

Nun aber hast du mich gesetzt in diese Erde.
Ein Pflänzchen noch ganz ohne Blüte.
Du hegst und pflegst auf das ich wachsen werde.
Ich bin erstaunt über soviel Güte.

Wie ich nun langsam erblühe unter deinen Händen,
Du sprichst mit mir und lässt mich auch in Ruh‘.
Du schenkst mir soviel Wärme, in den Sonnenwenden.
Mehr und mehr wachse ich dir zu.

JB-10-2019

Gundelrebe, Foto: JB

Miteinander

Im flackernden Licht brennender Urwälder,
Glaube ich nicht an 13. Gehälter.
Doch freue ich mich trotzdem drauf,
Denn Geld kostet es zuhauf,
In dieser Welt gesund zu bleiben.
Nichts lässt sich schwerer verschreiben.

Ich wohne in einem Haus mit Aussicht.
Die Lücke, hoffe ich, schließt sich sobald nicht.
Wir sind getroffen, haben gesoffen
Und ich lasse weiter hoffen.
Fürchte dass es vorbei ist, wenn endlich ausgesprochen.
Der Morgen, wieder leuchtend angebrochen.

Sitze vor LED-Technik,
Ein Kaltes Versteck mit Lichtblick,
Das Draußen scheint mir unnahbar fern.
Die Wahrheit ist ein bitterer Kern.
Sobald ich mich wieder in die Wüste schick,
Hör ich einen leisen Mausklick.

Drama und Heiterkeiten,
Vermutlich hilft da nur Streiten.
Wer will sich sicher verlieben?
Warum nicht mal Schlüssel versieben.
Unendlich treu der Einsamkeit,
Und jeden Tag ein anderes Kleid.

Will Sinn in diesem Haufen Unsinn finden.
Die Flüche legen, die Gefühle binden.
Leg mir die Karten.
Hör auf das Lange Warten.
Gräuel in der Schlucht der Fantasie.
Schlauer werde ich nie – als heute.

 

JB-08-2019