Offen alles, wie im Meer. Jede Richtung lehrt mich Leben.
Wie die Fülle und dein Segen, mich berührt, ganz sanft, ganz hart, ganz du, das macht mich beben.
Herb und dunkel, süß und licht, Gram geborgen in weicher Haut.
Wer sich nur traut, wer sich das traut, egal wer mich noch berührt, und mit mir Träume tauscht, dich hoffe ich zu spüren und zu erleben.
Die Sonne, der Regen, der Wind und die Nacht umrauschen die Schatten, die uns folgen.
In meiner leisen Wut, verbaut sich meine Scham den Rückzug. Sie vertröstet vergangene Gesichtszüge, röstet mein Hoffen.
Hasenscharf vermute ich den nächsten Schritt im Dunkeln.
Hexenschlau schäumend tanze ich unterm Mond, den Großen Sorgen entweichend.
Raue See in meinen Träumen, Zirkus in meinem Herzen, Segel gesetzt im Kopf.
Verschmerzend roh das Ei meines Gefühls, Tat streicht die Hebel, des sich bindenden Gefüges.
Verlasse das Steuer, verberge meine Not, auf das das Licht mich findet, unterwegs, in weitem Gebirge der Wellenberge.
Wer bringt mir zu kosten, den trüben Saft? Wer gibt dir zu schmecken, die süße Lust?
Verlangen uferloses Außen, betrübt im Innen so einzigartig. Wagnis versüßt mir das Warten auf das nächste Bangen.
Es lohnt für sich zu denken. Es barmt sich die Heldin der Geschichte, das Gift zu sein, das Heilen könnte.
Der Kelch, der Honig fließen lässt, abgesondert. Die Blüte, die Nektar verschenkt, sichernd und exklusiv.
Das Leben schenkt mir bittere Freude in einen Kokon getaucht, ewig wachend und wachsend am Heute.
Hitzig Blitze schießend überm Wasser, um die Weite zu vermessen, bin ich. Für dich Sturm und Würde, für mich Erfüllung und Bürde. Dauernd suche ich nach der Frage, die ausmacht unser Meer.
Puzzled Sphinx 6-2023
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Ein Lächeln, steht für sich.
Ich bin nicht gemeint,
Fühle meinen Herzschlag moll-betont.
Wer wohl dieses Lächeln von dir abverlangt,
Es nicht sieht
Und doch so in deinem Herzen thront?
Ich nun, vergesse diesen angstvoll runden Mond,
Der sonst meine Flüchten vor Gefühl bescheint.
Dich jetzt aufzuschrecken,
Das wage ich noch nicht.
Will auch nicht wieder durch fernes Schwärmen,
Träume unbefruchtet züchten.
Ich kann nicht von Liebe sprechen,
Denn wir haben noch nicht viel gesprochen.
Das ändern will ich liebend gern.
JB 2022
Belanglos fließt die Zeit in tausend Muster.
Wer verlangt von mir, dass ich meinen Brustkorb öffne?
Gore und Liebe in Triebe geflossen, die für sich alleine gehen.
Kramt in der Mottenkiste, der Verflossenen, um sich selbst zu sehen.
Verlangen und Sehnsucht jagen sich.
Wir waren dabei, die Regeln zu schreiben, für ein Spiel, welches wir zusammen spielen wollten.
Doch wie immer kommt die Welt dazwischen, das Timing ist beschissen und der Spieß dreht sich um über dem Magma von Herzensangelegenheiten, mit Apfel im Mund dreh ich mich um mich selbst und lass mich braten.
Wilde Gärten rufen, die Saat ist bereitet, erholt sich vom Dauerregen, geht auf und wirft Saat ab, die in der Dürre wartet.
Johanna Blau 4*2023
Was nützt es, wenn ich Sinn verdichte? So Zwischenräume sanft vernichte; Sich mir die Wahrheit offenbart: Dass auch die Lücke, Wissen wahrt. Johanna Blau
Stuttering through the mud of words
The shining people that listen anyway
I am about to rave through the pieces left of civic engagement
Dancing like I don’t care, but I do
About you, about everything
But how in this world of slumber
Can I not be another number
How can I set free my force
How not to make things worse
In this place, where mountains fade
There is no way to debate
This smile is an invitation
For luck, for love, for levitation
Heaven sent or raised by hell
Here on earth is where I shall make my peace
Here is where ends meet so well
Johanna Blau 31.12.2022
Die Hoffnung ist verschütt gegangen unter der Angst und der Unsicherheit, so dass ich nicht fähig bin sie zu befreien. Ich sitze neben diesem Trümmerhaufen und warte. Ich warte darauf, dass ES besser wird. Ich warte darauf, dass ich wieder etwas empfinde. In diesem Zustand zu schreiben ist nicht leicht. Der Innere Kritiker sitzt neben mir, zeigt auf den Haufen und flüstert mir ins Ohr: Das bist du! Ich kann nicht widersprechen, ich habe keine Gegenargumente. Jedoch fühle ich Tränen in mir aufsteigen. Ich fühle. Ich fühle, das bin nicht ich, ich bin nicht Zweifel geboren aus Unsicherheit, ich bin nicht Ungewissheit geboren aus Angst. An einem Tag wie heute, nehme ich den Haufen, packe ihn in einen großen Rucksack und mache mich auf den Weg.
Es fällt mir schwer vorwärtszukommen. Ich müsste eine Ameise sein, bedenkt mensch, welche Last ich schultere. Und was tue ich? Ich schreibe und ich bin. Um mich abzugrenzen von meiner Angst, meiner Unsicherheit schreibe ich. Diesen Rucksack werde ich an einem guten Tag absetzen, ihn öffnen und hineinschauen. Ich werde die Angst betrachten, die mich lähmt und mit ihr sprechen, wie mit dem kleinen Kind, welches ich einmal war. Ich werde die Unsicherheit betrachten, und sie fest umarmen. Das alles wird nicht morgen geschehen, aber vielleicht schon bald, dann werde ich Angst und Unsicherheit auf den Weg schicken. Sie werden noch eine Weile neben mir laufen. An einer Biegung des Weges werden wir uns verabschieden, an einer anderen Gabelung sicher wiedersehen.
Und die Hoffnung? Wie in Pandora’s Box sitzt sie ganz unten eingequetscht und bekommt kaum Luft. Ich hole sie heraus aus und werde geblendet. Der Stern in meiner Hand strahlt Wärme und Zuversicht aus. Ich werfe die Hoffnung in die Höhe. Sie setzt sich ans Himmelszelt und strahlt da nicht nur für mich. Sie strahlt für alle, die sie sehen gerade sehen müssen.
Trotz allem lebe ich, wachse schmerzlich langsam.
Meine Wurzeln krallen sich fest ins Geröll,
Klammern sich an den Fels und essen die spärliche Erde.
Der Wind zerrt an mir, an meinen Nadeln,
Meine Äste formen sich nach dem Wetter und den Umständen.
Doch die Aussicht entschädigt aufs Höchste.
Das Leben scheint mir zu in Form von Sonne und Mond.
Ich freue mich auf ihr Kreisen und weiß,
Dass es sich lohnt zu sein, was ich werde.
JB 16.10.22