Anderswelt

Anderswelt

Was ist das, Zeit?
Der Weg vom Heute bis zum Morgen,
die Hoffnungen und Sorgen
und dann kurz Klarheit,
wie wenn Sonne scheint?

Doch wieder wallt am Horizont der Nebel.
Wer führt mich, wer bedient die Hebel?
Und welcher Art ist Hoffnung,
wenn sie Taten hemmt?
Mein Leben ist durch Traum gelenkt.

Was ist das, Zeit?
Wenn nebenher die Traumwelt existiert
und mich mit ihren Bildern inspiriert,
ich Wege seh‘ wo and’re Hindernisse?
Zeit schenkt mir Brücken über Überflüsse.

3-2012 JB

Palmgarten, Leipzig
Palmgarten, Leipzig

Ins Leere

Ins Leere

Alles was beginnt, findet ein Ende.
Ganz so, als ob der Regen sich in Wolken wandelt.

Die ewig gleichen Kreise zieht,
was Gott gelenkt, was nun geschieht,
der Mensch nach seinem Willen handelt.

Wer wenn nicht ich, kann diesen Bogen spannen,
den Pfeil in seinem Ziel versenken.

Die Welt vor Untergang bewahren,
und alle Hoffnung, alles Bangen,
in Wunder wirkend Schoß noch lenken.

Um diese Deine Segnung zu erfahren,
ganz gleich, wer meine Schulden zahlt,
mein Herz, mein Wesen, mein Verstand.

Im Leiden nimmt es überhand.
trotzdem will ich noch mehr erfahr’n.

Dein Ich erkennen, mich verwandeln.
Mein Selbst in diesem Fühlen finden.
Mich öffnen, heilen und verbinden.

Der Traum wird Wahrheit durch mein Handeln.
Das Sein zu preisen, mich zu offenbaren.

01-2013

void
void

Das Universum

Das Universum

Seelenvolle Ruhe angesichts der Stürme und der Nacht.
Ich hab‘ von dieser Reise mein Herz mir mitgebracht.

Es hofft, es scherzt, es brennt so hell in meiner Hand.
So voll von Liebe, dass ich schmelze die letzte kalte Wand.

Wen find‘ ich nun dahinter, wer zeigt mir sein Gesicht?
Willst Du mir Wärme geben? Dann schenk mir doch Dein Licht.

12-2012

universum

Losgelassen

Losgelassen

Nicht zu fassen, was ich sagen will,
was ich nicht sagen werde.

Kein Schutz vor Wasser, Feuer, Luft und Erde.

In mir Leere, wenn die Schwere von da unten ruft.

Sieh, wie das Morgen, wie die Hoffnung flucht.

Und ich sage mir: „Alles wird gut!“

10-2012

kritzel-10_2012
Crow

Herzenskinder

Herzenskinder

Den Traum geträumt der Herzgedanken,
wach geworden, aufgestanden.
Alles dreht sich, alles neu,
alles wundersam und treu.

Himmelwärts die Wolken zieh’n,
will ihn suchen, will ihn flieh’n.
Sorglos, traumlos schlafen geh’n,
will ich atmen, Wind wird weh’n.

Was die guten Märchen sagen:
Jene, die noch Träume haben,
die das Herz durch Irrsinn leitet,
immer doch als Narr verkleidet,
wandern sie durch dunkle Zeit,
tragen sie ein buntes Kleid.

Wer nun diese Träumer sind,
weiß jedes Kind.

JB-09-2012

Kraniche im Flug
Kraniche im Flug

Traumernte 2

Traumernte 2

Such den Becher in der Welt,
der gefüllt die Wahrheit hält.
Sonderbar im Wahn erhellt.

Freudestrahlend bald verfällt,
Gründe nur für sich behält.
Hoffnung, Gnade – nichts was zählt.

Traum und Ende dieser Zeit,
Fröhlich, kalte Dunkelheit.

Voll der Suche ohne Sinn.
Find nur mich, wo will ich hin?

Gang und Weg und Tor und Ziel.
Sein und Werden, wenig – viel.

Glauben an die Kraft der Zeit.
Was, wenn wenig übrig bleibt?

Unterm Mond im Schatten reift,
tanzt und singt und Worte greift.
Formt, verbindet, weiter reicht.

Zaun gefunden, dort verweilt.
Faun verschwunden, Mal geheilt.
Nichts verbunden, Zeit geteilt.

/ 3-2012

Tulpenwiese

Sehnsucht

Sehnsucht

Kröte in den Morgenstunden,
Leib ganz frei und voll von Wunden.
Denk die Einsamkeit herbei.
Ich bin hier – du einerlei.

Wenn es nur so einfach wär.
Träumen – selbst das fällt mir schwer.
Wenn du so für dich gesehn,
sitzt und schweigst – so wunderschön.

Tränen mir die Worte sagen.
Ich bin hier, fang an zu graben.
Traurig, wild, verlassen, rein,
sing ich sie: Ich bin ganz Dein.

Wenn morgen alles and’re brennt,
mein Herz dich findet und bekennt.
Auf dass die Feuer übergreifen
und in dir Sonnenbrände reifen.

Der Zauber fängt den Abendstern.
Ich finde dich, du bist der Kern.
Und alles dreht sich um den Tag,
an dem du weißt, dass ich dich mag.

tilda002