Wegemut

Wegemut

Ich wandle wagemutig.
Ich suche Blätterberge auf
und alsbald wird mir Licht und kalt.
So lebe ich hier unter euch.

Mit Pfand im Herzen,
mir selber treu.

Die Heiterkeit hilft selber helfen.
So wie ich schreib,
bin ich befreit
und wünsche eine neue Zeit herbei.

JB-11-2014

Glocken im Dunkeln

Glocken im Dunkeln

Wir läuten die Glocken im Dunkeln
Mein Fremder Freund.
Und wer es hört, ist sicher,
Wir klagen über Nichts.

Das Feuer unserer Blicke
Es schien gelöscht,
Sobald die Sonne schwand
Und der Krug geleert war.

Du scheinst jetzt wieder
Und ich fülle mich auf
Mit Blicken, mit Worten,
Mit Nähe und mit Freundschaft.

JB-10-2014

Pilgerfahrt

Pilgerfahrt

Ich mag diesen Tag, ungeteilt – nicht öffentlich
er fließt mir zu – ich öffne mich den Stunden
lass mich ein auf die wartungsfreie Arbeit Schreiben
niemand schreibt vor – niemand sagt: schreib ab
Keine Suche nach der mausgrauen Schichtenfalle
Freies Fallen ohne Alltag
Eine Pilgerfahrt der Worte
Wenn ich falle, dann wenigstens auf dem Weg zum Du

Ich mag diesen Tag,
so wie die Leute sich gern reden hören,
lass ich mich schreibend ein auf mein Selbst
Das Lesen der Suchenden
Suche das Gefühl wie das Außen

Ich mag diesen Tag, der sich selbst neu gebiert aus sich
und stirbt ohne Abschied, da er nicht untergeht

Ich mag diesen Tag

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Ein Tropfen Glück

Ein Tropfen Glück

Die Tropfen dieses Leidens heißen Scheu,
Vergib mir meinen Namen.
Ich hebe Dich in diesen Fluss,
Denn Du bist neu.
Ich gieß mich aus mit all den Farben.

Und wie ich fließe,
So schaust Du zurück.
Und wie ich gehe,
So bist Du verrückt.

Und wenn ich mag,
Dann hast Du mich verzückt.
Wir reichen uns dies heil’ge Glück.
Kommen zum Schluss mit großen Gaben.

8-2014 JB

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Mandelblüten

I. Zwei Seelen schweben vor sich hin
und träumen voneinander.

Wer glaubt, dass sich das alles find,
hat Hoffnung für das innre Kind.
Wo gleichen wir einander?

Wenn sie dann schweigt und ihn umkreist,
Ganz halten sie sich wieder.

Und wenn sie wissen, wo sie sind,
Dann wächst wieder der Flieder.

II. Smaragd und Bernstein
Versuchend rein im Sonnenlicht
und was er denkt und was sie spricht.

Durch Tage, Nächte, Morgen streifen
und auch die Putzfrau will begreifen.

Was mich hier hält, ist seine Sicht
und wer er ist und wie er bricht.

Und wenn zwei Welten sich berühren,
dann dürfen dass auch andre spüren.

III. Blumengrüße
Glockenblumen meine Augen,
Sonnenblumen meine Haare,
rote Rosen meine Lippen,
will dich endlich damit küssen.

JB 8-2014

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Hexen

Hexen

Wie ihr uns jagt mit euren Stöcken.
Wie wir uns fangen auf unsren Besen.

Wir reiten, ihr zündet.
Wir schmelzen, ihr kündet;
Verbrennt gar uns Menschenwesen.

Eure Sünden, die sind uns’re Not.
Eure Proben sind unser Tod.

Wir sind nicht gefeit vorm letzten Geleit.
Doch tragen wir unser Wissen in die neue wilde Zeit.

JB 8-2014

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Weltenengel

Liebster Engel heb‘ mich auf,
So gehe ich hinab mit dir.
Dahin, wo der Wein reift,
Wo dein Garten wächst.

Hinab die 30.000 Menschheitsstufen,
In die Weltenwärme dieser Hölle.

Wir sind das Abbild dieses Liedes
Und wie ich falle, stürzt du.

Wie ich bin in dir, bist du in mir.
Wir sind die Weltenengel.
Die Erde sei unser Himmelstier.
Doch stürzen wir auch hier.

Denn Menschen wollen uns besingen,
Uns Engel mit den dunklen Schwingen.

Wir seien Teufel, Hexen schreiben sie.
Wie helfen, wenn sie schreien und lügen.
Sich selbst nicht mehr verzeihen und unsre Erde pflügen.

Mut und Weisheit zu beleben, solch Worte bringen uns hierher.
Die Liebe wird uns heben über dieses Feuermeer.

JB-8-2014

mixed material drawing
Four Elements mit inversen Farben, bin mit dem unteren Teil nie so ganz zufrieden gewesen, so gefällts mir besser