Traumernte 2

Traumernte 2

Such den Becher in der Welt,
der gefüllt die Wahrheit hält.
Sonderbar im Wahn erhellt.

Freudestrahlend bald verfällt,
Gründe nur für sich behält.
Hoffnung, Gnade – nichts was zählt.

Traum und Ende dieser Zeit,
Fröhlich, kalte Dunkelheit.

Voll der Suche ohne Sinn.
Find nur mich, wo will ich hin?

Gang und Weg und Tor und Ziel.
Sein und Werden, wenig – viel.

Glauben an die Kraft der Zeit.
Was, wenn wenig übrig bleibt?

Unterm Mond im Schatten reift,
tanzt und singt und Worte greift.
Formt, verbindet, weiter reicht.

Zaun gefunden, dort verweilt.
Faun verschwunden, Mal geheilt.
Nichts verbunden, Zeit geteilt.

/ 3-2012

Tulpenwiese

Traumernte

Traumernte

Hab‘ Träume gesät in manchen Herzen,
bekenn‘ mich zu den Feuerschmerzen.

Hab keinen Schimmer, was ich will;
nur eins, nur Dich, ist das zu viel?

Groll verzeih‘ ich und auch Gram,
wer mich will, kennt keine Scham.

Dreh‘ dich um, sieh her zu mir.
Meine Sicht gehört nur dir.

Viel verzieh’n, viel zu verzeihen,
einmal feiern, einmal schreien.

Einmal wie der Himmel sein.
Unendlich im Mondenschein.

Himmel und Raubvogel

Wartezimmer im Themenpark

Wartezimmer im Themenpark

Dauerstellung, Wartehaltung.
Bin so einsam! Bin so sau dumm!
Dass ich bleibe, dass ich hoffe;
Dass ich mich so runter mache.

Wird es so und wird es anders?
Kenn die Worte, weiß ich kann das.
Wann kommt meine Zeit,
ist es bald so weit?

Dass ich mich zu Worten zwinge,
Dich und mich nach vorne bringe.

Wer hilft mir, wer hilft uns beiden?
Wer? Nur wir, will nicht mehr leiden.

Will dir in die Augen sehn;
So besonders, auch so schön.
Kratz an meiner Oberfläche,
weiß nur, dass ich für dich lächle.

Seh nur dich, wenn ich vorbei geh.
Bleib nur kurz, da ich sonst durchdreh.

Worte schwirren durch die Luft.
Zauber, Fluch und Rätselduft.

Werd nur hier und heute schwach,
morgen bin ich wieder wach.
Denk an dich und tob mich aus,
meine Sorgen werf ich raus.

Wein‘ nur in den falschen Träumen,
sink in Mitleid, sing von Schäumen.

Meerjungfrau wo ist dein Messer,
willst du leben und dich bessern?

Doom – Die Herrschaft geht zu Ende,
bring herbei die Mondenwende.
Lass mich für dich Schatten sein.
Niemals Morgen, wir allein.

/ 3-2012

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Das Wurzelwerk

Das Wurzelwerk

War eine Wand ohne Tür – meine Liebe,
Der Raum dahinter – so dunkel, so leer.

War eine Pflanze in zu kleinem Topf – meine Liebe.
Nun frei am Himmel schwebend – unten das salzige Meer.

Wo das Licht, den Weg zu leuchten?
Wo die Seele, ihn zu finden?

Wo der Fluss, Gefühl zu nähren?
Wo die Erde, es zu binden?

Zu Lieben die Kunst – zu Achten, zu Verstehen,
Mit Verstand und Gefühl diesen hohen Weg zu gehen.

Eins zu sein, ohne sich zu verlieren,
sich zu finden, zu binden, alles zu riskieren.

/ 5-2012

Winterwald mit Bodennebel
Winterwald mit Bodennebel

Feuervogel

Feuervogel

Wütend: Wie in Worte fassen,
was ich fühle, will nur hassen.
Bin so einsam, bin gefesselt.
Niemand, der mehr Blicke wechselt.

Alles soll so weitergehen?
Ich will lieben, ich will sehen!

Leben, atmen, Schicksal wenden,
ich will brennen, bis ich glühe.
Will vergehen, wenn ich zage,
mich im Selbstmitleid vergrabe.

Alles soll so weitergehen?
Ich will sein, ich will verstehen!

Bin so frei mich neu zu gießen.
Feuer sei mein Element.
Bin so frei, jetzt zu genießen,
was mich früher hat gehemmt.

/ 2-2012

feuervogelweb
Feuervogel von Johanna Blau

Die Wurzelfrau

Die Wurzelfrau

Heldensagen aufgeschüttet,
auf die Ahnen deiner Krone.
Heute sind sie so zerrüttet.
Sag nicht das jetzt ich hier wohne!

Treues Feld sich selber pflegt,
Heilkraut und das Leid der Welt.
Vergiss nicht, dass ich auf ihm geh.
Hab‘ es so oft schon bestellt. Weiterlesen

Neuland

Neuland

Munter nur im Traum,
allein nur unter Leuten.
Wer fragt „Wer bin ich?“
muss sich trau’n,
was andere vergeuden.

Leben, Lust und Liebe,
was ist der rechte Weg?
Das alles sich für Triebe,
nur einsam neu belebt?

Und geht es hier um Hoffnung,
dann sagt mir mein Verstand:
Für alles gib dein Herz,
als größten Unterpfand.

Wer es verliert, wird leiden,
Wer es gewinnt, der zeigt
mir seine dunklen Seiten
und bringt mich ins neue Land.

/ 8-2011

Feld mit fünf Glockenblumen
Feld mit fünf Glockenblumen