Oh Pan-Demi

Die Worte wollen wissen was wir wünschen zu wirken.
In meinem Sein trägt der Wunsch Früchte, mich zu entdecken.
Das Wollen und die Lust daran erstickt noch in Einsamkeit.
Doch meine Augen finden Fragen und Antworten in deinen Augen.
Der Herd bindet mich nicht und ich will auch sonst an niemanden gebunden sein.
Ich bin frei zu entdecken, wer ich bin.
Ein Mensch, der liebt kennenzulernen, Tiefe Gründe auszuloten und mich dabei tanzend zu versuchen.
Rufe ich die Schatten, sind sie da, mir Erkenntnis zu geben.
Bin ich licht in Momenten der Einsamkeit, für Sorgen bereit.
Bereit mich zu geben.
Bereit zu vergeben.
Bereit zu erleben.

JB 10-2021
JB 09-2021, Buche mit gebogenen Ästen
Versuche im Fluß zu schwimmen.
Verjage die Schwärme der trüben Gedanken.
Will an Land nicht mehr wimmern, 
Will nicht mehr wanken, Und doch:
Ich mal mit Schatten meine Liebe nach.
Fürchte mich vor dem, was ich mir selbst versprach.

Johanna Blau, Juli 2021
JB, Juli 2021

Superheldin auf Kryptonit

Mein Gefühl so tief wie der Erde tiefstes Loch.
Wie überzeugen gleich darauf aus höchster Höhe?
Dass Jesus übers Wasser lief, das glauben viele noch.
Doch existiert da kein Beweis, außer seiner getrockneten Zehe.

Besonderheiten kann ich auch, kann wunderbar Gedanken lesen.
Auch sagen mir meine Ahnen, wonach dem Schicksal der Sinn steht,
Was sein wird und was lang vor mir gewesen.
Da wissen viele schon woher der Wind in diesen Reimen weht.

Zum Fliegen bräuchte ich, so machen sich manche lächerlich, wohl nur den richtigen Besen.
Die Leute reden, die Leute lachen, was soll ich mich ärgern über Hohn?
Ich sage dazu, dass wenn ich tanze, ist Raum und Zeit einmal gewesen.
Das Gefühl alleinszusein, ist für mich gerechter Lohn.

Im Alltag stockt manchmal der Fluss, da stolpert über Kleinigkeiten meine Zunge.
Da ich Wahrheit liebe, wie meine freie Zeit, denken manche ich rauche Weed auf Lunge.
Dabei ist meine Hirnchemie manchmal wie ein Schwarm Quanten-Kolibris.
Ein Wahn hat mich dann im Griff, das Erleben ist sehr intensiv, nur leider nicht sehr realistisch.

Wie Obelix fiel ich wohl mal in den purpurnen Zaubertrank.
Nur tankten bei mir nicht die Muskeln, sondern die Neurotransmitter.
Stress bringen Gefahr und Liebe, darüber reden hilft der Menschheit sei Dank.
Haltet mich vorher nur bitte fern von E-Mail, Facebook oder Twitter.

Die Anti-Droge, mein täglicher Begleiter, wirkt als Antidot, verstehe jetzt wieder jedes Wort.
Doch schlug es mir nach dem Wahn arg aufs Gemüt, den Heldenstatus abzugeben.
Zwischen Eltern und Kindern und zwischen allen Menschen konnte ich doch Netze weben.
Telepathie war das Zauberwort, die Welt dank Verständnis ein besserer Ort.

Hass, Angst und Grenzen bestimmen oftmals hier das Denken, nur wenige geben auf andere Acht.
Macht-besessene Wichte dürfen unser Raumschiff gegen die Wand lenken.
Es wird Zeit dass sie uns statt stark verschmutztem Wasser wieder reinen Wein einschenken.
Die Empathie als Superpower sollten wir bedenken.
Sonst sagt uns der Planet bald schon gute Nacht.

JB-06-2020

Glockenblumen hinter Gittern, Foto: JB

Miteinander

Im flackernden Licht brennender Urwälder,
Glaube ich nicht an 13. Gehälter.
Doch freue ich mich trotzdem drauf,
Denn Geld kostet es zuhauf,
In dieser Welt gesund zu bleiben.
Nichts lässt sich schwerer verschreiben.

Ich wohne in einem Haus mit Aussicht.
Die Lücke, hoffe ich, schließt sich sobald nicht.
Wir sind getroffen, haben gesoffen
Und ich lasse weiter hoffen.
Fürchte dass es vorbei ist, wenn endlich ausgesprochen.
Der Morgen, wieder leuchtend angebrochen.

Sitze vor LED-Technik,
Ein Kaltes Versteck mit Lichtblick,
Das Draußen scheint mir unnahbar fern.
Die Wahrheit ist ein bitterer Kern.
Sobald ich mich wieder in die Wüste schick,
Hör ich einen leisen Mausklick.

Drama und Heiterkeiten,
Vermutlich hilft da nur Streiten.
Wer will sich sicher verlieben?
Warum nicht mal Schlüssel versieben.
Unendlich treu der Einsamkeit,
Und jeden Tag ein anderes Kleid.

Will Sinn in diesem Haufen Unsinn finden.
Die Flüche legen, die Gefühle binden.
Leg mir die Karten.
Hör auf das Lange Warten.
Gräuel in der Schlucht der Fantasie.
Schlauer werde ich nie – als heute.

 

JB-08-2019

Donnergrollen

Zorn mischt Gedanken und Gefühle
Eine Mischung so explosiv, wie Mehlstaub in der Mühle
Gericht im Innern und immer wieder
Wächst aus mir heraus die Wut zum wilden Sturm.
Zur Ruhe ruft mich nur der Duft von Flieder
Hege Verdacht auf eine gebrochene Schleuse in einem alten Fühlensstrom

Dabei ist Donnergrollen wie echte Poesie
Wenn die Walküren über den Himmel stürmen
Das Ziel eines Gewitters ist pure Harmonie
Hoch und Tief finden sich in Wolkentürmen
ach dem Gewitter klart schnell der Himmel auf
Die Sonne nimmt den altbekannten Lauf

Unglaublich ist der Worte Gleichgewicht
Denn immer wieder ist da dieses Brausen
Ganz ohne Trümmer vergeht das nicht
Wenn Gefühle um meine Blinde Ecke sausen
Dann wallt Nebel auf für alle und der ist allzu dicht

Doch eh ich mich an mir selbst wieder verbeiße
Geh ich nun gern direkt auf Du und Du
Vergraule so Manchen auf diese Art und Weise
Bei Konfrontation drückt einem schnell der Schuh
Doch folgt in der Weite die Ernüchterung
Durch Wahrheit passiert oftmals nachhaltige Läuterung

Der Wind weht durch die Räume meines Geistes
Und lässt die Worte strömen aus meinem Mund
Bin zwar kein Kind mehr, mein Gedicht verheißt es
Der Letzte Vers, der macht vielleicht die Dichtung rund:

Wut und Groll waren bisher unbekannt auf meiner Lebenslinie
So glaube ich an die Macht meiner Familie
Vermacht mir alte Leiden in neuem Gewand
Lässt mich reisen in einem unerforschtem Land
Und fühle ich mich verkannt, in all der wilden Pein
Das Auge, was ich in mir finde, lässt mich schlussendlich erstmals ausgeglichen sein.

JB-08-2019

Verzeih dir selbst

Verzeih dir selbst, den gröbsten Unfug, der aus dir spricht.
Krumen der letzten Züge deiner Ungeduld,
Denn wer so einsam Herzen bricht,
Bewahrt sich einen Batzen Unschuld.
Und träumt für die, die heimlich wissen, wem du dich versprichst.

Schätze, was ich trage,
Wissen um das, was ich nicht vermag.
Fühle, was ich sage,
Und träume für den nächsten Tag.
In dem ich sehe, was ich wage,
Worin ein Fünkchen Wahrheit lag.

Verzeih dir selbst, das wollüstige Wollen,
Das in dir kocht wie Marmelade,
Da hilft nicht mal mehr Schmollen,
Bricht durch jede Fassade.
Süß und verboten mit leisem Grollen.

Gedenke aller alten Muster, die ich von mir gab,
Zehre von Gedankenspielen.
Erzähle davon, wie ich jetzt wieder Lust hab,
Auf Herzensmitte abzuzielen.
Das Du, das Ich, ist alles, was ich schwer vermag.
Innen und Außen, wie sie miteinander spielen.

Verzeih dir selbst die Wahl der Worte,
Kryptisch und Verheißend,
Es gibt sie die gefundenen Orte,
Zügellos und gleißend.
Fühl dich als seltene Sorte,
Mit Wonne um dich schmeißend.

marienkaefer-ausschnitt1

Waldbaden

In der langen Dämmerung meines Breitengrades,
Gelingt es mir, Gedanken zu sortieren.
Dies und das haftet an mir beim Spazieren.
Ich lass es über meinem Kopf rotieren,
Entlang des neu gewählten Pfades.

Tierisches Rascheln hier und da,
Verlangt nach Blicken wie ein Menschenwesen.
Was auf mich zu kommt, wie um zu genesen,
Wichtig ist es, ohne zu viel zu lesen.
Mein Sein scheint mir klar.

Ankommen, sind die Wege auch verschlungen.
Vorbei an jeder Bank, Ruhe tanken in Bewegung.
Der Lauf der Sonne, verleiht dem Gange Schwung.
Von der Gedanken, wie der Füße Wanderung,
Sind meine Sinne aufnahmebereit wie meine Lungen.

Fort von allem, was mich treibt.
Der Tag endet in Verkleidung.
Der Mond trägt leicht am Sternenhimmel, er ist jung.
Über mir zerfällt das Universum,
Seit Anbeginn der Zeit.

JB-06-2019

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