Blue

Blue

Another velvet morning
High above the multilingual sky
Stars speak to me
My answer is goodbye

I told you not to worry
I told you to speak true
I’m in an endless hurry
My thoughts are blue

If love is not the answer
If life is just to try
I dance with a thousand devils
My heart it wonders why

The cards I draw they whisper
My fate’s behind this door
I open it
And what I find is more

More dreams and paths and wonder
And more of a loving kind
Tomorrow is a question
The treasure is here to find

JB-02-2016

Lili

Lili

Zerrissener Schlaf

Wie Seide dein Hauch
Schneeglatte Haut

So warst du für sie

Deine Augen malen Vergangenheit
Du gezeichnet von deiner Liebsten

Wie schwer die Verkleidung
Wie leicht dein Fuß im Kleid

Endlich da und wahr
Und vorbei

JB-02-2016 (nach dem Film „The Danish Girl“)

Schnee

Schnee

Vergiss nicht den Schnee,
Geheiligter Moment.
Vergiss nicht, was uns trennt.
Der Schnitt tat weh.

Und weiter suche ich,
Tret‘ weiter mein Herz mit den Füßen.
Werd‘ für mein Gefühl büßen.
Die Worte verlieren sich.

Bist Du so schnell verschwunden?
Legst Dein Bein in mein Liebesgrab,
Wo sich kein Kuss ergab.
Reiß sie auf diese Wunden.

Wann denn verlier‘ ich Dich?
Wann ist es wirklich aus?
Kehr meine Liebe zur Tür hinaus.
Schweigst zu mir, bitte sprich!

JB-02-2016

Thomas G.

Thomas G.

Hab ich Dich zerstört?
Deine Leber zerfressen?
Will Dich nicht vergessen
Hab‘ Deinen Ruf nie erhört

Co-Abhängigkeit seit meiner Kindheit
Wie ein flüssiges Kleid
Mit Küssen von Leid befreit
Sag Du mir, warum er schreit

Zu schlau zu leben warst Du
Immer drei Schritte voraus
Nun ist Dein Leben aus
Kommst Du jetzt endlich zur Ruh?

Getroffen hab ich Deinen Geist
Geredet über Gießkannen
Wie sie Dich holen kamen
Mein Herz war zu früh schon vereist

Hätt‘ ich Dich retten können?
Kaputt wie ich bin
Mein Herz, meine Seele flog zu Dir hin
Wollt Dir doch die Nähe nicht gönnen

Nun bist Du tot
Nun bist Du nicht mehr hier
Was bleibt ist ein Kuss im alten Revier
Und ich hab‘ mit Liebe meine liebe Not

JB-02-2016

Ziel

Ziel

Tiefen ausgelotet
Dämmerung
Regen am Hang
Ich allein

Erde zu meinen Füßen
Pausenlos erschüttert
Wach und harmlos
Nur ich weiß das

Geblendet sein
Hoffnung hegen
Selten offen
Schales Licht

Reife und Selbstachtung
Hohes Ziel
Verwesungsstadium
Will ich zuviel?

JB-02-2016

Splitter

Splitter

Graue Welt verschwunden
In Altkleidersäcken gewühlt und Neues gefunden
Wenn ich mich an Dir verbrenne
Wenn ich vor mir selbst davon renne

Lautes Licht das grade zu mir spricht
Verlangen nach offenen Augen
Glaube nur an helle Münder
Will Dein Lächeln Deuten

Zerfließe in Gravitationswellen
Schallgelächter treibt mich zu Dir
Reiße ein Stück von mir ab
Angeheftet wie einen Button an Dein Jacket

Wie ich flüchten will
Mich selbst bedecke vor Deiner Scham
Innig umnachtetes Ganzes
Einzig beseelt von Gespenstern des Gestern

Und wenn ich ausbreche
Dann aus selbst gewählten Schatten
Bring mir ein Schafott
Ich will sie köpfen

Zähme mich
Aufgebäumt siehst Du meine Angst
Verraten von Zeit
Verkauft an die Arbeit

Wellen umschlingen meine Beine
Arme umklammern sich
Garten der Lüste alleine
So erwacht mein Licht

JB-02-2016

Volk und Flucht

Volk und Flucht

Türen zugeschlagen.
Abendland gewaltig und drohend.
Was sie alle zu sagen haben,
Klingt nach Gewalt, Vernichtung, verrohend.

Wenn wir unter Brücken schlafen,
Trifft uns selbst die harte Hand.
Wehe, wenn wir Hunger haben,
Flüchten in ein anderes Land.

So viel Angst und Hass und Eifer,
Rufen sie nach alter Härte?
Tiere scheint es, Maul mit Geifer.
Wo sind nun die Kant’schen Werte?

Freiheit, Frieden und auch Wohlstand,
Mitbestimmung, sicher Wissen.
Grenzen machen noch kein Land.
All das sind Werte, die wir schützen müssen.

Schützen müssen wir auch Leben,
das hier bei uns Zuflucht findet,
Vor der lauten, braunen Meute,
Die alte Mär jetzt neu verkündet.

Ich kenne keinen Krieg.
Ich kenne keine Not.
Doch was ich sehr gut weiß:
Wir sitzen alle im selben Boot.

JB-02-2016