Selkie

Selkie

Perlen aus Licht
Rufen die Gischt
Geh ihnen nach
Wird es mein Grab?

An Land gespült
Wortlos verwirrt
Hab viel getanzt
Mein Fell noch voll Glanz

Steinerne Helden
Geseh’n nur noch selten
Flieg mit den Eulen
Mein Lied wird viel bedeuten

Du hältst mich hier zurück
Will doch nur dein Glück
Die Wellen rufen mich
Es ist vergeblich

JB-03-2016

(nach „Die Melodie des Meeres“)

Spiel im Spiegel

Spiel im Spiegel

Kreuzgewölbe über mir
Ich bin da, wo ich sein will
Schöne wilde Gier
Du ganz nah bei mir

Ohne Stoff, Haut auf Haut
Hast mir mein Herz geklaut
Niemand, der zuschaut
Spiegel, der mich aufraut

Deine Zunge will nicht sprechen
Deine Hand führt zu Feuer
Ist mir so ungeheuer
Meine Lust ist mir teuer

Gemeinsam durch den Spiegel
Zusammen spielen
Zusammen aufs Höchste zielen
Nie mehr eine unter Vielen

JB-03-2016

Nachts

Nachts

Wenn du den Himmel zerfetzt
Dich dann einsam darauf setzt
Alles um dich sondierst
Dabei unendlich frierst

Wenn alle Sterne erlöschen
Feinde dich erlösen
Regenbogen kippen um
Zukunft bleibt stumm

Dreh dich im Reigen
Darfst dich nicht zeigen
Verwirrt und aufgefressen
Ganz jung und doch versessen

Reh, Fuchs und wilde Gans
Will alles jetzt und ganz
Meine Code ist ungelesen
Meine Lippen bluten, verwesen

Musik durch Ohr und Haut
Hast du mein Herz geklaut
Und blutend lieg ich da
Bist mir nicht mehr nah

Bäume beschützen mich
Bring mich zur schäumenden Gischt
Flieg mich in schallendes Licht
Du suchst und du findest mich nicht

Ein Anderer soll mich kleiden
Will nicht mehr ohne dich leiden
Will stark sein und unnahbar
Dann ist da mein Schicksal so klar

JB-03-2016

Ein Versprechen

Ein Versprechen

Wenn du mich anschaust
Verspricht mein Herz mir mehr
Bin ganz ausgelaugt
Denn die Leere ist nicht fair
Stoßen zusammen
Fallen auseinander
Sping‘ aus dem Rahmen
Wenn ich alleine lande
Spüre so viel
Sage so wenig
Seh‘ doch mein Ziel
Sind wir uns einig?
Will dich nur schauen
Sprechen das fällt mir schwer
Will mich nicht quälen
Trag‘ in mir ein ganzes Meer
Wenn du mal mit mir bist
Unschuld und Hoffnung
Sind dann schnell in der Pflicht
Wage den großen Sprung

JB-03-2016

Ufer

Ufer

Was siehst Du in mir?
Tanzendes Gebälk.
Freudig, unverstellt.
Wenn ich gehe, dann mit Dir.

Rote, blinde Sucht.
Unumkehrbar Deine Hand.
Wir knüpfen ein Lebensband.
Liebe meine Flucht.

Schritte lösen sich.
Blicke öffnen mich.
Tränen rollen schlicht.
Trage an dem Gewicht.

Wenn Du bei mir bist,
Tröstest meine Glieder.
Singst mir schöne Lieder,
Schnell verstreicht die Frist.

Zwei zu einem wird.
Blicke sich versammeln.
Worte einsam stammeln.
Kälte morgens klirrt.

Wind durch alle Gassen.
Reise um die Welt.
Hast so viel erzählt.
Will nicht von Dir lassen.

Du bist fortgegangen.
Ufer trennen uns.
Dein Leben ist mein Wunsch.
Hab Dein Herz empfangen.

JB-03-2016

(Film: Der Baum der Helden von Yang Zimou)

Schlag

Schlag

Tief gesunken ist der Uhren Schlag,
Nur um mir weh zu tun.
Will jetzt endlich ruh’n.
Morgen kommt ein neuer Tag.

Voller Leben meine Hoffnung,
Träum‘ den großen Traum.
Meine Liebe ist ein Raum,
Morgen kommt Heilung.

Krankheit ist nicht mein Weg.
Schlage Haken,
Ford’re Taten.
Sonne zeigt mir den Steg.

Glanz und Gloria.
Ford’re Schatten auf zu gehen.
Werd jetzt über allen Teufeln stehen.
Ich bin ganz nah.

JB-03-2016

Mars

Mars

Venus liegt über Schatten gebeugt in meinem Innern wie Blei
Ich bin nicht bereit zu vertrauen
Wenn ich mich öffne, fließt Asphalt auf meine Seele
Gebratenes Fleisch mag niemand zu berühren
Teure Überwindung auf Flächen aus Katzenköpfen

Neuer Mond, Aufbruchstimmung
Ich gehe unter an Deiner Hand
Niemals wirst Du mich berühren
Hab Angst vor dieser Wahrheit
Kann doch Deine Nähe spüren

Gewundener Pfad der Liebe
Fuchs und Schlange in meinem Leib
Quell des Versprechens über mir
Verbleibe in Träumen gefesselt
Treu Deiner Seele, lache ich bis zum Morgengrauen

Venus in mir, Du spielst Mars
Keuschheit hat nichts gebracht
Rat und Suche, Stimme und Gebahren
Zuflucht im offenen Haus
Leise begebe ich mich hinab in die Strömung

JB-02-2016