Wer wir sind

Wer wir sind

Ich schwebe unter Menschen
Kann meinen Absprung nicht verleugnen
Tanze durch Totenköpfe
Springe in Sirupseen
All das um zu verstehen
Wer ich bin

Wir köpfen die Zeit
Sind gewaltig und frei
Unsre Worte malen Bilder
Singen von falschen Helden
Dinge sind keine Welten
Wohin?

Freuen uns an Fragen
Vermischen Gedächtnis und Gefühl
Schwimmen in Einsamkeit
All das ohne Leid
Nur um zu verstehen
Wer wir sind

JB-12-2016

Mondumnachtet

Mondumnachtet

Will morden unter meiner Haut
Ein Kleid, das brennt
Ein Kessel, der braut
Ein Weg, der trennt

Umwindet mich der alte Wein
Ich lass nicht los
Will standhaft sein
Nie mehr machtlos

Garten und Gebälk
Worte sind was bleibt
Geh unter im Gewölk
Bin vor nichts mehr gefeit

Ein Tag ist vorbei
Der Mond will wachsen
Das Tier in mir ist frei
Mache nächtliche Faxen

Wie ich Dich suche
In meinem Innern
Mich selbst verfluche
Will nicht verkümmern

Einsame Wanderung
Durch Traumgewinde
Hin bis zum Aufschwung
Wie ich mich schinde

Heilung ohne Atem
Pfade ohne Dich
Segne den Paten
Wahrheit versehentlich

JB-11-2016

Mental Treasures

Mental Treasures

Mein Schatz Fantasie
Mein Wort in Deinem Ohr
Wie ich falle im Traum
Genieße den Raum davor

Mein klingender Gang
Führt den steilsten Weg hinauf
Ein Seil hinab in den Wahnsinn
Wer will da schon hin, wach auf.

Und immer noch glaube ich an Träume
Wage einen Blick hinter den Spiegel
Trenne die Naht auf
Worte gibt es doch zu Hauf, unter dem Siegel

Träume von Verbundenheit
Seltsam wie schön das klingt
Wer mit sich streitet
Den Teufel begleitet und um Ganzheit ringt

JB-11-2016

Schwebeland

Schwebeland

Nichts berührt, nichts trägt.
Wer so einsam in seiner Matte schwebt,
Kennt keine Sorgen.
Schläft traumlos bis zum Morgen.

Unbehandelt durchs Leben gehen.
Für sich einstehen.
Sich kennen und das Anderen verkünden.
In den Wald verschwinden.

Umkehren bis nichts mehr hält,
Keine Liebe quält,
Nur noch von Licht leben.
An Niemandem kleben.

Das bis zum Untergang?
Der Einsamkeit kosmischer Klang.
Eine Tür für mich allein?
Reue fängt mich ein.

Nicht mehr wandeln über allem,
Hoffnungsvoll aufs Leben knallen.
Angstvoll nur aufs Ganze setzen.
Sich auch mal unterschätzen.

Und wenn ich mich vergebe.
Und wenn ich Dich in Alles hebe.
Mein Tag ist nicht mehr nur banal.
Mein Herz, ein großer Saal.

JB-11-2016

Tatendrang

Tatendrang

Stürze über Wolkendächer,
Wahrheit wie ein Geisha Fächer.
Unbedacht zusammen Leben,
Gläser heben.

In Geschichten Liebe meistern,
Schwärmerisch durch Felder geistern.
Worte auch durch Taten binden,
In den Urlaub dann verschwinden.

Leuten danken für ihr Lachen.
Still neue Gedanken machen.
Alltag meistern und dann schreiben.
Im Regen sitzenbleiben.

JB-11-2016

„Schreiben auf dem Bazar“ Schreibübung nach Natalie Goldberg

Jede sagt reihum ein Wort und alle Schreiben dazu ein Gedicht ohne viel zu überlegen. Wollte meine nicht verschenken. Ich teil sie lieber hier.

Klang

Hoffe auf diesen Tanz.
Er verschlingt dich ganz.
Das Klavier rauscht in die Stille.
Einsam unser Wille.
Vorüber zieht die hohe Zeit.
In herbstfarbenem Kleid.

Gedanke

Wünsch mir ein Boot aufs Meer
Mein Kopf ist schwer, so leer
Wünsch mir deine Hand
Deine Seele mein liebstes Land

Lichtung

Wolfsaugen im Gebüsch.
Mein Haar ganz widerlich.
Die Bäume umkreisen uns.
Der Wald verwehrt uns die Gunst.
Ich möchte bald schlafen gehen.
Und diese Blicke verstehen.

Wundertüte

Ich weiß nicht, was das Leben mir schenkt.
Oder mir doch noch anhängt.
Ich öffne die nächste Tür.
Und sehe ein Wunder vor mir.

Schatten

Wieder ein Schatten vor meiner Tür.
Will er nicht gehen, was kann ich dafür?
Will er nicht bleiben? Das wird mir zu viel.
Er ist der Eine, dem ich verfiel.

JB-11-2016

Ohne Schlaf

Ohne Schlaf

Ich drück mich aus wie ’ne Zitrone.
Nur gut, dass ich hier noch wohne.
Ich halt mich fest an alten Träumen.
Will die gute Zeit nicht versäumen.

Wenn ich dann müde werde,
Wähn‘ ich mich unter der Erde.
Und das Gedankenkreisen,
Will nicht mehr abreisen.

Helden und Monster aufgereiht.
Für Schlaf ist da keine Zeit.
Das Bett hält Sorgen bereit.
Wann bin ich davon befreit?

JB-10-2016