Immerfort schreibt sich das Leben in die Augen ein

Im Gras flitzen Hasen, die Abendsonne, steckt das Licht in Brand, die Hasen rennen durchs Feuer, Terry schaut zu, gebannt. Hat sein letzes Buch in der Hand. Die Kreidefelsen rufen.
Vertrautes scheut vor neuen Särgen. Das Leben, wie es Suppe in Sieben verteilt. Doch ich bin hier und schreibe. Das ist das, was mich vielleicht heilt.
Wille und Versuche. In meinen Händen seh ich viele Risse. Der Schmerz zu handeln, weckt die Hindernisse. In meinem Kopf verweht das Jetzt zu dort und klarem Nein. In meinem Herzen fängt es an zu schreien.
Ich schreibe fürs Erinnern alles auf. Lass den Gefühlen in Bahnen ihren Lauf und bin umsorgt von meinem Inneren. Die Füße laufen. Bald tanzen sie wieder. Springen übers Feuer wie die Frühlingshasen. Leben und leben lassen ist das Motto eines Wilden Rasens.
Immerfort schreibt sich das Leben in die Augen ein. Immerzu singt das Herz den lieben ein neues Lied. Ich möchte nicht verhandeln, das Liebe wichtig ist. Dafür ein Wachssiegel: Herz mit Schlüsselloch. Ich habe den Schlüssel. Verleih ihn gern. Und doch sag ich Ja vor allen andern zu meinem Selbst, meinem Willen, meinem Handeln.

Johanna nion Blau, 20.04.2025

Metallschwingen und Leuchtturmauge

Wenn ich die Flügel hätte, die sie mir andichten.

Verschimmelt sind die Schulden und die saure Sahne reif.

Wenn ich meine Hoffnung ansehen könnte …

Aber die Hoffnung ist kalt-weiß. Die Leuchtstoffröhre in der Notaufnahme.

Und sie flackert.

Alt und weiß ist das, was ich denke, bis ein Schimmer mich zerdrückt.

Mein Lied noch Leid, sucht sich ein Kleid und mahnt mich, weiterzugehen.

Wie der Mensch, der sich Geldscheine an den Körper tackert. Selbst gesehen.

Auf der Linie zu suchen, nach dem, was wir Gerechtigkeit schimpfen.

Schon lange ist die Waage rechtslastig – aufgehangen – an der Freiheit linkem großen Zeh.

Alles taumelt.

Die globale Mehrheit als Bewusstsein, lässt Hoffnung wieder keimen.

Was auch immer sie ausmachen möge, meine Sicht der Dinge.

Siegel wie Brief in der Schublade, wem werde ich diesmal schreiben?

Und wenn ich sporadisch dichte, reime, singe,

Immer dann zerplatzt der Knoten, wie ich mit der feigen Wahrheit ringe.

Und mir einpräge: Das warme Leuchten in den Augen, derer die helfen.

JB-03-22

Frühling im Schloßpark in Lamperswalde, März 2022, Foto: JB