Körperliches

Körperliches

Was sehe ich von Dir?
Was bleibt übrig,
Wenn ich mit Dir gehe?
Verbleib in weiter Ferne.
Wenn jemand da ist,
Dann verschwinde ich gerne.
Ich bleibe stumm,
Seh nur noch Sterne.
Wann werd ich sagen:
„Hab Dich so gerne.“

JB-12-2015

Dein Angesicht

Dein Angesicht

Dein Angesicht,
Ein Mond in meinen Händen.
Will mit Dir zusammen Schicksal wenden.
Uns’re Seelen wie Zöpfe, die man zusammen flicht.

Und wenn ich Dich verlier‘,
Was bleibt als Trost?
Wie vom Leben ausgelost,
Fängt Dich ein Biest mit kalter Gier.

JB-12-2015

Gefangen

Gefangen

Wohin mit mir?
Gefangen in mir selbst wie ein Tier.
Kein Schritt vorwärts, kein Schritt zurück.
Stehe im Eis und warte auf das Glück.
Musik und Freunde lenken ab.
Nur hab ich die nicht immer.
Komm mir vor wie im Grab.
Müde vom eigenen Gewimmer.

JB-12-2015

Bestimmung

Bestimmung

Wohin verweht es mich?
Ist doch unglaublich!
Was die Welt gibt.
Was mit mir geschieht.

Zieh‘ eine Nummer,
Sonst gibt es Kummer.
Bleib nicht stehen,
Sonst wird was geschehen.

Arbeiten heißt das Gebot.
Sonst schlechte Zukunft droht.
Geschäft oder Untergang.
Für mich ein Missklang.

Will mich verwirklichen.
Kreativ unter Möglichen.
Will die Welt begreifen.
Das Alles muss doch reifen.

Brauch etwas Zeit,
Der Weg ist so weit.
Will mich erfahren,
Muss dafür sparen.

Wenn Menschen fühlen,
Die Welt mit Herz füllen.
Bringt uns das Sicht,
Gibt uns Gesicht.

JB-11-2015

Geduld

Geduld

Worauf warte ich mit weichen Knien?
Warum verstecke ich mich unter Decken?
Ich will aufwachen, die Welt entdecken.
Will mit offenem Herzen nach Draußen ziehen.

Nicht mehr lang, dann wage ich den Sprung.
Nur noch kurze Zeit, dann finde ich die Kraft.
Keine Furcht mehr vor der Einzelhaft.
Die Träume werden wahr und das bedeutet Heilung.

Wenn ich die Spur verliere, helfen mir die Leute.
Wenn ich mein Herz verschenke, rettet mich die Glut.
Werde einig mit der Lebensflut.
Erfreu mich an der tanzenden Meute.

Brauche ich jemanden um aufzutauen?
Sing ich nicht allein die schönsten Lieder?
Fühl mich lebendig bis in alle Glieder.
Freunde sind da mich aufzubauen.

Für all das brauch ich doch Geduld.
Der Hexenkessel schenkt die tollsten Tränke.
Brauch keine Bosheit und auch keine Ränke.
Bring mich zurück zur ersten Unschuld.

JB-11-2015

Reigen 2

Reigen 2

Hunde schweigen.
Hier ist ein neuer Reigen.
Geh nicht mehr gebückt,
Immer noch nicht geschmückt.

Tanz mit mir zu diesem Lied.
Das wird unser letzter Sieg.
Kann die Welt nicht lesen.
Noch nie dagewesen.

Neues, Blaues, Altes.
Gib es weg und falt es.
Hat jetzt einen Sinn,
Grad da wo ich bin.

Wieder nur durch Traum geweckt,
Was wenn Wahrheit in mir steckt?
Wird der Raum geteilt,
Bin ich dann geheilt?

JB-11-2015 (nach Konzert von Chelsea Wolfe)

Lebenswelten

Lebenswelten

Ich lebe in mir, welches Leben ich mir immer schenke.
Viel hilft viel, so sagt man.

Ich will fliegen, leicht sein – libellenleicht.
Doch ich bin erdenschwer – so bodennah wie ein Bär.

Will mich nicht beklagen, will mich lieben wie ich bin.
So dass andere mit mir diesen Lebenstanz begehen.

Wer sagt mir, wer ich bin?
Wer sagt mir, wohin?
Das Lebensrad, das dreht sich ohnehin.
Bin nicht länger liebestoll.

Will leben und auch helfen.
Will lieben und doch lachen.
Will hoffen, Hoffnung machen.

Will tausend Schritte gehen.
Um mich so endlich zu verstehen.

JB-10-15