Vogel

vogel

Unschuld

Unschuld

Ich tanze im den Frühling.
Ich tanz von früh bis spät.
Ich trag das Kleid des Frühlings gar.
Mein Mutter hats gewebt.

Wie Unschuld bin ich rein und sanft.
Wie Wasser im Gebirge.
Den Rosenkranz in meinem Haar,
Das Kleid trag ich mit Würde.

Und wenn ich singe, bin ich frei.
Es lauschen alle Tiere.
Die schwere Arbeit mir einerlei.
Und wohl auch, wenn ich friere.

So geht die Zeit, der Frühling kommt.
Ich bin beglückt, ich tanze.
So geht die Zeit im Jahreskreis.
Der Herold bricht die Lanze.

JB-02-15

 

Tropfen

Tropfen

Für jeden Tropfen zahl ich Schmerzensgeld.
Und viele Tropfen hab ich übrig für die Welt.

Wenn Krieg ist, Menschen Tode sterben.
Wenn ich so einsam bin, verzweifele am Werden.

Wenn Leute gehn, nicht wiederkommen, mich beerben.
Dann wein ich mir die Augen aus.
Dann trau ich mich auch nicht mehr raus.

Und lange geht das weiter so, ich lach nicht mehr, bin nicht mehr froh.

Doch wenn ich mir dann wieder denk: S’ist jeder Tag wie ein Geschenk.

Dann wird es besser und ich lenk mich selber hin
zum neuen Tag und allem was er bringen mag.

JB-02-15

Sternenhimmel

Sternenhimmel

Mit weitem Blick hinauf.
Mit großem Herzen offen und gut.
Hinauf in die weite Ferne.

So wie du schaust,
Erblickst du Dich.
Der Mond Dein Gefährte
Auf der Straße der Sterne.

Wenn Du nach oben schaust,
Erblickst du Dich.
Wolkenloses Inferno aus Staub.

JB-02-15
(nach „Die Entdeckung der Unendlickeit“ heut im Kino und dem klaren Nachthimmel auf dem Rückweg)

Wegelied

Wegelied

Alte Weisheit neu entfesseln.
Güte und Hoffnung im Hexenkessel.
Neu und wild auf Worte losgehn.
Frisch und frei dem Frühling entgegen sehn.

Lieder singen, Wege wagen.
Über Zäune springen, nicht verzagen.
Wenn ich hoffe, sehe ich
Licht und Funken versprühen sich.

Dieses Licht will ich bewahren.
Neugierig über Grenzen fahren.
Gern mit Menschen Brücken bauen.
Zuversichtlich nach vorne schauen.

JB-02-15

Zuflucht

zuflucht

der zwang zu denken
überkommt mich oft
auch wenn ich bei mir bin

in mir schaukelt sich
die erinnerung hinab
in einsame ebenen

wenn ich ans morgen denke
wenn ich ans gestern denke
werd ich schwach
werd ich ungelenk

und mit mir reift die stille
sogleich tippe ich sie an
sogleich ruft es in mir

und wenn ich einsam bin
dann schreib ichs auf
dann schläft mein geist
und ruht in sich
für eine ganze zeit

JB-12-2014

Damaged Goods

Screaming shaman
Silence answers

What do we have to do
Below the broken sky
Departed paths
That no one wanders any more

Hunted witch
Who longs for answers
No one knows
Until the cold truth is unearthed

Pink layers between her legs
Her head is damaged goods

Who wants to share thoughts any more?