Flut

Flut

Wie jeden Abend such ich dieses Unheil.
Und find ich’s,
falle ich zu Boden.

Bevor du auf mich trittst mein Herz zu roden,
verschwind‘ ich Nebelelement.
Werd‘ wieder unsichtbar,
mir selber fremd.
Und sehe nur noch,
das was trennt.

Trotz Gier auf heißes Blut
erkalte ich.
So voller Lust auf dich,
verglimmt die feuchte Glut.
Und wenn ich trotze, spalte ich
von Herz und Hirn die rote, wilde Lebensflut.

dorn001

Ahorn

Ahorn

In deiner Welt,
in dieser Welt,
da weht die Einsamkeit.

In deiner Welt,
in dieser Welt,
da steht sie still, die Zeit.

Und endlich will ich diesen Raum
umfassen, fühlen, dichten.
So werd‘ ich weit, wie diese Welt
und will dich nicht mehr richten.

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Jane Eyre

Jane Eyre

Und wenn sein Herz zerbricht,
mein Fuß zermalt es und
mein Hauch zerstreut die Asche unter hohe, hohle Pfähle.

Was er mir auch verspricht;
soll mich zerbersten,
soll mich quälen.

Mein Leib und meine Trauer,
dient nur dem,
was sie mir immerzu von Dir erzählen.

Der Pfad, den ich nicht wählte,
das Dunkle, klirrend Kalte
wert zu geben.

Dein Name um mein Leben,
wie mein Wesen
um die Traumgestaltenseele.

JB – 4 – 2013

(nach dem Film „Jane Eyre“ – 2011, Cary Fukunaga)

strohblume

Träumerei

Träumerei

Du bist nah, wenn Nähe alles wär.
Grabstille herrscht und schwer
die Luft in meiner Herzensgruft.

Ganz einfach nebenher
gestorben das Gefühl,
dass Du und ich so viel,
so tief empfinden.

Ich säe diese Wunden
und streue Salz hinein.
Es werden Narben sein,
die ich bald in mir trage
und nein zu Neuem sage.

Die Träumerei allein,
die wird mir Freundin sein,
die wird mir Freundin bleiben.

10-2012

Distel
Distel

Sehnsucht

Sehnsucht

Kröte in den Morgenstunden,
Leib ganz frei und voll von Wunden.
Denk die Einsamkeit herbei.
Ich bin hier – du einerlei.

Wenn es nur so einfach wär.
Träumen – selbst das fällt mir schwer.
Wenn du so für dich gesehn,
sitzt und schweigst – so wunderschön.

Tränen mir die Worte sagen.
Ich bin hier, fang an zu graben.
Traurig, wild, verlassen, rein,
sing ich sie: Ich bin ganz Dein.

Wenn morgen alles and’re brennt,
mein Herz dich findet und bekennt.
Auf dass die Feuer übergreifen
und in dir Sonnenbrände reifen.

Der Zauber fängt den Abendstern.
Ich finde dich, du bist der Kern.
Und alles dreht sich um den Tag,
an dem du weißt, dass ich dich mag.

tilda002