Zuflucht

zuflucht

der zwang zu denken
überkommt mich oft
auch wenn ich bei mir bin

in mir schaukelt sich
die erinnerung hinab
in einsame ebenen

wenn ich ans morgen denke
wenn ich ans gestern denke
werd ich schwach
werd ich ungelenk

und mit mir reift die stille
sogleich tippe ich sie an
sogleich ruft es in mir

und wenn ich einsam bin
dann schreib ichs auf
dann schläft mein geist
und ruht in sich
für eine ganze zeit

JB-12-2014

Wenn du gehst

Wenn du gehst

In der Nacht, wenn ich wache,
Wenn ich mich sehne nach Halt,
Wenn Deine Hände nicht da sind
Und ich schreibe gegen die Einsamkeit.

Mein Kopf frisst Lächeln,
Gegen alles immun außer Zweifel.
Mein Herz schenkt Wärme über meinen Körper hinaus.
Wenn Du gehst, will ich bleiben.
So zeigt die Uhr: Verschwinde!

Du bist wie du bist,
Wenn ich mich vergesse und dabei auf dich zu geh.
Geschichte des Moments.

Sing ein Lied in die Stille,
schreib es auf und tanz dazu für mich.
Sinn ein Gedicht auf Weiß.
Ich trag’s Dir vor, wenn du schläfst.
Wenn du bei mir bleibst.

JB-12-2014

Der Herrscher

Der Herrscher

Du hälst mein Herz fest, ich leide.
Du legst mir ne Kette um, ich zerre.
Du schreist mich an, ich fliehe.

Du, der du Macht willst;
lebe mit dir selbst und wenn du andere versuchst,
folgen sie dir ins Nirgendwo.

Warum auch immer,
niemand ist da froh,
es wird nur immer schlimmer.

JB 8-2014

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Vergessen

Vergessen

Tief unten schwebt das Erinnern.
Die Tage sind lang gezogen.
Hätte gern wie Amor Pfeil und Bogen,
Damit alle anders werden.

Hätte gern jetzt volle Stimme,
Um mich selber aufzuklären.

Bin zum Schweigen gehalten,
Sonst vergess ich zu verwalten.
Denn nur ich weiß:
Wir müssen uns nicht spalten.

JB 2014-8

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Stammheim

Stammheim

Ulrike meine Hoffnung schwindet
und wie die Hoffnung bist du tot.
Der Traum vom wahren Wesen kündet
und in der Wahrheit steht die Not.
Doch ohne Klarheit lebt sichs schlecht
in dieser Welt aus Gier und Macht.
Und wenn ich an das Morgen denk,
dann bin ich um den Schlaf gebracht.

8-2014 JB

(die letzten beiden Zeilen habe ich von Heinrich Heine gemopst)

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Gorgo

Gorgo

Wer hat sie gemacht die Schlangen,
wer beseelt sie nun?
Wer bin ich das ich weine,
um alle die mich hier versuchen.

Treue Schatten
belebt wie Gaukeleien.
Sucht nach lebenden Blicken.

Findest Du mich hier,
wirst Du zu Stein.
Warum fliehst Du?

Juni 2014

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Stolz

Stolz

Wer bist du Stolz, das du uns trägst,
den Wahnsinn in unsere Wunden webst?
Und alles Leiden teilst,
mit uns im Traum verweilst?

Einsam in den Wolken schwebend,
trudel ich an euch vorbei.
Singend, jauchzend, Tage lebend.
Bin ich glücklich?
Ich bin frei.

Wolkenauge, fern der Zweifel.
Wolkenauge, fern der Sicht.
Such den Vogel,
such die Teufel.
Finde Gnade,
finde Licht.

Abend in der Stadt