Das Außen

Das Außen

Das Außen zeigt nach Innen.
Wie eilig hingeklotzt steht meine Abwehr.
Ich rufe alle meine Helfer mir jetzt beizustehn.
Wenn manche Leute gegen meine Wände hämmern.
Was bleibt als dazuliegen und zu wimmern.
Fällt doch die Freude unter dieser Last so schwer.
Wenn ich dann aufsteh und der Regen prasselt
Und meine Freunde fern mir sind.
Verwandelt sich das Handeln in reine Rührerei.
Bin ich nur noch verlassnes Kind.
Die Tat erlischt, wenn Sorge über Falten hastet.
Der Traum ertrinkt im Gramesmeer.
Und alles Große scheint zu groß im kleinen Spiegel.
Dazu ist Großmut doch das beste Siegel.
Und wie die Zeit verrinnt, traut sich die Hoffnung näher.
Dann wenn da Freunde sind, die Liebe schenken,
Ist alles plötzlich hell und klar und Segen.
Und wenn sie dann noch Rat und Beistand geben,
Bin ich bereit die Lider in Dankbarkeit zu heben.

JB-10-2015

Allein

Allein

Wenn es an nichts fehlt,
Wenn mich keine Liebe quält.
Der Boden ist bestellt,
Die Nacht durch Mond erhellt.

Allein im tiefen Wald,
Bin störrisch, mir ist kalt.
Find heim und bin beseelt,
Fühl einig mich in dieser Welt.

Doch dies eine Verlangen,
Was bleibt als ihn einzufangen?
Was ist das, was mich will versuchen?
Spür doch was fehlt, willst mich verfluchen.

So such ich ihn wie allemal.
Mein Herz das pocht, Gesicht ist fahl.
So such ich ihn bis nichts mehr fehlt,
Hab alles verlassen und Licht bestellt.

JB-09-15

Der Weg

Der Weg

Vorwärts mit dem Blick nach Westen.
Jetzt geht’s los im Marschzug.
Mir nach Kanallien.

Wenn ich mich umseh,
gehen alle gerade aus.
Nur ich geh die Kurven aller Wege.
Wenn ich mich umseh,
gehen alle geschlossen in eine Richtung,
nur ich steh im Wege.

Und wieder unter Wasser,
mit den Füßen nach oben strampelnd.
Wenn ich mich umseh,
Haben alle Schnorchel außer mir.

Wenn es so weitergeht, ertrink ich bald.
Will mich umdrehen und atmen.
Wieder frische Luft in den Lungen haben
Und Licht in den Augen.

Ich will tanzen über alle Sorgen hinweg.
Ich will schreiben, was mir gelingt.
Und wenn ich aufsteh, soll die Sonne mir lachen.
Wie der Narr auf seinem Weg, will ich voran schreiten.

JB-07-15

Purzelbäume

Purzelbäume

Wie das Leben Leben schreibt,
gewebt und dann gebunden.
Losgelassen, Zeit verteilt,
so um mich gewunden.

Wie Hoffnung manchmal Tränen zeigt,
fühl ich mich unumwunden
zu der Frage hingeneigt:
Will er mich verwunden?

Bin so frei, ich selbst zu sein
fühl mich ungebunden.
Bin so neu und so allein.
Frei von allen Wunden.

Wenn ich sehe, glaube ich
und wenn ich gehe, bleibe ich.
Wenn ich mich verneige
vor der Zeit.

Traurig, fröhlich eigentlich
so wie zu zweit.

JB-07-15

Zuversicht

Zuversicht

Voller Zuversicht,
wenn mein Verstand gute Nacht sagt.

Ich schwelge im Jetzt.

Am Morgen wieder so viel Gewicht,
so viele schwere Gedanken:
Arbeit, keine Arbeit
Freunde, kein Freund
Liebe, ohne Anstand

Gedanken, die mich untergraben.
Will sie abstellen,
find den Schalter nicht.

Haltlos

Haltlos

Bin verwirrt ohne Zäune,
Bin verdammt, wie gehäutet.
Sehne mich nach Wolkenschlössern,
Nach Wesen ohne Räume.

Und wenn ich denke,
Vergess ich, wer ich bin.
Nur klar zu werden
Ohne Zugewinn.

Eins zu werden,
Mit ich weiß nicht wem.
Versuche zu verstehen,
Wohin mein Herz mich schickt,
Immer das Du im Blick.

JB-12-2014

Kein Spiegelbild

Kein Spiegelbild

Kein gegenüber zu fragen.
So schreib ich einsam: Wer bin ich?

Sorgenvolle Frau mit Schuld
An allem was ihr zukommt,
An allem was passiert.

Hastig tipp‘ ich gegen meine Ohnmacht an.
Die Falle Schlaf schnappt wieder zu.

Vergebenes schwimmt oben auf.
Ich sehe Verlorenes ganz unten.

Wenn ich ein Tier wär,
Würd ich sie zerreißen diese Schuld.

Treu meiner Seele,
auch wenn ich sie nicht sehen kann.
Verschweig mir nichts bis auf das Du.

Und käme der Retter, ich würde ihn schlagen.
So wie ich Dich geschlagen habe,
immer im Blick meine Schuld.

Seele gegen Seele sitzen wir verzweigt im Baum
mit allerlei Getier und fragen uns wohin.
Dabei sind wir eins und hier ganz ohne Sinn.

JB-12-2014